Anna Maria Bernini

italienische Politikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anna Maria Bernini (* 17. August 1965 in Bologna) ist eine italienische Rechtswissenschaftlerin und Politikerin (FI). Seit 2022 ist sie Forschungsministerin im Kabinett Meloni.

Anna Maria Bernini (2024)

Leben und Wirken

Bernini studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bologna, wo sie 1991 ihren Abschluss machte. Anschließend verblieb sie als außerordentliche Professorin an der Universität und lehrte nationales und internationales Schiedsrecht. 1995 wurde Bernini zur italienischen Anwaltschaft zugelassen und trat in die Kanzlei ihres Vaters ein, wo sie hauptsächlich im Zivil- und Verwaltungsrecht tätig war. Ihre Kanzlei fusionierte 2005 mit Baker McKenzie.

2007 gehörte Bernini gemeinsam mit Gianfranco Fini und Adolfo Urso zu den Gründungsmitgliedern der Fondazione Farefuturo, einer rechtsgerichteten Denkfabrik.[1] Bei den Parlamentswahlen in Italien 2008 kandidierte sie im Wahlkreis Emilia-Romagna für die Alleanza Nazionale für die Camera dei deputati und zog über einen Listenplatz ins Parlament ein. Dort gehörte sie unter anderem dem Verfassungsausschuss, dem Ausschuss für Amtsenthebungsverfahren und der Parlamentskommission zur Umsetzung des Fiskalföderalismus an. 2010 kandidierte Bernini bei der Regionalwahl in der Emilia-Romagna für das Amt der Regionalpräsidentin, unterlag mit 36,73 % der Stimmen aber Vasco Errani.[2]

Anna Maria Bernini mit Silvio Berlusconi (2019).

Im Juli 2011 galt sie als Favoritin auf die Nachfolge von Angelino Alfano als Justizministerin im Kabinett Berlusconi IV. Allerdings wurde sie „nur“ auf den schon lange vakanten Posten der Europaministerin berufen.[3] Dieses Amt hatte sie inne, bis im November 2011 die komplette Regierung zurücktrat.

Bei den Parlamentswahlen in Italien 2013 kandidierte Bernini für den Senato della Repubblica. Als Spitzenkandidatin für Il Popolo della Libertà wurde sie im Wahlkreis Emilia-Romagna zur Senatorin gewählt.[4] Nach der Auflösung von Il Popolo della Libertà schloss Bernini sich der neugegründeten Forza Italia an,[5] wo sie zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Senat und im März 2024 zum Präsidiumsmitglied gewählt wurde.[6] Bei den Parlamentswahlen 2018 gelang ihr die Wiederwahl als Senatorin.[7]

Bei den vorgezogenen Neuwahlen 2022 kandidierte Bernini im Wahlkreis Venetien für den Senat und wurde abermals wiedergewählt.[8] Nach dem Sieg der Mitte-Rechts-Koalition bei den Wahlen und der anschließenden Regierungsbildung unter Giorgia Meloni wurde Bernini im Oktober 2022 als Ministerin für Universität und Forschung in deren Kabinett berufen.[9] In dieser Funktion setzte sie sich unter anderem für eine Reform der Zulassungsverfahren für die Studiengänge Medizin, Zahnmedizin und Veterinärmedizin ein, um die Zahl der Absolventen entsprechend dem Bedarf des Nationalen Gesundheitsdienstes zu steigern.[10] Im September 2024 legte sie einen Gesetzentwurf vor, womit die Karrieren von Universitätsforschern reformiert werden sollte. Nach anhaltender Kritik aus dem akademischen Betrieb stoppte sie im Februar 2025 das Gesetzgebungsverfahren.[11]

Privat

Bernini war von 2003 bis zu dessen Tod im Jahr 2011 mit dem 1935 geborenen Gynäkologen Luciano Bovicelli verheiratet.[12] Später befand sie sich in einer Beziehung mit dem Journalisten Alessandro De Angelis.[13]

Commons: Anna Maria Bernini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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