Andreas Bunte

deutscher Filmemacher und Installationskünstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Andreas Bunte (* 1970 in Mettmann) ist ein deutscher Filmemacher und Installationskünstler, der in Berlin lebt.[1]

Andreas Bunte posiert für eine Porträtfotografie in seinem Büro mit Bildern an der Wand.
Andreas Bunte fotografiert von Oliver Mark, Berlin 2022

Leben und Werk

Andreas Bunte studierte zunächst „Freie Kunst“ an der Kunsthochschule Kassel und anschließend von 1993 bis 1998 an der Kunstakademie Düsseldorf. 1999 war Bunte Villa-Romana-Preisträger. 2014 war er Audain Artist in Residence, an der Simon-Fraser University in Vancouver. Von 2012 bis 2016 war Bunte Research Fellow des Norwegian Artistic Research Programme und forschte an der Kunstakademie Oslo zum Genre des Wissenschaftlichen Films.

Buntes Arbeiten wurden in Gruppen- und Einzelausstellungen unter anderem bei den Skulptur Projekten Münster, in der Kunsthalle Wien, dem Berlinale Filmfestival, dem Museum of Art and Design in New York, im Cornerhouse Manchester, der Kunsthalle Basel, dem Gropiusbau Berlin oder dem Kunstverein Hamburg präsentiert.[2]

Buntes Filme und Film-Installationen beschäftigen sich mit der Frage, wie das Zusammenspiel von Architektur, Technologie, und menschlichen Körper unsere materielle und immaterielle Lebenswelt prägt. Dies gilt für Rheinische Betonkirchen der Nachkriegszeit ebenso wie für das Bepacken von Plastiktüten, die Produktion synthetischer Diamanten, oder die Bewegungsmuster von Computerspiel-Avataren. Sein filmischer Ansatz eignet sich Strategien aus den Bereichen des anthropologischen Films, des wissenschaftlichen Films und der Forensik an. Die Offenheit und Redundanz, dieser explizit anti-narrativen, streng beobachtenden Ansätze nutzt er dabei gezielt um seine Themen für neue, spekulative Lesarten zu öffnen.[3]

Für die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekt Münster in 2017 produzierte Bunte die Arbeit Laboratory Life, eine Serie von 12 kurzen Filmen, in denen alltägliche Prozesse gezeigt oder besser simuliert werden. Die Vorgänge sind aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und in einer laborähnlichen Situation nachgestellt. Die Filme folgen damit Strategien, wie sie im wissenschaftlichen Film entwickelt wurden. Sie streben jedoch keine „Objektivität“ an, sondern interessieren sich für das fremdartige Eigenleben, dass durch die ausschnitthafte Inszenierung entsteht. Die Filme konnten über in der Stadt plakatierte Poster mit QR-Codes von den Besucher mit ihrem Smartphone abgerufen werden. Die unter Laborbedingungen rekonstruierten Alltagsbewegungen wurden also direkt in den konkreten urbanen Münsteraner Alltag eingeschleust.[4]

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 2006: Die letzten Tage der Gegenwart, Galerie Ben Kaufmann, Berlin
  • 2007: Das Unsichtbare ist weder dunkel noch geheimnisvoll, es ist transparent (mit Nick Laessing), Galerie Jacky Strenz, Frankfurt/Main
  • 2009: Andreas Bunte Bielefelder Kunstverein, Bielefeld
  • 2009: Künstliche Paradiese, Galerie Ben Kaufmann, Berlin
  • 2008: Der Garten des M. Leretnac, Open Space, Art Cologne, Köln
  • 2012: World at the threshold, ARGE Kunst, Bozen
  • 2012: Analogue Stories (mit Melvin Moti), Fotogalleriet, Oslo (NO)
  • 2014: Andreas Bunte, Lettuce Partially Emerging from a Shopping Bag Kunsthalle Lingen, Lingen
  • 2014: Lettuce partially emerging from a shopping bag, Republic Gallery, Vancouver (CA)
  • 2014: Two Films about Pressure, Or Gallery, Vancouver (CA)
  • 2014: Norma (mit Eva Berendes), Ancient & Modern, London (UK)
  • 2014: Welt vor der Schwelle, INCA Institute, Seattle (US)
  • 2015: Welt vor der Schwelle, Kunstverein Hildesheim, Hildesheim
  • 2015: The Passing of a Grain of Sand through a Sieve, Kunstnerneshus, Oslo (NO)
  • 2016: Erosion, Simon Fraser University Gallery, Vancouver

Gruppenausstellungen

  • 2000: Das fünfte Element, Geld oder Kunst Kunsthalle Düsseldorf, Düsseldorf
  • 2008: Wessen Geschichte, Kunstverein in Hamburg, Hamburg
  • 2008: VideoKoop, kuratiert von Julia Stoscheck, KIT, Düsseldorf
  • 2008: Zeitblick, Ankäufe aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland 1998–2008, Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2008: After October, Elisabeth Dee Gallery, New York
  • 2009: crotla presents Lothringer13, München
  • 2009: Hidden in Remembrance is the Silent Memory of our Future, 4th Biennial of Moving Image, Mechelen
  • 2009: Report on Probability, Kunsthalle Basel, Basel
  • 2009: Green light, Laura Bartlett Gallery, London
  • 2009: After October, Gallery TPW, Toronto
  • 2009: A letter Concerning Enthusiasm, ARGE Kunst Bozen
  • 2009: Reading the city, kuratiert von Yilmaz Dziewior u. Andrea Nollert, ev+a Limerick
  • 2010: End Note, Tanya Leighton Gallery, Berlin
  • 2010: Fischgrätenmelkstand, kuratiert von John Bock, Temporäre Kunsthalle, Berlin
  • 2010: I remain silent, Galerie Krinzinger, Wien
  • 2011: Bird’s Eye View Of..., Palais des Beaux-Arts, Charleroi
  • 2013: Old School, Anachronismus in der zeitgenössischen Kunst Kunsthalle zu Kiel, Kiel
  • 2013: Anguish&Enthusiasm, Cornerhouse, Manchester
  • 2013: Conversations électriques, Le Panacée, Montpellier
  • 2014: Beyond Architecture, Kunstverein Aachen, Aachen
  • 2014: Vor Ort, Ausstellung im öffentlichen Raum kuratiert von Thomas Thiel, Sennestadt
  • 2015: Bild und Anpassung, Kunstverein Waldkraiburg
  • 2016: Beton, Kunsthalle Wien, Wien
  • 2016: In Time (The Rhythm of the Workshop), Museum of Art & Design, New York
  • 2016: Traversing the Phantasm – 11th Forum Expanded, Akademie der Künste, Berlin
  • 2017: Ever elusive, Transmediale, curated by Florian Wüst, Berlin
  • 2017: Skulptur.Projekte, Münster (Westfalen)
  • 2018: A Visibility Matrix, Douglas Hyde Gallery in Dublin, Dublin
  • 2018: (Anti)thesis of Architecture, Zarya Center for Contemporary Art, Vladivostok
  • 2018: Thick Space, Ruhr-Universität Bochum

Einzelnachweise

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