Anagyrin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Anagyrin (auch Monolupin oder Rhombinin)[4] ist ein tetracyclisches Chinolizidin-Alkaloid aus Lupinen-Gewächsen. Durch seine teratogene Wirkung verursacht es Probleme in der Viehwirtschaft. Das 11-Epimer heißt Thermopsin.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Anagyrin
(–)-Anagyrin
Allgemeines
Name Anagyrin
Andere Namen
  • 11,12,13,14-Tetradehydrospartein-15-on (IUPAC)
  • Monolupin
  • Rhombinin
Summenformel C15H20N2O
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
ECHA-InfoCard 100.215.995
PubChem 10246
ChemSpider 9828
Wikidata Q27105771
Eigenschaften
Molare Masse 244,34 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

295-297 °C (Hydrochlorid)[2]

Löslichkeit

löslich in Wasser, Diethylether, Benzol, DMSO, Methanol[1][3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301360
P: 201202264270280301+310321330308+313405501[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Vielblättrige Lupine

Anagyrin kommt in mindestens 18 Arten von Lupinen vor, darunter Lupinus caudatus, Lupinus leucophyllus, Lupinus argenteus und der Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus).[5][6] In den meisten Arten ist der Anteil des Anagyrins am Gesamt-Alkaloidgehalt eher gering und den Hauptteil machen andere Alkaloide wie Spartein, Lupinin und Lupanin aus. In Lupinus caudatus ist Anagyrin hingegen das prozentual wichtigste Alkaloid.[5]

Synthese

Verschiedene Synthesen für Anagyrin wurden beschrieben.[7][8][9][10]

Toxikologie

Anagyrin ist für Kühe teratogen. Nehmen diese zwischen dem 40. und 70. Tag der Trächtigkeit pflanzliche Nahrung mit einem erhöhten Gehalt an Anagyrin zu sich, führt das oft zu Fehlbildungen der Kälber.[5] Dabei ist insbesondere das Skelett betroffen, zum Beispiel können Skoliose oder Torticollis auftreten. In Studien mit Schafen und Ziegen traten keine vergleichbaren Effekte auf.[11] Es wurde gezeigt, dass Anagyrin stark an Muskarinrezeptoren bindet.[6]

Einzelnachweise

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