Andreas Schelfhout
niederländischer Maler (1787-1870)
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Andreas Schelfhout (* 16. Februar 1787 in Den Haag; † 19. April 1870 ebenda) war ein niederländischer Landschaftsmaler und Radierer.

Leben
Schelfhout war ein Sohn eines Vergolders und Rahmenmachers Jean Baptiste Schelfhoutt, von dem er auch zunächst eine Ausbildung in diesen Bereichen erhielt, und dessen Frau Cornelia Catharina (geborene van Hove oder Hoiven). Im Alter von 24 Jahren kam er zu dem Dekorations- und Theatermaler Johannes Breckenheimer in die Ausbildung, um sich vier Jahre lang von diesem im Zeichnen und Malen, seiner eigentlichen Leidenschaft, ausbilden zu lassen. Hier hatte er die Möglichkeit ein tieferes Verständnis der Prinzipien und Regeln der Kunst zu entwickeln. Schelfhout spezialisierte sich jedoch auf die Landschaftsmalerei nach der Natur mit dem Vorsatz der berühmtesten Meister seiner Zeit zu werden. Er feierte 1815 mit einer Winterlandschaft den Vijver in het Haagsche bosch bij winter (‚Der Teich im Haager Wald im Winter‘), die er in seiner Heimatstadt ausstellte, seinen künstlerischen Durchbruch. Vier Jahre später konnte Schelfhout bei einem Wettbewerb in Antwerpen die Große Ehrenmedaille der Königlichen Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste erlangen. Es folgten weitere Preise, wie die zur Gründung der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Amsterdam geprägte Medaille und im Jahr 1823 wurde ihm eine Goldmedaille für eine Winterszene mit Eisläufern in Gent verliehen.[1]
Neben den Landschaften seiner Heimat thematisierte Schelfhout zeit seines Lebens Winterlandschaften. Dabei suchte er seine Motive nicht nur in Ansichten niederländischer Regionen, sondern bediente sich auch der Skizzen, die er auf seinen Studienreisen durch Frankreich, England, Belgien und Deutschland gesammelt hatte.
Während im Frühwerk der Stil alter Meister dominierte, fand er nach einigen Jahren einen eigenen Stil und schloss sich künstlerisch auf diesen Gebiet seinen Zeitgenossen an. Er zählt zu den Vorreitern der Haager Schule. Er malte überwiegend kleinformatige Bilder; diese Art der Malweise wird deshalb (in Malerkreisen) auch „Schelfhoutjes“ genannt. Seine Bilder kamen in die Museen von Amsterdam, Haarlem, Rotterdam, Enschede und Gent.

