Anforderungsprofil

Beschreibung von vorausgesetzten oder gewünschten Attributen From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein Anforderungsprofil ist die systematische Zusammenstellung von Voraussetzungen und Merkmalen, die zur erfolgreichen Bewältigung einer spezifischen Aufgabe (z. B. einer beruflichen Position oder einer technischen Funktion) erforderlich sind. Es beschreibt einen idealisierten Soll-Zustand und dient als objektiver Vergleichsmaßstab für den Abgleich mit den tatsächlichen Eigenschaften eines Kandidaten oder Objekts (Ist-Zustand).

Grundlagen und Abgrenzung

Das Anforderungsprofil ist das Ergebnis einer vorangehenden Anforderungsanalyse. In der Personalpsychologie und dem Personalmanagement bildet es die Grundlage für eine rechtssichere und professionelle Personalauswahl nach DIN 33430.[1]

Vom Anforderungsprofil abzugrenzen sind:

  • Stellenbeschreibung: Beschreibt Aufgaben und organisatorische Einordnung, während das Anforderungsprofil die Merkmale des Inhabers fokussiert.
  • Kompetenzmodell: Übergeordnetes Raster unternehmensweiter Verhaltensstandards, aus dem Profile abgeleitet werden.

Strukturierung von Anforderungen

Um Anforderungen messbar zu machen, werden sie in Kompetenzfelder unterteilt und nach ihrer Relevanz gewichtet.

Weitere Informationen Kategorie, Typische Gewichtung ...
KategorieTypische GewichtungBeispiele
Formale AnforderungenMuss-KriteriumAusbildung, Zertifikate, Sprachniveau
Fachkompetenz (Hard Skills)Soll-KriteriumIT-Kenntnisse, Fachwissen
MethodenkompetenzSoll/Kann-KriteriumProjektmanagement, Analytik
Soziale Kompetenz (Soft Skills)Muss/Soll-KriteriumTeamfähigkeit, Empathie
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Methodik der Erstellung

Nach der DIN 33430 muss ein Anforderungsprofil methodisch hergeleitet werden:[1]

Erfahrungsgeleitet-intuitive Methoden

Hierbei definieren Experten (z. B. Führungskräfte) auf Basis ihrer Erfahrung die Erfolgskriterien. Dieser Ansatz ist pragmatisch, birgt jedoch Risiken durch kognitive Verzerrungen wie den Affinity Bias.

Personenbezogen-empirische Methoden

Dieser datengetriebene Ansatz nutzt statistische Zusammenhänge zwischen Personenmerkmalen und tatsächlicher beruflicher Leistung (Validität). Durch die Analyse von Daten erfolgreicher Stelleninhaber wird objektiv ermittelt, welche Kompetenzen tatsächlich mit Erfolg korrelieren.[2]

Darstellung und Auswertung (Soll-Ist-Vergleich)

Die Fachliteratur versteht unter einem Profil primär die grafische Gegenüberstellung von Anforderungshöhen (z. B. im Netzdiagramm). Die Differenz (Gap) zwischen Soll-Werten und den durch Auswahlverfahren ermittelten Ist-Werten des Bewerbers bildet die Entscheidungsgrundlage.

Anforderungsprofile in der Technik

In Produktion und Entwicklung beschreibt das Anforderungsprofil die technischen Parameter eines Werkstücks oder Systems (Funktion, Kosten, Design). Es entspricht hier weitgehend dem Lastenheft.

Einzelnachweise

Literatur

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