Anna Lindal

schwedische Geigerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anna Lindal (* 15. Juni 1954) ist eine schwedische Geigerin, die auch als Hochschullehrerin tätig war.

Anna Lindal (2022 beim Moers Festival)

Leben und Wirken

Lindal stammt aus einer Musikerfamilie; ihr Großvater ist der griechische Komponist Nikos Skalkottas, ihre Großmutter die litauische Geigerin Mathilde Temko, und ihre jüngere Schwester ist die Geigerin Eva Lindal. Sie wuchs in Stockholm auf und studierte von 1967 bis 1973 an der Königlichen Musikhochschule Stockholm sowie in Luzern und Winterthur.

Von 1973 bis 1978 war Lindal Mitglied der Lucerne Festival Strings, von 1979 bis 1981 gehörte sie zum Sinfonieorchester Basel und zum Basler Rundfunkorchester und von 1981 bis 1983 zum Sinfonieorchester St. Gallen. Zwischen 1983 und 2001 war sie Konzertmeisterin des Kungliga Filharmoniska Orkestern in Stockholm. Sie war Mitglied des Trio Des Lyres, des Trio Merdre, des Streichquartetts Alba und des Tangoquintetts Tango Libre.

1995 wurde Lindal zum Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie ernannt; sie fungierte bis 2012 als deren Vizepräsidentin.[1]

Von 2002 bis 2008 lehrte Lindal als Professorin für Violine an der Königlichen Musikhochschule Stockholm.[1] Derzeit arbeitet sie als freischaffende Violinistin. Sie ist Mitglied zahlreicher Kammermusikensembles und Improvisationsgruppen wie Sonanza, Lipparella, JAAS, Skogen, Bäver, Kommun, Ensemble Makadam sowie Mats Gustafssons Fire! Orchestra und tritt regelmäßig als Solistin auf. Ihre künstlerischen Forschungsschwerpunkte liegen auf Interpretation/Improvisation sowie dem Spannungsfeld zwischen Tradition/Konvention und zeitgenössischen Ausdrucksformen.

Lindal arbeitete mit zahlreichen zeitgenössischen Komponisten zusammen; ihr wurden zahlreiche Kompositionen gewidmet. Als Interpretin Neuer Musik veröffentlichte sie seit 1998 zwei Soloalben mit Werken von John Cage, Christian Wolff sowie verwandten Komponisten wie György Kurtág oder Hans Otte. Sie ist auch auf Aufnahmen mit dem Alex Zethson Ensemble und dem Ensemble VÅR zu hören.

Preise und Auszeichnungen

2005 wurde Lindal mit der Medaille Litteris et Artibus ausgezeichnet, 2023 erhielt sie die Medaljen för tonkonstens främjande (Medaille zur Förderung der Musikkunst) der Schwedischen Musikakademie.

Diskografie (Auswahl)

  • 1989 – Trio des Lyres: Livsstråk
  • 1998 – Violin Alone
  • 1998 – Chris Newman: Compassion
  • 1999 – Lars Hallnäs: Wo der Wind den Steg umwehet
  • 2001 – Sitting Silently
  • 2003 – Anders Hillborg: Violin Concerto No. 1
  • 2012 – Weman, Lindal, Perkola, EricssonTrio Sonatas
  • 2014 – Marie Samuelsson: Solgudinnan
  • 2015 – Skuggorna och Ljuset, Magnus Granberg: Would Fall From the Sky, Would Wither and Die (mit Erik Carlsson, Kristine Scholz, Leo Svensson, Magnus Granberg)
  • 2016 – JAAS: Slowly Rocking (mit David Stackenäs, Henrik Olsson, Johan Arrias, Vilhelm Bromander)
  • 2017 – Lipparella, Kent Olofsson: Champs d'Étoiles
  • 2020 – Anna & Eva Lindal: Bäver
  • 2021 – Lipparella: Hidden Voices
  • 2022 – Lipparella, Walter Zimmermann: Chantbook for Lipparella
Commons: Anna Lindal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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