Ania Teillard

deutsche Schriftstellerin und Graphologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Ania Teillard, geborene Anja von Mendelssohn, auch Ania Adamkiewicz-Mendelssohn (* 5. Februarjul. / 17. Februar 1889greg.[1] in Dorpat, Russisches Kaiserreich; † 17. Januar 1978 in Paris) war eine deutsche Graphologin und Schriftstellerin.

Anja von Mendelssohn, ca. 1910

Leben

Ania Teillard gehört zur deutsch-jüdische Kaufmanns-, Gelehrten- und Künstlerfamilie Mendelssohn aus Jever, die auf Moses Mendelssohn (nicht identisch mit dem Philosophen Moses Mendelssohn aus Dessau) zurückgeht. Ihr Vater war der Philologe Ludwig Mendelssohn, ihre Brüder der Hellerauer Kunsthandwerker Georg Mendelssohn sowie der Schriftsteller Erich von Mendelssohn.

Anja von Mendelssohn wurde wie ihre drei Geschwister evangelisch-lutherisch getauft. Nach dem Tod ihres Vaters 1896, der vom Zaren geadelt wurde, zog ihre Mutter Alexandrine von Cramer mit Anja und ihren drei Brüdern nach Jena, wo sie zur Schule ging. Danach arbeitete Anja von Mendelssohn zunächst als Schauspielerin (sie spielte unter anderem die Thekla in Wallenstein am Theater in Meiningen)[2] und veröffentlichte 1909 Maja, den Roman einer Schauspielerin, der Klaus Mann nachhaltig beeindruckte.[3]

Die erste Person, die Anja von Mendelssohn über Graphologie aufklärte, war der hellseherische Charakterloge Ludwig Aub.[4] In den zwanziger Jahren studierte sie bei dem Psychologen und Graphologen Ludwig Klages in der Schweiz und hatte intensive Kontakte zu den Graphologen Max Pulver, Robert Saudek sowie Jules Crépieux-Jamin. Mit ihrem Bruder, dem Kunsthandwerker Georg Mendelssohn, veröffentlichte sie 1928 das Buch Der Mensch in der Handschrift.

Sehr prägend war für Ania Teillard das Studium bei C. G. Jung in Zürich, das sie dazu motivierte Graphologie und Psychologie miteinander zu verbinden. C. G. Jung blieb sie in zahlreichen Publikationen verbunden, die in mehreren Sprachen übersetzt wurden. Sie war Vizepräsidentin der Societé Francaise de Psychologie Analytique.

Werke

  • Anja Mendelssohn: Maja. Roman einer Schauspielerin. 1909
  • Anja Mendelssohn: Gestalten aus 1001 Nacht: Nachdichtungen nach den arabischen Märchen. 1922
  • Georg Mendelssohn, Anja Mendelssohn: Der Mensch in der Handschrift. Leipzig: Seemann, 1928
  • Anja Mendelssohn: Schrift und Seele : Wege in das Unbewusste; mit zahlreichen Schriftproben. Leipzig: Seemann, 1933
  • Ania Teillard: Traumsymbolik : ein Traumbuch auf tiefenpsychologischer Grundlage. Zürich: Rascher, 1944
  • 1948: L’Âme et L’Écriture
  • Handschriftendeutung auf tiefenpsychologischer Grundlage : mit einem graphologischen Lexikon. München: Lehnen, 1952
  • 1953: Zwiegespräche über Traum und Leben
  • 1959: Die unbekannte Dimension, 1960 auf Französisch: La Dimension inconnue
  • 1974: Das Smaragd-Ei
  • 1979: Ce que disent les rêves

Literatur

  • Anja Mendelssohn, in: Georg Wiesing-Brandes: Walter Benjamin. Das Pariser Adressbuch. Eine Biographie des Exils im Spiegel. Wädenswil: Nimus, 2025, S. 380
Commons: Ania Teillard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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