Anthering

Gemeinde im Bezirk Salzburg-Umgebung, Land Salzburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Anthering (Ãdaring im Flachgauer Dialekt) ist eine Landgemeinde im Norden des österreichischen Bundeslandes Salzburg mit 3733 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025). Sie liegt 9 km nördlich der Landeshauptstadt Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Anthering
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Anthering
Anthering (Österreich)
Anthering (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Land Salzburg Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 25,28 km²
Koordinaten: 47° 52′ N, 13° 1′ O
Höhe: 422 m ü. A.
Einwohner: 3.733 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 148 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5102
Vorwahl: 06223
Gemeindekennziffer: 5 03 02
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Gartenweg 2
5102 Anthering
Website: www.anthering.at
Politik
Bürgermeister: Alois Mühlbacher (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2024)
(21 Mitglieder)
2
4
13
2
2 4 13 2 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Anthering im Bezirk Salzburg-Umgebung
Lage der Gemeinde Anthering im Bezirk Salzburg-Umgebung (anklickbare Karte)BergheimHinterseeSalzburg
Lage der Gemeinde Anthering im Bezirk Salzburg-Umgebung (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Anthering
Blick auf Anthering
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Die Gemeinde Anthering hat eine Fläche von 25,28 Quadratkilometer und liegt nördlich des Salzburger Beckens in der Flyschzone, eingebettet zwischen dem Haunsberg im Norden (mit der Gemeindegrenze zu Nußdorf am Haunsberg) und dem Hochgitzen im Süden (in der Gemeinde Bergheim). Im Westen bildet die Salzach die Gemeindegrenze und gleichzeitig die Staatsgrenze zu Bayern; östlich von Anthering liegt das Gemeindegebiet der Kleinstadt Seekirchen am Wallersee.

Im Gemeindegebiet von Anthering befindet sich entlang der Salzach die Antheringer Au, teilweise ehemaliges Überschwemmungsgebiet der Salzach und ganzjährig genutztes Naherholungsgebiet. Zusammen mit der nördlich angrenzenden, bereits renaturierten Weitwörther Au wird die Antheringer Au ab 2029 den Naturpark Salzachauen bilden.[1][2]

Gemeindegliederung

Anthering besteht aus den beiden Katastralgemeinden

  • Acharting
  • Anthering

Als Ortschaften (im verwaltungstechnischen Sinn) befinden sich in der politischen Gemeinde Anthering (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

  • Acharting (222) samt Mühlbach und Reitbach
  • Anthering (1645)
  • Anzfelden (27)
  • Berg (143) samt Bergassing und Wimpasing
  • Gollacken (185) samt Gaizenberg und Schmieding
  • Kobl (44)
  • Lehen (978)
  • Ried (67)
  • Schönberg (73)
  • Trainting (91) samt Gaspading, Hutzing und Schwaig
  • Wald (90) samt Raith
  • Wurmassing (28)
  • Würzenberg (140) samt Buchstätt, Doppl, Kirschberg, Mitterstätt und Schmiedsberg

Anthering ist Teil des Gerichtsbezirks Seekirchen am Wallersee.

Nachbargemeinden

Nußdorf am Haunsberg Obertrum am See
Bayern (D) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Seekirchen am Wallersee
Bergheim Elixhausen

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Anthering war bereits während der Römerzeit von etwa kurz vor Christi Geburt bis 500 besiedelt, was Funde von Gegenständen aus jener Zeit belegen.

Die jetzige Ansiedlung ist eine bajuwarische Gründung aus dem 6. Jahrhundert. Der Name Anthering geht zurück auf den Personennamen Antari (oder Anthari) und bezeichnet mit der Endung -ing ursprünglich die Wohnstätte einer Person dieses Namens und seiner Angehörigen.[4] Der Ort soll ursprünglich schon 788 als Antheringen in der Notitia Arnonis erwähnt sein[4]; man nahm aber den Beleg von 790 ad Antheringas als ersten sicheren Beleg an und feierte das 1200-jährige Jubiläum der Gemeinde folglich erst im Jahr 1990.

