Anne Noble

neuseeländische Fotografin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anne Lysbeth Noble ONZM (* 1954 in Whanganui, Neuseeland) ist eine neuseeländische Fotografin und Hochschullehrerin. Sie zählt zu den bekanntesten und angesehensten zeitgenössischen Fotografinnen Neuseelands und ist emeritierte Professorin für Bildende Kunst am Massey University College of Creative Arts, Toi Rauwharangi. Sie wurde 2003 für ihre Verdienste um die Fotografie mit dem New Zealand Order of Merit ausgezeichnet.[1][2]

Anne Moble, 2020

Leben und Werk

Noble besuchte 1965 das Internat des römisch-katholischen Mädchengymnasiums Erskine College in Island Bay in Wellington und danach 1970 das Whanganui Girls' College in Wanganui. Anschließend studierte sie in Auckland an der School of Fine Arts, wo sie einen Bachelor of Fine Arts und einen Master of Fine Arts erwarb.[3]

Werke

Ihr Werk umfasst Landschaftsfotografie, Dokumentarfotografie und Installationen mit Stand- und Bewegtbildern. Die Fotoserie Wanganui River, brachte ihr 1980 erstmals nationale Aufmerksamkeit. Von 1998 bis 2006 entstand ihre Serie Ruby’s Room, die sich in der Sammlung des Musée du Quai Branly in Paris befindet, in der sie die Kindheit auf eine unkonventionelle Weise darstellte. Sie dokumentierte gemeinsam mit ihrer Tochter die vielfältigen Mundbewegungen von Kindern beim Essen und Spielen. Diese Serie wurde 2007 vom Musée du Quai Branly in Paris als Hauptausstellung zeitgenössischer Fotografie für die erste Paris Photo Quai Biennale ausgewählt. Dreißig Fotografien aus der Serie wurden 2011 von Te Papa Tongarewa für deren Sammlung erworben.[4]

Seit 2001 forschte und fotografierte sie die Antarktis. In einem Projekt, das sie zu Antarktiszentren weltweit und in die Antarktis selbst geführt hat, untersucht sie die kulturelle Konstruktion von Orten und wie unser Wissen über diese Orte durch Repräsentation und Imagination geprägt wird. 2008 gewann sie ein Stipendium der US-amerikanischen National Science Foundation für Künstler und Schriftsteller, um in der Antarktis zu reisen und an diesem Projekt zu arbeiten. Noble besuchte von Neuseeland aus die Antarktis sowohl auf einem Touristenschiff als auch im Rahmen des neuseeländischen Antarktisprogramms. Anlässlich der Veröffentlichung von Gender On Ice war Noble Gast des Künstler- und Schriftstellerprogramms der US-amerikanischen National Science Foundation.

Noble ist im weitesten Sinne eine Antarktis-Kuratorin und lieferte durch ihr umfangreiches Werk sowie ihre redaktionelle Mitarbeit an der Antarktis-Sonderausgabe des New Zealand Journal of Photography von 2007 eine Kulturgeschichte der Antarktis-Darstellung. Nobles Antarktis-Serie entstand größtenteils von 2001 bis 2014. Sie erstellte eine Reihe von Bildern und Artefakten, die in einer neuseeländischen Galerie ausgestellt wurden. Diese thematisierten sowohl die Kommerzialisierung der Antarktis als auch den Kunstmarkt, in dem ihre Arbeiten über die Antarktis Bedeutung und Wert erlangen, da sie Wissen über den am wenigsten erschlossenen Ort der Erde verbreiten. Noble wurde zu ihrer Antarctic Shopping Party inspiriert, als sie auf die Organisation Antarctic-Link in Canterbury stieß. Eines ihrer Hauptziele ist es, ein marktfähiges Antarktis-Produktsortiment für Christchurch zu entwickeln, um die Stadt als Tor zur Antarktis zu positionieren. Inspiriert von Souvenirs aus Touristenläden entwarf sie Konsumgüter wie antarktisförmige Kuchen und Kekse, ein Kontinent-Puzzle sowie CDs und Videokassetten mit Antarktis-Motiven. In ihrem Projekt Whiteout thematisiert Noble eine visuelle Art von Verlust, indem sie ihre Linse auf antarktische Eislandschaften richtet, denen Horizont, Farbfelder und jegliche konventionelle Orientierungspunkte fehlen.[5]

