Andy Lee Lang
österreichischer Rock-’n’-Roll-Musiker
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Andy Lee Lang, geb. als Andreas Lang (* 26. Juli 1965 in Wien), ist ein österreichischer Rock-’n’-Roll-Musiker. Der sogenannte Botschafter des Rock ’n’ Roll spielte unter anderem mit Jerry Lee Lewis, Chuck Berry, George Harrison und Fats Domino. Am 2. Juli 2010 feierte er sein 25-Jahre-Bühnenjubiläum.

Leben
1985 gründete Lang, der zehn Jahre klassischen Klavierunterricht nahm, seine erste Band, die „Rock ’n’ Roll Rats“. Die Band hatte ihre ersten Konzerte bei Fußballvereinen und in der HAK. Die Besetzung bestand aus vier Mann, Vorbild war Jerry Lee Lewis. 1988 entstand um Lang eine neue Band mit fünf Mann. Sie traten oft im Wiener Lokal Papas-Tapas auf. Erste Radio- und TV-Auftritte folgten bei Ohne Maulkorb und Die 50er kommen. 1990 erfolgte eine Neuformierung der Band mit fünf Mann und einer Frau. In diesem Jahr erschien die erste CD-Produktion, „Back To Rock ’n’ Roll“, eine Mischung aus R&R-Klassikern und Eigenkompositionen.
1991 war der mühevolle Neubeginn mit der 6-Mann-Band „The Nighthawks“. Die zweite CD, „Rockin’ Piano Man“, erscheint. Die Eigenkomposition „Texas Train“ wird in einigen US-Bundesstaaten im Radio gespielt. Auftritte mit Rocco Granata, Percy Sledge und Big Jay McNeely folgen. 1992 gibt Jerry Lee Lewis ein Konzert im Wiener Austria Center. Als Vorgruppe tritt Andy Lee Lang auf. Chuck Berry engagiert Andy für seine Europatournee und spielt mit Andy vierhändig Klavier.
1993 spielte Lang Doppelkonzerte mit Jerry Lee Lewis. Jedoch erkrankte Lewis. Lang spielte daher in Zürich (mit dem Elvis-Gitarristen James Burton) und in der Wiener Stadthalle. Damit gelang Lang der nationale Durchbruch. Konzerte in Marokko, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, der Slowakei und in den USA (Los Angeles und Las Vegas) brachten ihm den Beinamen „Der österreichische Botschafter des Rock ’n’ Roll“ ein. Es folgten gemeinsame Auftritte mit Bill Haleys Original Comets, Wanda Jackson, Carl Perkins und Fats Domino.
1995 wurde eine neue, größere Band gebildet. Um Lang formierte sich „The Spirit“. Anlässlich des 10-Jahre-Bühnenjubiläums wurden eine Live-CD und ein Video produziert. Lang spielte ein Doppelkonzert „Rockin’ Christmas“ mit Jerry Lee Lewis in der Wiener Stadthalle und hatte einen Auftritt mit Chuck Berry und Bo Diddley beim Jazzfest Wien. 1996 spielte Lang bei 240 Live-Konzerten, viele mit internationalen Größen. Lang erhielt aus den USA die Awards „Key Of Success“, „World Lifetime Achievement Award“ und „The Platinum Record For Execptional Performance“.
1997 betrauten die Vereinigten Bühnen Wien Lang mit der musikalischen Leitung und der Hauptrolle im Musical „Elvis Forever“. 1998 moderierte Lang bei einem der neuen Privatradios die „Oldies-Sendung“. Beim Wiener Donauinselfest kam es zum gemeinsamen Auftritt mit den Coasters. Studioaufnahmen mit Buddy Knox, DJ Fontana und The Coasters bereiteten die CD „Together“ vor. Lang feierte Konzerterfolge in Spanien, Portugal, Frankreich und Finnland.
