Anisodus

Gattung der Familie Nachtschattengewächse (Solanaceae) From Wikipedia, the free encyclopedia

Anisodus ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die etwa vier Arten sind vor allem in China verbreitet.

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Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Anisodus-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen und erreichen Wuchshöhen von selten nur 0,4 bis, meist 1 bis 1,5 Metern. Sie überdauern mittels einer fleischigen, rübenförmigen Wurzel. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl oder fein behaart.

Die Blattspreiten der Laubblätter sind eiförmig, elliptisch oder breit-lanzettlich, 8 bis 15 cm lang. Sie sind ganzrandig, gewellt oder unregelmäßig gezähnt.

Blüten

Die Blüten befinden sich einzeln und nickend in den Achseln an 1,5 bis 8 (11) Zentimeter langen Blütenstielen.

Der radiärsymmetrische Kelch ist bei einer Länge von 20 bis 35 (40) Millimetern und damit so lang oder leicht länger als die Kronröhre, breit-glockenförmig oder leicht urnenförmig, dick und filzig. Der Kelch endet mit fünf unregelmäßigen Kelchzähnen, diese sind kurz, breiter als lang, unterschiedlich geformt und auffällig mit zehn Rippen durchzogen. Die Krone ist bei einer Länge von 20 bis 40 (45) Millimetern breit-glockenförmig oder glocken-urnenförmig, besitzt fünf gleichgestaltige Kronzipfel, die deutlich breiter als lang sind und damit 1/3 bis 1/4 der Länge der Kronröhre haben und geöhrt und umgebogen sind. Die gleichgestaltigen Staubblätter stehen über die Krone hinaus, die Staubbeutel sind meist 5,5 bis 6,5 (5 bis 7) Millimeter lang, die geraden, mit kurzen Trichomen besetzten Staubfäden sind bis zu 1,5-mal länger als die Staubbeutel und nahe dem unteren Rand der Krone an dieser fixiert. Die Pollen sind mit 43,5 bis 48,5 µm mittelgroß. Der Fruchtknoten ist konisch, die Narbe scheibenförmig, die Nektarien ringförmig, dick und hervortretend.

Früchte und Samen

Die Früchte sind Pyxidien, eine Sonderform der Kapselfrüchte, diese sind kugelförmig und nur 1/2 bis 1/4 so lang wie der sich vergrößernde, gerippte, 3,5 bis 7,5 Zentimeter lange Kelch. Die Samen sind 3 bis 4 Millimeter lang, die Samenoberfläche ist kleingrubig.

Anisodus tanguticus

Chromomensätze

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12.

Vorkommen

Die etwa vier Arten der Gattung Anisodus kommen in Nepal, Indien, Bhutan und China vor. Zwei Arten (Anisodus acutangulus und Anisodus carniolicoides) sind ausschließlich in China zu finden. Eine Art (Anisodus tanguticus) kommt in Nepal, Tibet und China vor. Die meistverbreitete Art, Anisodus stramoniifolius, ist in allen vier Ländern zu finden. In China wachsen sie in den Bergen in Höhenlagen von 2000 bis 4500 Metern.

Systematik

Die Gattung Anisodus wurde 1824 von Curt Polycarp Joachim Sprengel in Systema vegetabilium [Caroli Linnaei ... ]. Editio decima sexta = 16. Auflage, Band 1, Seite 512 und 699 aufgestellt. Sprengel übernahm diesen Namen von Johann Heinrich Friedrich Link. Die Typusart ist Anisodus luridus Link.

Die Gattung Anisodus enthält etwa vier Arten:

Literatur

  • Armando T. Hunziker: The Genera of Solanaceae. A.R.G. Gantner Verlag K.G., Ruggell, Liechtenstein 2001. ISBN 3-904144-77-4.
  • Zhi-Yun Zhang, Anmin Lu und William G. D’Arcy: In: Z. Y. Wu, P. H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 17: Verbenaceae through Solanaceae, Science Press, Peking und Missouri Botanical Garden Press, St. Louis, 1994. Anisodus. S. 304–305 - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise

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