An einem Tag im September
Film von Kai Wessel (2025)
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An einem Tag im September (französischer Titel De Gaulle et le Chancelier) ist ein deutsch-französischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2025 über die erste Begegnung des damaligen deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer mit Charles de Gaulle am 14. September 1958 im privaten Landsitz La Boisserie des französischen Generals und späteren französischen Staatspräsidenten im Dorf Colombey les Deux Églises in der Region Champagne-Ardenne.
| Film | |
| Titel | An einem Tag im September |
|---|---|
| Originalsprache | Deutsch, Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 89 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Network Movie |
| Stab | |
| Regie | Kai Wessel |
| Drehbuch | Fred Breinersdorfer |
| Produktion | Wolfgang Cimera, Mark von Seydlitz |
| Musik | Jens Grötzschel |
| Kamera | Holly Fink |
| Schnitt | Tina Freitag
Benjamin Dewalque |
| Besetzung | |
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| → Besetzung und Synchronisation | |
Bei diesem „privaten“ Treffen auf Einladung de Gaulles wurde der Grundstein zur Überwindung der deutsch-französischen „Erbfeindschaft“ gelegt.
Der Film entstand nach dem Drehbuch von Fred Breinersdorfer unter der Regie von Kai Wessel.
Handlung
Der Film spielt vorwiegend im Privathaus des Generals und damaligen Ministerpräsidenten Frankreichs, wo Charles de Gaulle zusammen mit seiner Frau Yvonne und seinem Adjutanten den deutschen Kanzler Konrad Adenauer erwartet.
Adenauer graute vor dem Besuch. Der erste Kanzler der Bundesrepublik verband mit dem französischen General vornehmlich Negatives: Kurz nach dem Krieg hatte dieser Deutschland in mehrere Teilstaaten zerstückeln wollen, dann hatte er die geplante Europäische Verteidigungsgemeinschaft torpediert und immer wieder das europäische Einigungsprojekt als Verrat an französischen Interessen angegriffen. „Und wer ist schuld, wenn es schiefgeht?“, sagt Adenauer während der Autofahrt plötzlich. Sein Mitarbeiter hält ihm entgegen: „Das fragen Sie doch auch sonst nicht, Herr Bundeskanzler.“ Dennoch fanden der Deutsche und der Franzose an diesem Tag auf einer persönlichen Ebene zusammen.
Mit Verzögerung beginnt das delikate, sorgsam vorbereitete Treffen, das die „Erbfeindschaft“ zwischen Frankreich und Deutschland nach 250 Jahren und Millionen Opfern in drei großen Kriegen beenden soll.
Die Verspätung ergab sich, weil die Polizeieskorte die Adenauer-Limousine irrtümlich nach Colombey-les-Belles geleitet hat.[1] Das liegt gut 80 Kilometer ostnordöstlich von Colombey les Deux Églises. Als die kleine Kolonne anhält, um sich zu orientieren, werden die deutsche Fahrzeuge von Bewohnern mit Eiern beworfen.
Reporter warten ungeduldig vor den Toren von de Gaulles Privathaus auf Ergebnisse. Dabei lernen sich die französische Fotografin Hélène Wissembach und die deutsche Journalistik-Volontärin Elke Schmitz kennen. Beide träumen von einer friedlichen Zukunft in einem gemeinsamen Europa und fordern von den Politikern, sich dafür einzusetzen.
Im Vieraugengespräch der Politiker werden zunächst erhebliche politische Differenzen deutlich und die Annäherung droht zu scheitern. Auch die Berater der beiden Staatsmänner tragen ihre fundamentalen Meinungsverschiedenheiten zwar diplomatisch, aber mit offenem Visier aus. Erst als die zurückhaltende Yvonne de Gaulle eingreift und mit der emotionalen Geschichte ihrer durch eine Trisomie früh verstorbene Tochter eine persönliche Ebene erzeugt, finden die beiden Politiker über Traumata in ihren eigenen Biografien wieder zusammen.
