Antillendrossel

Art der Gattung Echte Drosseln (Turdus) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Antillendrossel (Turdus lherminieri), Syn. Cichlherminia lherminieri, ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).[1][2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Antillendrossel

Antillendrossel (Turdus lherminieri)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Drosseln (Turdidae)
Unterfamilie: Turdinae
Gattung: Echte Drosseln (Turdus)
Art: Antillendrossel
Wissenschaftlicher Name
Turdus lherminieri
Lafresnaye, 1844
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Verbreitungsgebiet der Antillendrossel

Der Vogel kommt auf vier Inseln der Kleinen Antillen vor.

Die Art war als der Gattung Turdus zugehörig beschrieben, zwischenzeitlich in eine eigene Gattung Cichlherminia gestellt worden, dann wurde sie in den 2000er Jahren aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen wieder in die Gattung Turdus zurückgeführt.[3][4]

Der Lebensraum umfasst feuchten Primär- und Sekundärwald, Waldränder mittlerer und höherer Lagen.

Der Artzusatz bezieht sich auf Félix Louis L’Herminier.[5]

Merkmale

Der Vogel misst 25–30 cm und wiegt etwa 100 g. Die Oberseite der Nominatform ist braun, auch die Kopfseiten sind braun, Wangen und Ohrdecken tragen dünne weiße Linien, der breite Augenring und der Postokularfleck sind gelb. Die Unterseite ist weißlich mit dunkelbrauner Schuppenzeichnung mit gelbbrauner Berandung. Iris, Schnabel und Beine sind gelb. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind etwas matter gefärbt, mit angedeuteten blassen Strichen oben, unten deutlicher geschuppt.[6]

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][6][7][8]

  • T. l. lherminieri Lafresnaye, 1844, NominatformGuadeloupe
  • T. l. dominicensis (Lawrence, 1880)[9]Dominica, kleiner, dunkler an Oberseite und Brust, kleinere Schuppenzeichnung, Steiß weiß, Beine heller
  • T. l. dorotheae (Wolters, 1980)[10]Montserrat, Federn der Kehle mit rotbraunen Rändern, zentrale Brustfedern länger, spitzer mit weißen Kielen. Als Synonyme angesehen werden[11] Turdus lherminieri dorotheae (lawrencii) (Cory, 1891)[12] und Turdus lherminieri dorotheae (montserrati) Zucco, 2011[13]
  • T. l. sanctaeluciae (Sclater, PL, 1880)[14]St. Lucia, kleiner, Oberseite blasser, Brustflecken größer

Stimme

Der von einem versteckten Ansitz vorgetragene Gesang wird als melodische Kadenz klarer, ziemlich lauter und weit tragender Töne beschrieben und erinnert an die Wanderdrossel (Turdus migratorius). Die Unterart T. l. dominicensis singt eventuell unterschiedlich. Rufe sind ein scharfes „chuk“ oder „chuk-chuk“.[6]

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel, außerhalb der Brutsaison kann es zu Wanderungen auch in großen Gruppen zu fruchttragenden Bäumen kommen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Beerenobst.

Die Brutzeit liegt zwischen April und Juli. Das Nest ist eine ausladende Schale bodennah in einem Busch, Baumfarn oder Baum.

Das Gelege besteht aus 2–3 grünlich blauen Eiern.[6]

Gefährdungssituation

Die Antillendrossel gilt als potentiell gefährdet (Near Threatened) aufgrund des begrenzten Ausbreitungsgebietes.[15]

Literatur

  • N.F. A. A. de Lafresnaye: Turdus L'Herminieri. In: Description de quelques Oiseaux de la Guadeloupe. In: Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne, Band 7, S. 167, 1844, Biodiversity Library
  • A. Jean-Pierre, G. Loranger-Merciris, L. J. Saint-Louis und F. Cézilly: Factors affecting spatial occupancy and local abundance of the Forest Thrush, Turdus lherminieri in Guadeloupe forests. In: European Journal of Wildlife Research, Band 69, S. 76, 2023, PDF

Einzelnachweise

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