Anthony Geraci
amerikanischer Blues- und Jazzmusiker
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Anthony Geraci (* 1954 in New Haven, Connecticut, USA) ist ein US-amerikanischer Blues- und Jazzmusiker (Piano, Orgel, Gesang) und Songwriter. Er musizierte mit zahlreichen Größen des Blues, von alten Stars wie Muddy Waters und Pinetop Perkins bis hin zu den jungen Bluesrockern wie Mike Zito und Monster Mike Welch. Er spielte in Bands wie Ronnie Earl & the Broadcasters und Sugar Ray & the Bluetones, hatte aber auch eigene Gruppen wie Little Anthony & the Locomotives sowie die Boston Blues All-Stars.
Biografie
Geraci wuchs in einer wenig musikalischen Familie auf. Bereits im Alter von vier Jahren wollte er Klavier spielen, bekam ein gebrauchtes Klavier und nahm Unterricht; als sein Spiel immer besser wurde, kaufte ihm seine Mutter einen Kimball-Flügel. Mit 16 Jahren hörte er bei seinem Schulfreund Ed Cherry das Album Chicago Bound von Jimmy Rogers, das seinen weiteren Lebensweg prägte. Als Teenager spielte Geraci in verschiedenen Bands. Er bewarb sich mit Freunden am Berklee College of Music in Boston, wo er aufgenommen wurde und drei Jahre studierte.[1][2][3][4]
In dieser Zeit tauchte er in die Blues- und Jazzszene Bostons ein und spielte in einer Band. Um 1974 trat die Band eine Woche im Vorprogramm von Muddy Waters auf; Geraci lernte etliche Größen des Blues kennen. Er begann, mit Jerry Portnoy und Bob Margolin zu spielen, wenn diese nicht mit Muddy Waters auf Tournee waren. Er wurde von Michael „Mudcat“ Ward und Ronnie Earl angesprochen, die eine Band zusammenstellten, der Geraci sich anschloss und dafür sein Studium abbrach. Als Sugar Ray Norcia dazukam, leitete dieser die Band und nannte sie Sugar Ray & the Bluetones. Die Band spielte in Clubs entlang der Ostküste der USA.[2] Zu den Musikern, die zeitweise in der Band spielten oder mit denen sie auftrat, gehören Big Walter Horton, J. B. Hutto, Hubert Sumlin und Big Joe Turner. Ende der 1970er Jahre nahm die Gruppe eine EP mit vier Titeln für Baron Records auf, mit Oh Baby als Titelsong.[3][5]
Als die Auftritte nachließen, nahm Geraci sein Studium wieder auf und erwarb am Berklee College of Music einem Bachelor of Arts und anschließend am Skidmore College einen Master of Arts in Musik.[2] Später unterrichtete Geraci Blues und Jazz am Johnson State College in Vermont, am South Shore Conservatory in Massachusetts und für die Pinetop Perkins Foundation.[4]
Geraci leitete seine eigene Band Little Anthony & the Locomotives, die zwei Alben bei Deluge Records veröffentlichte: Can’t Take It (1993) und Don’t Wait on Me (1995), für die Geraci einen Großteil der Songs schrieb.[2][1] Geraci schloss sich auch der Band Ronnie Earl & the Broadcasters an, spielte aber weiterhin auch bei den Bluetones.[2] Zudem war er 1992 Gründungsmitglied der Blue Monday All-Star Band im ersten House of Blues in Cambridge (Massachusetts).[3] 1994 veröffentlichte Geraci das Album Take It from Me unter dem Namen Little Anthony & Sugar Ray Garcia.[6] Im Oktober 1999 erschien das Album Superharps mit vier Mundharmonikaspielern: James Cotton, Charlie Musselwhite, Billy Branch und Sugar Ray Norcia, begleitet von Geraci am Klavier.[7] Es wurde 2001 für einen Grammy in der Kategorie „Bestes traditionelles Blues-Album“ nominiert.[8]