Im Verlauf der Franzosenkriege kurz nach 1800 zog das Heer Napoleons durch das Gebiet von Anthering, wo der Feldherr auch übernachtet haben soll.

Heute ist Anthering als Landgemeinde geprägt vom dörflichen Charakter mit einer großen Anzahl an kleinen Ansiedlungen. Es weist die für einen solchen Ort übliche Infra- und Sozialstruktur auf (Grundschule, Gemeindeeinrichtungen, Freiwillige Feuerwehr, Musikkapelle etc.).

Bevölkerungsentwicklung

Anthering: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.044
1880
 
1.063
1890
 
1.111
1900
 
1.134
1910
 
1.063
1923
 
1.140
1934
 
1.244
1939
 
1.288
1951
 
1.938
1961
 
1.658
1971
 
2.024
1981
 
2.408
1991
 
2.681
2001
 
3.108
2011
 
3.550
2021
 
3.722
2025
 
3.733
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Anthering

Bauwerke

  • Katholische Pfarrkirche Anthering Mariä Himmelfahrt
  • Kapellen
  • Bauernhöfe[5] und Brechlbäder
  • Maunzteufel (Skulptur)[6]
  • Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege (1950 errichtet; Ehrenmal mit der Plastik eines knieenden Kriegers vor einem Kreuz, am Sockel eine Inschrift in Gold; Anlage mit kleinen Grünflächen, abgetreppten Mauern und einer Wand mit erhöhtem, rund abschließendem Mittelteil; seitlich mit zwei massiven Eisenketten abgeschlossen)[7][8]
  • Dreigerichtestein[9]

Theater

  • Theater Anthering (vormals Antheringer Laientheater)[10]

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Aperschnalzen der örtlichen Schnalzergruppe im Jänner und Februar
  • Frühjahrskonzert der MK Anthering[11]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den 88 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 67 Vollerwerbsbauern. Im Produktionssektor arbeiteten 221 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 198 in der Bauwirtschaft und zwei in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (191) und soziale und öffentliche Dienste (105 Mitarbeiter).[12][13][14]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 88 96 100 136
Produktion 44 26 421 124
Dienstleistung 193 88 512 380
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Im Jahr 2011 lebten 1921 Erwerbstätige in Anthering. Davon arbeiteten 468 in der Gemeinde, mehr als drei Viertel pendelten aus. Dafür kamen 575 Menschen aus der Umgebung zur Arbeit nach Anthering.[15]

Verkehr


 Arbeitsmarkt 
lokal beschäftigtAuspen...Auspendler anderer ...Auspen...Einpendle...Einpendler ande...Einpendler anderes Bun...lokal beschäftigtAuspendler andere GemeindeAuspendler anderer BezirkAuspendler anderes BundeslandEinpendler andere GemeindeEinpendler anderer BezirkEinpendler anderes Bundesland

Politik

Gemeindeamt

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 69,4 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
59,6 %
(−7,3 %p)
18,9 %
(+7,5 %p)
12,6 %
(+2,4 %p)
8,9 %
(−2,7 %p)
20192024

Die Gemeindevertretung hat seit 2014 insgesamt 21 Mitglieder.


 Mandate 
051015202520042009201420192024FPÖGRÜNESPÖÖVPListe für sparsame Verwaltung

Bürgermeister

  • bis 2004 Alois Ehrenreich
  • 2004–2024 Johann Mühlbacher (ÖVP)[20]
  • seit 2024 Alois Mühlbacher (ÖVP)

Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist: „In rotem Schild aufwärtsgekreuzt ein goldener und ein silberner Schlüssel über einem aufragenden steinernen Schrannentisch.“[21]

Persönlichkeiten

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Literatur

  • Alois Ehrenreich: Heimat Anthering: aus der Geschichte einer Flachgauer Landgemeinde; altes Bauernland zwischen Haunsberg und Salzach. (Hrsg. von der Gemeinde Anthering zur Feier der ersten Nennung des Namens vor 1200 Jahren.) Gemeinde Anthering, Anthering 1990.
Commons: Anthering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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