Produktion
Drehbuch
Das Buch basiert auf einer breit angelegten Recherche, in deren Zentrum ein Ereignisprotokoll des Auswärtigen Amts steht, die Übersetzung eines französischen Protokolls des Gesprächs. Der Autor hat wesentliche fiktionale Elemente mit den historischen Fakten verflochten. Dramaturgisch ist die Handlung in vier Erzählstränge gegliedert, die parallel zueinander verlaufen. Im Zentrum steht die Ebene der beiden Politiker und der Familie des Generals. Sie zeichnet den Willen zur Einigung nach. In der Küche des Hauses gibt es Streit, weil die von den Deutschen gefolterte Köchin sich strikt weigert, für die „Boches“ zu kochen, was historisch verbürgt ist. Diese Ebene schildert den damaligen unversöhnlichen Hass. Die Berater der Politiker stehen für die Skepsis und die beiden (fiktiven) jungen Journalistinnen von beiden Seiten des Rheins für die Zukunft eines friedlichen Europas.
Besetzung und Synchronisation
Die französischen Rollen wurden ausschließlich mit französischen Darstellerinnen und Darstellern besetzt, die deutschen Rollen entsprechend mit deutschen; dabei wurde konsequent auf die schauspielerische Leistung und nicht auf äußerliche Ähnlichkeiten der Hauptdarsteller geachtet.
Die deutsche Synchronbearbeitung entstand bei Studio Hamburg Synchron GmbH unter Leitung von Marion Noack. Folgende deutsche Synchronsprecher haben mitgewirkt:
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Charles de Gaulle | Jean-Yves Berteloot | Stefan Schad |
| Yvonne de Gaulle | Hélène Alexandridis | Barbara Auer |
| Gaston de Bonneval | Vincent Lécuyer | Volker Hanisch |
| Hélène Wissembach | Nora Turell | Celine Fontanges |
Sonstiges
Der Film wurde im Sommer 2023 in Belgien gedreht; es existieren verschiedene Sprachfassungen. Der Regisseur hat immer wieder Schwarz-Weiß-Szenen als vermeintliche historische Reminiszenzen einmontiert.
Das ZDF produzierte eine begleitende Dokumentation "An einem Tag im September. Die Dokumentation." (44 Min.) im Format Terra X, die in der Reihe Terra X History am 15. September 2025 erstmals ausgestrahlt wurde.
Im politischen Kontext wurde der Film auf zahlreichen Veranstaltungen in Deutschland, Frankreich und bei der EU-Kommission in Brüssel gezeigt und diskutiert.
Das ZDF bietet umfangreiches Informationsmaterial zum Film für die Schulen an.[2]
Rezeption
Kritiken
- Thomas Gehringer: An einem Tag im September. Klaußner, Berteloot, Breinersdorfer, Wessel. Diplomatisches Kammerspiel mit Zeitgeist und Zeitkolorit. In: tittelbach.tv. Rainer Tittelbach, abgerufen am 15. September 2025.
- Thomas E. Schmidt, Ein Tag im September, Zeit Nr. 37/2025, 27. August 2025
Zitate
„Man bekommt durch den Film und die Beschäftigung mit dem Stoff eine Ahnung davon, wie viel wichtiger persönliche Beziehungen in der Politik sein mögen als wir uns gemeinhin vorstellen.“
Über seine Hoffnung, was das Publikum aus dem Film mitnimmt, sagt Autor Fred Breinersdorfer: "Dass es gut ist, miteinander zu sprechen, heute mehr denn je. 250 Jahre Erbfeindschaft führen zu gar nichts, außer zu Millionen von Toten."[3]
Auszeichnungen und Nominierungen
- 2025 „Goldene Nymphe“, bester fiktionaler Film und beste Schauspielerin, 64. Fernsehfilmfestival Monte Carlo[4]
- 2025 Regiepreis für Kai Wessel und „Ludwigshafener Auszeichnung“ beim Festivals des Deutschen Films[5]
- 2025 Nominierung, Prix Europa[6] und Besondere Auszeichnung der Jury
- 2025 Günter Rohrbach Preis, Shortlist[7]
Trivia
De Gaulles Sohn Philippe wird im Film als "Admiral" vorgestellt, tatsächlich war er 1958 Capitaine de corvette; Admiralsränge erreichte er ab 1971.
Weblinks
- Arte: An einem Tag im September Verfügbar bis zum 11. Oktober 2025
- An einem Tag im September bei IMDb
- An einem Tag im September bei filmportal.de
- An einem Tag im September in der Online-Filmdatenbank