Anthony Chen

Singapurischer Filmregisseur (* 1984) From Wikipedia, the free encyclopedia

Anthony Chen (* 18. April 1984) ist ein singapurischer Filmregisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor.

Anthony Chen (2013)

Leben

Chen wurde am 18. April 1984 als Sohn von Bernard und Joan Tai geboren. Schon in jungen Jahren am Film interessiert, besuchte Chen die Nan Hua Primary School und die Chinese High School.[1] Anschließend studierte er an der School of Film and Medienwissenschaften des Ngee Ann Polytechnic.[1] Sein Abschlussfilm G-23 (2005), wurde auf verschiedenen internationalen Filmfestivals gezeigt und gewann Preise in Frankreich, Korea und Belgien.[2]

Chen heiratete Rachel Yan, die er 2007 in London kennengelernt hatte.[3] Ihr Sohn wurde im August 2018 geboren.[4] Chen und seine Familie leben seit August 2022 in Hongkong.[5][6]

Karriere

Kurzfilme

2007 und 2008 führte Chen bei Ah Ma beziehungsweise Haze Regie. Beide Werke erhielten wohlwollende Kritiken.[3] Ah Ma erhielt eine besondere Erwähnung im Kurzfilmwettbewerb der renommierten Internationalen Filmfestspiele von Cannes und war damit der erste singapurische Film, der bei diesem Festival einen Preis gewann.

Nach seinem Militärdienst wurde Chen an der National Film and Television School (NFTS) im Vereinigten Königreich aufgenommen. Nach seinem Abschluss im Jahr 2010 erschienen noch im selben Jahr seine zwei Kurzfilme Distance und Lighthouse. Es folgten Karang Guni (2012) und Homesick (2013).[3] The Break Away (2021) ist Chens Kurzfilmbeitrag zur Anthologie The Year of the Everlasting Storm, die bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2021 ausgewählt wurde.[7]

Spielfilme

Ilo Ilo, Chens erster Spielfilm, kam am 29. August 2013 in die Kinos in Singapur.[8] Chen war Regisseur, Produzent und Drehbuchautor des Films.[9] Laut Chen wurde der Film von einer echten Haushaltshilfe inspiriert, die in seiner Kindheit für seine Familie arbeitete.[10] Nach seiner Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013 erhielt Chen den Preis Caméra d’Or.[11] Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong würdigte Chens Leistung und gratulierte ihm sowie der Besetzung des Films auf Facebook.[12] Im Oktober 2013 gewann Ilo Ilo anschließend die Sutherland Trophy für den besten Erstlingsfilm beim London Film Festival.[13] Für den Film erhielt er weitere Ehrungen.[14][15] Außerdem wurde der Film von Singapur als Beitrag für den besten fremdsprachigen Film für die Oscarverleihung 2014 ausgewählt.

Im September 2015 wurde bekannt gegeben, dass Distance, bei dem Chen als Produzent und Drehbuchautor tätig war, das Golden Horse Film Festival 2015 in Taiwan eröffnen werde. Distance besteht aus Segmenten der drei Regisseure Xin Yukun, Tan Shijie und Sivaroj Kongsakul aus China, Singapur und Thailand.[16]

Im Frühjahr 2018 begann Chen mit der Produktion seines zweiten Spielfilms Wet Season, der ihn erneut mit den Ilo Ilo-Darstellern Yeo Yann Yann und Koh Jia Ler zusammenbrachte.[17] Der Film wurde beim Toronto International Film Festival uraufgeführt und anschließend für sechs Golden Horse Awards nominiert.[18][19] Zudem wurde der Film von Singapur als Beitrag für den besten internationalen Film für die Oscarverleihung 2021 ausgewählt.

Im Februar 2022 vollendete Chen seinen ersten chinesischen Spielfilm The Breaking Ice. Der Film wurde von Chen geschrieben und inszeniert und hat Zhou Dongyu, Liu Haoran und Qu Chuxiao in den Hauptrollen. Laut Variety erzählt der Film von der aufblühenden Beziehung zwischen drei jungen Erwachsenen in ihren Zwanzigern, angesiedelt über wenige Tage im Winter.[20] Der Film wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2023 in der Sektion Un Certain Regard uraufgeführt.[21] Zudem wurde der Film von Singapur als Beitrag für den besten internationalen Film für die Oscarverleihung 2024 ausgewählt.

Chens erster englischsprachiger Spielfilm Drift, wurde beim Sundance Film Festival 2023 uraufgeführt.[22] Der Film wurde in Griechenland gedreht und die Hauptrollen spielen Cynthia Erivo und Alia Shawkat.[23]

Im September 2025 unterzeichnete Chen einen offenen Brief von Film Workers for Palestine, in dem er sich verpflichtete, nicht mit israelischen Filminstitutionen zusammenzuarbeiten, „die in den Völkermord und die Apartheid gegen das palästinensische Volk verwickelt sind“.[24]

Sein fünfter Spielfilm Wo Men Bu Shi Mo Sheng Ren hatte seine Weltpremiere im Hauptwettbewerb der Berlinale 2026.[25]

Im Juni 2023 wurde Chen eingeladen, Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences zu werden.[26]

Filmografie (Auswahl)

  • 2005: G-23 (Regie, Buch)
  • 2007: Ah ma (Regie, Buch)
  • 2008: Haze (Regie, Buch)
  • 2010: Hotel 66 (Regie, Buch)
  • 2010: Lighthouse (Regie, Buch)
  • 2011: The Reunion Dinner (Regie, Buch)
  • 2013: Ilo Ilo (Regie, Produktion, Buch)
  • 2015: Zai jian, zai ye bu jian (Produktion, Buch)
  • 2017: Pop Aye (Produktion)
  • 2019: Wet Season (Regie, Produktion, Buch)
  • 2021: The Year of the Everlasting Storm (Regie, Produktion, Buch)
  • 2021: Ge ai (Regie, Produktion, Buch)
  • 2022: Ajoomma (Produktion)
  • 2022: Breaking Ice (Regie, Produktion, Buch)
  • 2023: Drift (Regie, Produktion)
  • 2023: The Cigarette (Regie, Buch)
  • 2024: Happyend (Produktion)
  • 2024: Crocodile Tears (Produktion)
  • 2024: Some Nights I Feel Like Walking (Produktion)
  • 2025: Perang Kota (Produktion)
  • 2026: Sleep No More (Produktion)
  • 2026: Wo Men Bu Shi Mo Sheng Ren (Regie, Produktion, Buch)

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2007: Cannes-Nominierung für den Besten Kurzfilm für Ah ma
  • 2008: Berlinale-Nominierung für den Besten Kurzfilm für Haze
  • 2013: APFF-Award in den Kategorien Bester Film und Bestes Drehbuch für Ilo Ilo
  • 2013: Cannes, Caméra d’Or für Ilo Ilo
  • 2013: Golden Horse Film Festival in den Kategorien Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch für Ilo Ilo
  • 2013: Sunderland Award des London Film Festival für Ilo Ilo
  • 2023: Cannes-Erwähnung bei Un Certain Regard für Breaking Ice
  • 2026: Berlinale-Nominierung im Hauptwettbewerb um den Goldenen Bären für Wo Men Bu Shi Mo Sheng Ren
Commons: Anthony Chen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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