Anja Hauptmann

deutsche Liedtexterin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anja Hauptmann (* 15. Juni 1941 in München; † 11. September 2025 in Bad Belzig) war eine deutsche Fernsehansagerin, Sängerin, Liedtexterin und Übersetzerin.

Leben

Anja Hauptmann wurde 1941[1] als Tochter Benvenuto Hauptmanns (1900–1965) und dessen vierter und letzter Ehefrau Barbara, geb. Kemp (1908–1982) in München[2] geboren. Ihr Vater war ein Sohn des Schriftstellers Gerhart Hauptmann, ihre Mutter die Tochter der Opernsängerin Barbara Kemp.[3] Sie hatte einen Halbbruder, den Physiker Arne Hauptmann (1932–1992).[4]

Die Kindheit und Schulzeit verlebte Hauptmann abwechselnd in Deutschland und der Schweiz. In München absolvierte sie die Mittlere Reife, in Zürich eine Dolmetscherschule. 1961 nahm sie Schauspielunterricht bei Hilde Körber und machte eine Ausbildung als Autorin.[2] Als Schauspielschülerin wurde sie an der Münchner Otto Falckenberg Schule aufgrund ihrer Größe von 1,86 m von Gerd Brüdern abgelehnt.[5]

1966 bekam Hauptmann einen Sohn, den späteren Musiker Emanuel Hauptmann, den sie allein großzog.[2][6] 1996 wechselte sie den Wohnsitz von München nach Berlin. In den 2020er-Jahren zog sie in ein Seniorenheim in Bad Belzig und starb dort am 11. September 2025 an Organversagen.[7][8]

Wirken

Von 1961 an arbeitete Hauptmann beim neu gegründeten ZDF in Wiesbaden und Mainz. Ab Sendestart 1963 bis 1964[2] gehörte sie zu den ersten Ansagerinnen.[9]

1964 wieder in München, schrieb Hauptmann Liedtexte und Libretti, so für Katja Ebstein, Daliah Lavi, Rex Gildo, Su Kramer, Lena Valaitis und Curd Jürgens.[2][5] Sie wurde auch Übersetzerin aus dem Englischen, beispielsweise für Gedichte von Rudyard Kipling und Liedtexte von Leonard Cohen. Außerdem übersetzte sie zahlreiche Musical-Texte, darunter Jesus Christ Superstar (1970) und Dirty Dancing.[10][5] Des Weiteren verfasste sie Bühnensketche für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft, Liedertexte für Kindersendungen in Funk und Fernsehen und war in beiden Medien auch Sprecherin in Werbespots.[2]

Als freie Journalistin arbeitete Hauptmann für Illustrierte und Tageszeitungen und führte insbesondere Interviews mit Prominenten.[2]

1975 brachte Hauptmann das von ihr gesungene und getextete Album Mein Kind heraus; auf dem Cover waren sie und ihr Sohn abgebildet.[11][12] Zu diesem Album entstand ein Jahr später die 45-minütige ZDF-Produktion Mein Kind, Lieder von und mit Anja Hauptmann.[13]

1982 gründete Hauptmann ihr AHA-Tonstudio & Musikverlag, das sie bis 1992 führte. Regisseur Helmut Dietl engagierte sie für seine Serien als Kleindarstellerin.[2]

Werke

Alben

Single

  • 1976: Hey Lange / Schenk mir zum Geburtstag eine Tarnkappe[14]

Filme

Textübersetzungen (Auswahl)

Einzelnachweise

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