Mit Ronnie Earl & the Broadcasters brachte Geraci 2000 das Album Healing Time heraus.[2] 2005 veröffentlichte Geraci unter eigenem Namen das Album The Gift, gefolgt 2008 von Wake Up. Das jazzige Serendipity erschien 2011.[9] Sein 2015 erschienenes Album Fifty Shades of Blue mit den Boston Blues All-Stars brachte Geraci 2016 Nominierungen für je einen Blues Music Award in den Kategorien „Bester Song“, „Bestes Album“ und „Bestes traditionelles Blues-Album“ ein. Zudem erhielt er eine Nominierung als „Pinetop Perkins Piano Player“.[10] Der Albumtitel Fifty Shades of Blue spiegelt die verschiedenen Blues-Elemente der Aufnahmen wider.[3][11]
Geracis nächstes Album von 2018, Why Did You Have to Go,[12] vereinte viele Musiker, mit denen Geraci im Laufe der Jahre zusammengearbeitet hatte. Darunter war auch die Originalbesetzung von Sugar Ray & the Bluetones; es war die erste gemeinsame Aufnahme dieser Formation seit der EP aus den späten 1970er Jahren. Das Album erhielt erneut Nominierungen für verschiedene Blues Music Awards – insgesamt sechs, die meisten Nominierungen eines Künstlers im Jahr 2019.[10]
Ab 2018 veröffentlichte Geraci Alben mit seiner Band The Proven Ones.[13] Unter eigenem Namen erschienen ab 2020 die Alben Daydreams in Blue (2020), Blues Called My Name (2022) und Tears in My Eyes (2024).[9]
Auszeichnungen
- 2001: Grammy-Nominierung für das Album Superharps mit James Cotton, Charlie Musselwhite, Billy Branch und Sugar Ray Norcia in der Kategorie „Bestes traditionelles Blues-Album“[8]
- 2016: Aufnahme in die Rhode Island Music Hall of Fame mit Sugar Ray & the Bluetones[13]
Anthony Geraci war 18-mal für einen Blues Music Award nominiert und gewann zweimal:[10][14]
- 2021 und 2023: Blues Music Award in der Kategorie „Pinetop Perkins Piano Player“[4]
Diskografie
- 1993: Can’t Take It (Deluge Records) – Little Anthony & the Locomotives
- 1994: Take It from Me (Tone-Cool Records) – Little Anthony & Sugar Ray Garcia
- 1995: Don’t Wait on Me (Deluge Records) – Little Anthony & the Locomotives
- 2005: The Gift (Sunset Jazz Records)
- 2008: Wake Up (Eigenverlag)
- 2011: Serendipity (Hugadog Records)
- 2015: Fifty Shades of Blue (Delta Groove Productions) – Anthony Geraci & the Boston Blues All-Stars
- 2018: Why Did You Have to Go (Shining Stone Record)
- 2020: Daydreams in Blue (Shining Stone Records)
- 2022: Blues Called My Name (Blue Heart Records)
- 2024: Tears in My Eyes (Blue Heart Records)[9]
mit Sugar Ray & the Bluetones
- 1989: Bite The Dust (Baron Records) – EP
- 1989: Knockout (Varrick/Rounder Records)
- 1991: Boston Blues Blast (Tone Cool Records) – Sampler mit verschiedenen Musikern und Bands
- 1991: Don’t Stand in My Way (Bullseye Blues)
- 2005: Hands Across the Table (Severn Records)
- 2007: My Life, My Friends, My Music (Severn Records)
- 2011: Evening (Severn Records)
- 2014: Living Tear to Tear (Severn Records)
- 2016: Seeing Is Believing (Severn Records)
- 2016: Blues for Big Walter (Eller Soul Records) – mit verschiedenen Musikern
- 2020: Too Far From the Bar (Severn Records)
mit The Proven Ones
- 2018: Wild Again (Roseleaf Records)
- 2019: You Ain’t Done (Gulf Coast Records)
Es gibt noch etliche weitere Alben von anderen Musikern, an denen Anthony Geraci beteiligt war.
Weblinks
- Anthony Geraci bei AllMusic (englisch)
- Anthony Geraci bei Discogs
- Homepage von Anthony Geraci (englisch)
- Blues for David Maxwell – Anthony Geraci auf YouTube – mit Monster Mike Welch an der Gitarre