Andrés Ritter
deutscher Jurist und stellvertretender Leiter der Europäischen Staatsanwaltschaft
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Andrés Ritter (* 1964 in Santiago de Chile, Chile) ist ein deutscher Jurist und stellvertretender Leiter der Europäischen Staatsanwaltschaft.
Leben
Ritter studierte von Oktober 1985 bis Mai 1992 Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Daran schloss sich ein postgraduales Studium am Europa-Institut der Universität Saarbrücken an, dass er 1993 mit summa cum laude abschloss. Etwa gleichzeitig absolvierte er den Juristischen Vorbereitungsdienst, er bestand im November 1994 das zweite Juristische Staatsexamen.
Er trat im Februar 1995 in den Justizdienst des Landes Mecklenburg-Vorpommern ein und war als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Rostock tätig. Von Januar 1998 bis März 1999 war er in der Europäischen Kommission im Bereich der Generaldirektion Industrie für das Wettbewerbsrecht tätig. Im April 1999 kehrte er nach Rostock zurück, zunächst wieder für die Staatsanwaltschaft Rostock, dann zur Erprobung an die Generalstaatsanwaltschaft, mit der Verwendung zur Internationalen Rechtshilfe ab 2002. Er wechselte im Dezember 2003 an das Justizministerium von Mecklenburg-Vorpommern. Parallel lehrte er von 2001 bis 2007 an der Polizeiakademie des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Ritter wurde 2005 Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Rostock und 2008 stellvertretender Generalstaatsanwalt von Mecklenburg-Vorpommern. 2011 wurde er Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Stralsund und 2013 erneut Leitender Oberstaatsanwalt in Rostock.
Mit Wirkung vom 29. Juli 2020 wurde Ritter zum Europäischen Staatsanwalt ernannt.[1] Er leitete 2024 das Ermittlungsverfahren gegen Eva Kaili, die ehemalige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, der Korruption vorgeworfen wurde. Ritters Ernennung wurde 2024 bis zum 30. Juni 2029 verlängert.[2] Im März 2026 wurde Ritter sowohl vom Ministerrat als auch vom Europäischen Parlament als europäischer Generalstaatsanwalt ernannt, nachdem er sich im Dezember gegen drei Mitbewerber durchgesetzt hatte und folgt damit ab November 2026 auf die erste Behördenchefin Laura Kövesi.[3]
Als Sohn eines Deutschen und einer Chilenin ist Ritter zweisprachig mit Spanisch und Deutsch aufgewachsen.[4] Des Weiteren beherrscht er die englische und französische Sprache.
Literatur
- Andrés Ritter: Grenzüberschreitende Strafverfahren der EUStA. Erste Einblicke in die Praxis, in: Tanja Niedernhuber, „Die neue Europäische Staatsanwaltschaft. Bedeutung, Herausforderungen und erste Erfahrungen“. Nomos-Verlag Baden-Baden 2023, S. 15–20.