Amt Greetsiel
Hannoversches Amt
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Das Amt Greetsiel (bis 1822 Amt Pewsum; auch Amt Greetsiel zu Pewsum oder Greetmer Amt) war eine Verwaltungseinheit des Königreichs Hannover in der Landdrostei Aurich. Bis 1852 nahm das Amt auch Aufgaben der Justiz wahr und war diesbezüglich der Justizkanzlei Aurich nachgeordnet. Es wurde 1859 aufgelöst und sein Gebiet dem Amt Emden angegliedert.
| Amt Berum | |
|---|---|
| Sitz | Pewsum |
| Bezirk | Landdrostei Aurich |
| Gerichtsbezirk (ab 1852) | Amtsgericht Greetsiel |
| Bestandszeitraum | 1817–1859 |
| Nachfolger | Amt Emden |
| Einwohner | 8.248 (1852)[1] |
Geschichte
Bereits im 18. Jahrhundert existierte ein fürstlich-ostfriesisches (später preußisches) Amt Greetsiel, das während der Herrschaft Napoleons durch ein Kanton Pewsum ersetzt wurde. Nachdem Ostfriesland in Folge des Wiener Kongresses an das Königreich Hannover gefallen war, wurden dort mit Verordnung vom 24. Juni 1817 zwölf Ämter gebildet, darunter das Amt in Pewsum in seinen früheren Grenzen. Es bestand aus der Amtsvogtei Greetsyhl (Untervogteien Eilsum und Grimersum), der Amtsvogtei Pewsum (Untervogteien Groothusen und Pilsum) sowie der Amtsvogtei Borkum (Insel). Den Untervogteien waren insgesamt 26 Ortschaften untergeordnet. Auf Antrag der ostfriesischen Provinzialstände erlaubte die Provinzialregierung Aurich am 2. November 1822, dem Amt wieder die ehemaligen Bezeichnungen Greetmer Amt oder Amt Greetsiel beizulegen. Der Sitz verblieb in Pewsum.[2]
Die Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung im Jahr 1852 und die damit verbundene Auflösung der Patrimonialgerichte führte zur Vergrößerung des Amtsgebiets um die bisherige Herrlichkeit Jennelt. Außerdem wurde das Amtsgericht Greetsiel gegründet, dem fortan die Gerichtsbarkeit für den Raum oblag. Auch wurde die Gemeinde Canum (zuvor Amt Emden) nun dem Amt Greetsiel angegliedert. Es umfasste nun 16 Ortschaften mit Landgemeindestatus, nämlich Greetsiel, Pilsum, Visquard, Eilsum, Grimersum, Uttum, Wirdum, Pewsum, Groothusen, Hamswehrum, Manslagt, Upleward, Woquard, Borkum, Jennelt und Canum.[1]
Am 27. März 1859 wurden das Amt Greetsiel aufgelöst und Gebiet und Verwaltung dem Amt Emden angegliedert.[3] 1885 wurde aus dem Amt Emden nach inzwischen preußischem Recht der Landkreis Emden gebildet. Mit dessen Auflösung 1932 kam das Gebiet zum Landkreis Norden. Heute ist das Gebiet des früheren Amtes Greetsiel Teil des niedersächsischen Landkreises Aurich, aufgeteilt auf die Gemeinde Krummhörn und die Stadt Norden, und gehört zum Amts- und Landgerichtsbezirk Aurich.
Literatur
- Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981
Weblinks
- Greetsiel (Amt) im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Archivbestand zum Amt Greetsiel im Archivinformationssystem Niedersachsen
- Grenzverläufe 1817–1852 und 1852–1859 des Amtes Greetsiel in der Geosuche des Niedersächsischen Landesarchivs