Anna Fehrle

deutsche Bildhauerin und Kunsthandwerkerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anna Fehrle (* 19. Juni 1892 in Schwäbisch Gmünd; † 26. März 1981 ebenda) war eine deutsche Bildhauerin, Krippenkünstlerin und Kunsthandwerkerin.[1] Sie gilt als Erneuerin der Krippenkunst.[2]

Leben und Werk

Anna Fehrle bildete sich unter dem Einfluss ihres Bruders Jakob Wilhelm Fehrle ab 1920 autodidaktisch zur Bildhauerin und Krippenkünstlerin. 1922 stellte sie erstmals mit ihrem Bruder Jakob Wilhelm Fehrle, ihrer Schwägerin Klara Fehrle und dem gemeinsamen Freund Reinhold Nägele im Kunsthaus Schaller in Stuttgart aus. Bis Mitte der 1920er Jahre hatte sie sich zur professionellen Kunsthandwerkerin entwickelt und gestaltete Weihnachtskrippen, Teppiche und Puppen, die dann Reinhold Nägele zu seinen Puppenstillleben inspirierten. Anna Fehrle nahm an diversen Ausstellungen und Messen in Leipzig und Frankfurt/Main teil.[3]

Fehrles Krippenfiguren haben holzgeschnitzte und bemalte Köpfe, Hände und Füße. Die Körper bestehen aus stoffumwickelten Drahtformen. Für die Kleidung verwandte Fehrle kostbare und seltene Textilien, etwa alte Brokatstoffe und Spitzen. Auffälliges Detail sind die sorgfältigen Faltenwürfe und eine lebendige, fantasiereiche Körperhaltung. Diese Art der Fertigung macht Anna Fehrles Krippenfiguren zu kunsthandwerklichen Meisterwerken. Für die sogenannte „Musberger Krippe“ beauftragte Pfarrer Fritz Langbein für die evangelische Gemeinde in Musberg 1934 zunächst eine Heilige Familie. Bis 1960 wurde die Krippe stetig auf 150 Figuren ergänzt, wobei zahlreiche Szenen des Matthäus-Evangeliums dargestellt wurden.[4][5]

Fehrles Figuren finden sich in Familien, Kirchengemeinden, Museen und auch bei Sammlern im In- und Ausland.[5]

Ausstellungen (Auswahl)

Werke von Fehrle sind im RELíGIO – Westfälisches Museum für religiöse Kultur zu sehen.[2]

Gruppenausstellungen

Einzelausstellungen

  • 1982: Gedächtnisausstellung im Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd
  • 2021/22: Die Musberger Krippe von Anna Fehrle, Museum im Hirsch, Remshalden[6]
  • 2023/24: Schau, das Christkind. Die Musberger Krippe von Anna Fehrle, Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd[7]
  • 2025/26: „Krippen von Anna Fehrle“, Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd[5]

Literatur

  • Eugen Schopf: Agnes Fehrle / Gmünder Puppen. In: Gmünder Kunst. IV Gmünder Kunst der Gegenwart. Greiner & Pfeiffer, 1924, S. 173183.
  • Agnes Herkommer: Der Gmünder Künstlerin Anna Fehrle zum 85. Geburtstag am 19. Juni 1977. In: Einhorn-Jahrbuch Schwäbisch Gmünd. 1977, ISSN 0723-0877, S. 118124.
  • Agnes Herkommer: Der Gmünder Künstlerin Anna Fehrle zum Gedächtnis. Nachruf. In: Ostalb - Einhorn. Band 8, 1981, ISSN 0170-6799, S. 158159.
  • Anna Fehrle. In: Hans-Dieter Mück: Stuttgarter Sezession – Ausstellungen 1923–1932, 1947. Unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Lothar Späth. Hrsg.: Städtische Galerie Böblingen, Galerie Schlichtenmaier Grafenau. Band 1. Grafik Druck GmbH Stuttgart, Stuttgart 1987, ISBN 3-89298-009-8, S. 122 f.
  • Ralf Treumann: Anna Fehrles "Musberger Krippe". In: "Uns ist ein Kind geboren ...". Alte und neue Weihnachtskrippen. Ausstellungskatalog. Kornwestheim 1995, S. 2223.
  • Hans Gottfried Stockhausen: Anna Fehrle: Krippen - Puppen - Perlen - Teppiche. In: Buocher Hefte. Band 25, 2005, ISSN 0177-7866, S. 315.
  • Christel Fezer: Anna Fehrle und die Musberger Krippe. In: Buocher Hefte. Band 42, 2022, ISSN 0177-7866, S. 5155.

Einzelnachweise

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