1999 wurde ein neues Projekt begonnen: „The Rocking Threee“. Andy Lee Lang, Mat Schuh und Dennis Jale traten gemeinsam auf. Beim Musical Little Shop Of Horrors leihte Andy Lee Lang der fleischfressenden Pflanze „Audrey Two“ seine Stimme. Auftritte in Ägypten, Holland, Italien und Kroatien vergrößerten seine internationale Popularität. Die von den Fans lange erwartete zehnte CD, „Greatest Live Hits“, erschien. Andy Lee Lang gab zudem ein Konzert in Shanghai.
Das Wiener Metropol engagierte Lang im Jahr 2000 für das Musical „Be-Bop A Lulatsch ’59“. Nach einer Idee von Günter Brödl wurde ein Musical über Rock ’n’ Roll, Karriere und Intrige produziert. Neben Lang wirkten Günther Mokesch, Mat Schuh, Pia Baresch u. a. mit, musikalisch begleitet von The Spirit. Mehr als 25.000 Zuschauer besuchten die 59 Shows. Im August 2000 reiste Lang auf Einladung von Billy Swan zum Elvis-Memorial-Day nach Memphis/Tennessee. Lang trat mit den Original-Elvis-Musikern D. J. Fontana und Scotty Moore sowie mit Billy Swan auf. Im Herbst 2000 feierte Lang in Wien sein 15-Jahre-Bühnenjubiläum. Das Jahr 2000 wurde zum Jahr mit den meisten Auftritten für Andy Lee Lang & The Spirit. Außerdem erhielt Lang aus Cambridge den Award „2000 Outstanding Musicians Of The 20th Century-Performing And Songwriting“ und war somit in dieser Kategorie neben Falco und Joe Zawinul einer von drei Österreichern, der ausgezeichnet wurde.
Zu Weihnachten 2005, kurz nach der Feier seines 20. Bühnenjubiläums, erlitt Lang ein Burnout. Im Mai 2008 feierte er nach zweieinhalb Jahren Pause sein Bühnen-Comeback. 2010 spielte Lang im Musical „Go West“ den ausgebrannten Austro-Rocker Gogo, der sich nach einer verhängnisvollen Seelenrückführung als Buffalo Bill wiederfindet.
2024 übernahm er die Rolle des Karussellbesitzer Kagler in der Operette Wiener Blut in der Sommerarena Baden.[1]
Seine Großtante war die Schauspielerin Waltraut Haas.[2][3][4]
Diskografie
| Chartplatzierungen Erklärung der Daten | ||||||||||||
| Alben[5] | ||||||||||||
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- 1990: Back To Rock ’n’ Roll
- 1993: Back In Town
- 1994: Rockin’ Christmas
- 1995: That’s Entertainment
- 1997: Elvis Forever
- 1997: Duets
- 1998: Rock ’n’ Roll Party
- 1998: Together
- 1999: Greatest Hits – Live
- 1999: American Christmas
- 2001: Together
- 2002: Live By Request
- 2004: Rockin’ Piano Man
- 2004: The Very Best Of Viva Las Vegas, Vol. 1
- 2004: The Very Best Of Viva Las Vegas, Vol. 2
- 2005: 10th Anniversary - Live
- 2005: 20th Anniversary
- 2008: Hotter Than Ever
- 2008: Wien hat den Blues
- 2009: Rockin’ With My Friends
- 2010: Goes Country
- 2011: Still Rockin’ Live, Chapter One
- 2012: Still Rockin' Live, Chapter Two
- 2012: Country Christmas
- 2013: Andy Lee Lang sings Eddy Arnold
- 2014: My Kinda Life
- 2015: Singin’ The Blues
- 2016: Christmasville USA
- 2018: Andy Lee Lang & The Wonderboys - Singin' in Harmony
- 2023: Andy Lee Lang & Werner Auer - From Broadway To Las Vegas
- 2023: The Voice
Auszeichnungen
- 2004: Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien
- 2015: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste an der Republik Österreich
- 2025: Berufstitel Professor
Literatur
- Monika Kornberger: Lang, Andy Lee. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.