Ausgehend von der Idee, dass die Fotografie an der Entwicklung einer antarktischen Wirtschaft beteiligt ist, entdeckt Noble Karten an offensichtlichen und ungewöhnlichen Orten. Zwischen aufblasbaren Weltkarten aus Plastik und anderen alltäglichen Fundstücken findet sich in der Antarktiskarte von British Petroleum aus dem Jahr 1955 eine Erinnerung an die frühe Beteiligung von Konzernen. Nach einem Hinweis während ihres Aufenthalts auf der neuseeländischen Scott-Station entdeckte Noble eine Karte im Archiv des Canterbury Museums in Christchurch. Die BP-Karte hat die Form eines Brettspiels und ist ein zufälliger Zeuge des als selbstverständlich angesehenen Einflusses petrochemischer Konzerne auf die Entstehung des antarktischen Raums.[6]

Weitere ihrer Projekte untersuchten den Platz und die Rolle von Bienen und von Bäumen in der Umwelt. Sie fertigte 2016/16 Porträts 15 toter Bienen an, um die Honigbiene und ihre zunehmend fragile Stellung in unserer Welt zu erforschen. Ihre Forschung begann im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums, als Noble als internationale Künstlerin am Columbia College in Chicago tätig war.[7]

2001 wurde ihr Werk mit einer Retrospektive und einem umfangreichen Buch über 20 Jahre ihres Schaffens gewürdigt. Die von der Dunedin Public Art Gallery initiierte Ausstellung tourte von 2001 bis 2003.

Ihre Werke wurden national und international ausgestellt und befinden sich in Sammlungen weltweit.

Auszeichnungen (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2008: Ice Blink: Antarctic Photographs, Centre for Contemporary Photography, Melbourne,
  • 2007: Antarctica: Joyce Campbell, Anne Noble, Connie Samaras, Pitzer Galleries Claremont College, Los Angeles
  • 2007: Reveries: Photography and Mortality, National Portrait Gallery, Canberra
  • 2006: ICONICA: The connection between contemporary art and reality, Patio Herreriano, Museo de Arte Contemporaneo, Valladolid, Spanien
  • 2005: In Cold Light, Centre for Contemporary Photography, Melbourne
  • 2005: Anne Noble: Ruby's Room, Spielhaus Morrison Gallery, Berlin
  • 2005: Critic's Choice, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin
  • 2005: High Chair: New Zealand Artists on Childhood, St Paul St, Auckland
  • 2004: The Line Between Us, Monash University Museum of Art, Melbourne
  • 2002: Slow Release: Recent photography from New Zealand im Heide Museum of Modern Art, Melbourne
  • 1998: Observed and Contrived: Recent International Photography in der Queensland Art Gallery
  • 1993: Asia Pacific Triennial in Brisbane[10]

Sammlungen (Auswahl)

  • Sammlung Angela Morton, Takapuna-Bibliothek
  • Sarjeant Gallery Te Whare oder Rehua Whanganui
  • Aigantighe Kunstgalerie
  • Auckland Art Gallery Toi o Tāmaki
  • Christchurch Art Gallery Te Puna o Waiwhetū
  • Universität von Auckland
  • Hocken-Sammlungen Uare Taoka o Hākena
  • Macmillan Brown Bibliothek, Universität von Canterbury
  • Museum von Neuseeland Te Papa Tongarewa[11]
Commons: Anne Noble – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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