Antal Lisziewicz
ungarischer Mathematiker und Optikkonstrukteur
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Antal Lisziewicz (* 11. November 1932 in Budapest; † 24. Juni 2022 ebenda) war ein ungarischer Mathematiker und Optikkonstrukteur. Für die Entwicklung von Cine-Objektiven wurde er 1989 mit dem Oscar für technische Verdienste ausgezeichnet.

Leben
Antal Lisziewicz wurde 1932 in Budapest geboren.[1]
Er besuchte das Reformierte Gymnasium in Budapest und studierte anschließend Angewandte Mathematik an der Fakultät für Mathematik, Physik und Chemie der Eötvös-Loránd-Universität.[1] Während des Studiums beteiligte er sich an der Forschungsarbeit der elektrotechnischen Gruppe des Instituts für Angewandte Mathematik der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, wo er sich mit der Bestimmung der Einschaltzeit von Hochgeschwindigkeitsrelais befasste.[1] Nach Abschluss seines Studiums 1955 erhielt er eine Anstellung in der Abteilung für optische Konstruktion des Optikherstellers Magyar Optikai Művek (MOM).[1] Seine Diplomarbeit beschäftigte sich mit dem „Entwurf optischer Systeme“.[1]
Bei MOM war Lisziewicz von 1955 bis 1957 als optischer Konstrukteur tätig, danach leitete er von 1957 bis 1967 die Geodäsie-Gruppe des Unternehmens.[1] Von 1967 bis 1974 leitete Lisziewicz die Abteilung für optische Konstruktion und war dann von 1974 bis 1981 Abteilungsleiter des Zentralen Optischen Labors des Unternehmens.[1] Ab 1981 war Lisziewicz Chefkonstrukteur der Abteilung für optische Konstruktion.[1]
1984 legte Lisziewicz sein Doktoratsexamen ab.[1] In den 1980er und 1990er Jahren hielt er Vorlesungen über den Entwurf optischer Systeme für Mathematik- und Ingenieurstudenten an der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Budapest.[1]
Ende der 1980er Jahre verließ Lisziewicz aufgrund der immer begrenzteren Entwicklungsmöglichkeiten in der ungarischen Instrumentenindustrie seine Heimat und nahm eine Anstellung bei der Isco-Optic GmbH in Göttingen als Chefkonstrukteur für die Entwicklung spezieller optischer Systeme an.[1] Bei Isco-Optic arbeitete Lisziewicz gemeinsam mit Glenn M. Berggren an den anamorphotischen Aufnahme- und Projektionsobjektiven der Ultra-Star-Serie, für die beide 1989 mit dem Oscar für technische Verdienste ausgezeichnet wurden.
Anfang der 2000er Jahre kehrte Lisziewicz nach Ungarn zurück und engagierte sich in der Gedenkstiftung der Ungarischen Optischen Werke (Magyar Optikai Művek Emlékalapítvány).[1]
Lisziewicz starb am 24. Juni 2022 im Alter von 89 Jahren in Budapest.[1] Seine Tochter ist die Biologin und Chemikerin Julianna Lisziewicz.
Auszeichnungen
- 1974: Auszeichnung als herausragender Erfinder (Kiváló Feltaláló)[2]
- 1975: Staatspreis der Ungarischen Volksrepublik, II. Klasse, geteilt[2]
- 1989: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Antal Lisziewicz und Glenn M. Berggren (beide ISCO-OPTIC GmbH), „für das Design und die Entwicklung der Ultra-Star-Serie von Kinofilmobjektiven“[3]
Weblinks
- Antal Lisziewicz bei academycollection.org