Für die niederländische Königin Wilhelmine fertigte er Een landschap op het paviljoen te Haarlem, Een strandgezicht in Teyler’s stichting und zwei Gezichten op het Loo (Ansichten vom Schloss Het Loo). Charles Leickert (1816–1907), Jan Willem van Borselen (1825–1892) und Wijnand Nuijen (1813–1839) gehörten zu seinen Schülern. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Schelfhout in seiner Geburtsstadt, wo er den Ruhestand eines langen und erfüllten Lebens genoss, wobei die Kunst bis zuletzt zu seinen Beschäftigungen zählte. Neben der Malerei betätigte er sich auch als Lithograf, Radierer und Zeichner. Der niederländische Dichter Nicolaas Beets verfasste ein kurzes Gedicht Schelfhouts winterstukken über ihn.[2]
Familie
Schelfhout war mit Cornelia-Catharina (geborene Geevers, Gevers oder Gerverd; 1783 – 18. Februar 1836) verheiratet, einer Tochter von Theodorus Gevers und dessen Frau Maria (geborene Blom).[3]
- Maria Cornelia Margaretha Schelfhout (1811 – ca. 1880) ⚭ 20. November 1833 mit Nicolaas Johannes Roosenboom (1806–1880)
- Maria Cornelia Margaretha Roosenboom
- Margaretha Cornelia Johanna Wilhelmina Henrietta Roosenboom (24. Oktober 1843 – 26. Dezember 1896)
- Albertus Nicolaus Roosenboom
- Wilhelmus Johannes Adriaan Roosenboom
- Cornelia Johanna Schelfhout (* um 1815 – 1855) ⚭ 1. 25. Juli 1838 mit Wijnandus Johannes Josephus Nuijen (1813–1839); 2. 26. Juli 1843 mit Wilhelm Henrich oder Heinrich Kühne (* 3. März 1815) aus Kleeve
- Catrina Adriana Johanna Schelfhout (* 25. Oktober 1819)
- Cornelia Johanna Huberta Schelfhout († 13. Februar 1859) ⚭ Johannes Hendricus Rutjes
Nach deren Tod heiratete er am 10. April 1839 Maria-Martina (geborene van Wielik), eine Tochter von Gerardus van Wielik und dessen Frau Cathrina Maria (geborene Timmermans).[4]
- Hendricus Franciscus Martinus Schelfhout (24. Dezember 1839 – 1910)
- Lodewijk Schelfhout (1881–1943) wurde Maler und Grafiker[5]
- Nicolaas Johannes Martinus Schelfhout (26. Februar 1841 – 4. Februar 1899) ⚭ 18. Juli 1866 mit Johanna Louisa Catharina (geborene van Mulken)
- Wilhelmus Marinus Schelfhout (* 31. Dezember 1845)
- Johannes Andreas Schelfhout (* 31. Dezember 1845)
Schelfhout starb im Alter von 83 Jahren und wurde auf dem niederländischen Friedhof Oud Eik en Duinen in Den Haag beigesetzt. Dem Leichenwagen folgten seine ehemaligen Schüler und Kollegen des Verstorbenen sowie Mitglieder der Genossenschafteb Pulchri Studio, van Arti, van Toonkunst, van Oefening kweekt kennis und Caecilia.
Ehrungen (Auswahl)
- 1822: korrespondierendes und ab 1851 als ordentliches Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften (damals Koninklijk Instituut)
- 1830: Ehrenpreis in Den Haag 1830
- 1836: Ehrenpreis in Brüssel
- 1837: Ehrenpreis in Brügge
- 16. Februar 1839: Ritter des Ordens vom Niederländischen Löwen durch König Wilhelm I.
- 1840: Auszeichnung beim Rubens-Festival in Antwerpen
Werke (Auswahl)


- Winterlandschaft mit Schlittschuhläufern (1838, Öl auf Holz), Luxemburg, Villa Vauban, Sammlung Jean-Pierre Pescatore (Inv.-Nr. 326)[6]
- Maas bij winter
- Landschap met ruïne van kasteel Brederode
Zeichnungen
- Gezicht tusschen Calais en Boulogne
- Strand- en figuurstudies
- Album mit 84 Zeichnungen (Haarlem im Museum Teyler)
Lithografien
- Gezicht op Dordt
- Boschlandschappen
- Het huis v.d. heer Rutgers te Beek
Literatur
- Andreas Schelfhout. In: De Vlaamsche School. 16. Jahrgang, 1870, S. 46–47 (niederländisch, dbnl.org).
- Schelfhout (Andries). In: Karel Johan Reinier van Harderwijk, Gilles Dionysius Jacobus Schotel (Hrsg.): Biographisch woordenboek der Nederlanden. Nachträge: A – Schouman. J. J. van Brederode, Haarlem 1878, S. 420–421 (niederländisch, dbnl.org).
- Schelfhout, Andreas. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 14, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 424.
- Schelfhout, Andreas. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. 18 (biblos.pk.edu.pl).
- J. M. Block: Schelfhout (Andreas). In: Petrus Johannes Blok, Philipp Christiaan Molhuysen (Hrsg.): Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Teil 5. N. Israel, Amsterdam 1974, Sp. 675–676 (niederländisch, knaw.nl / dbnl.org – Erstausgabe: A. W. Sijthoff, Leiden 1921, unveränderter Nachdruck).
Weblinks
- A. Schelfhout Eintrag bei der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften
- Andreas Schelfhout (niederländisch, 1787–1870) artnet.de