Andreas Tyrock

deutscher Journalist From Wikipedia, the free encyclopedia

Andreas Tyrock (* 24. Juli 1963 in Northeim) ist ein deutscher Journalist und seit dem 1. Juli 2014 Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Essen.[1]

Ausbildung

1983 erwarb Tyrock sein Abitur am Gymnasium Corvinianum in Northeim. Anschließend war er zwei Jahre bei der Bundeswehr und wurde als Leutnant der Reserve entlassen. Im Sommer 1985 begann er seine journalistische Tätigkeit bei der Hessischen/Niedersächsische Allgemeinen (HNA) in Northeim.

Im Herbst 1985 begann Tyrock ein Studium der Sozialwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen. Weitere journalistische Tätigkeiten folgten im Herbst 1989 in Form von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Schweizer Landesverband für Sport in Bern und bei den Kieler Nachrichten im Landesressort Schleswig-Holstein/Hamburg. Im Frühjahr 1991 schloss Tyrock sein Studium als Diplom-Sozialwirt ab.[2]

Tätigkeiten

Im Sommer 1991 begann Tyrock ein Volontariat bei der Braunschweiger Zeitung und wurde im Herbst 1992 dort Redakteur. Zwischen 1993 und 1997 arbeitete er als Lehrbeauftragter an der Georg-August-Universität Göttingen. Er war dort als Seminarleiter tätig, hielt Vorlesungen zum Thema „Theorie und Praxis des Journalismus“ und war Chefredakteur des Göttinger Hochschulsportmagazins Seitenwechsel.

Von 1996 bis 1997 war er Leiter des Dezernats Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bezirksregierung Braunschweig und Pressesprecher des Regierungspräsidenten. 2001 wurde er bei der Braunschweiger Zeitung zum Ressortleiter Politik berufen und gehörte ab 2005 zur Chefredaktion.[2]

Am 1. April 2008 wechselte Tyrock zum General-Anzeiger in Bonn, wo er Joachim Westhoff als Chefredakteur ablöste.[1]

Unter Tyrock brachte der General-Anzeiger die Investigativserie „Die Millionenfalle“ zu den betrügerischen Machenschaften um das geplante World Conference Center Bonn (WCCB) heraus, auf die Ermittlungen der Justiz folgten. Als Folge kam es auch zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen dem General-Anzeiger und der Stadt Bonn sowie ihrem Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch.[3] Der WCCB-Skandal wurde später auch zu einem Theaterstück verarbeitet.[4]

Am 1. Juli 2014 wechselte Tyrock zur Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, wo er seitdem als Chefredakteur tätig ist.[1]

Journalistenpreise

Die WCCB-Investigativ-Serie mit mehr als 100 Veröffentlichungen sorgte deutschlandweit für Aufsehen, es folgten Gerichtsprozesse gegen Verdächtige und Verurteilungen der Haupttäter. Aufgrund der Enthüllungen wurde dem General-Anzeiger 2010 der Wächterpreis der deutschen Tagespresse verliehen.[5]

Weitere hochrangige Journalistenpreise gewann der General-Anzeiger unter Tyrock mit dem Deutschen Lokaljournalistenpreis 2011 für ein erfolgreiches Großprojekt zur Zielgruppe Familien[6] und dem Henri-Nannen-Preis 2013[7] in der Kategorie „Investigativ“ für GA-Chefreporter Wolfgang Kaes. Damit wurde dessen bundesweit beachtete Serie über das Verschwinden von Trudel Ulmen Mitte der 90er Jahre gewürdigt. Aufgrund der Berichterstattung konnte die Straftat aufgeklärt und der Täter verurteilt werden.

Tyrock selbst wurde bei der Wahl zum Chefredakteur des Jahres 2012 auf den dritten Platz gewählt.[8]

Der WAZ mit Chefredakteur Tyrock bescherte eine groß angelegte, achtmonatige Recherche von Politikreporterin Sophie Sommer zur Kinderprostitution in Dortmund und deren herausragende journalistische Umsetzung gleich mehrere bedeutende Journalistenpreise, darunter der Deutsche Reporterpreis für Sophie Sommer als Newcomerin des Jahres 2024 und der Wächterpreis sowie der Theodor-Wolff-Preis 2025.[9]

Damit gewann Tyrock als Chefredakteur mit seinen Redaktionen in Bonn und bei der WAZ alle großen Journalistenpreise.

Persönliches

Tyrock ist seit 1991 verheiratet und hat zwei Söhne.[2]

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

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