Aoukar

Naturregion in einer geologische Senke im südostlichen Mauretanien From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Aoukar, auch Erg Aoukar, wird verschiedentlich die Naturregion El Hodh („das Becken“) im südöstlichen Mauretanien bezeichnet. Zwar ist in diesem Becken zweimal Aoukar als Landschaftsbezeichnung zu finden,[1] jedoch wird auch ein riesiges Dünengebiet im Westen Mauretaniens als Aoukar bezeichnet.[2] Ferner gibt es im Erg Chech mehrere Nachweise für topographische Bezeichnungen, die den Begriff Aoukar verwenden.[3] Auch in Marokko ist der Begriff für eine Reihe von Bergen, Hügeln und Lokalitäten zu finden. Der Begriff El Hodh hingegen hat nur Treffer in der fraglichen Naturregion Mauretaniens. Aus der Art der überregionalen Verwendung des Begriffs Aoukar lässt sich ableiten, dass er sich auf den Teil des Beckens beschränkt, der den Charakter einer Sandwüste hat.

Aoukar-Wüste in Mauretanien

Geografie

Die Sanddünen der Aoukar-Wüste nehmen das nördliche Drittel der Senke El Hodh ein, etwa nördlich einer gedachten 460 Kilometer langen Linie zwischen der Stadt Boumdeid in der Region Assaba im Westen[4] und der Stadt Oualata in der Region Hodh Ech Chargui im Osten, verteilt auf die Départements Boumdeid, Tichitt und Oualata. Die Höhe der Dünenkämme nimmt tendenziell von etwa 350 m Meereshöhe im Nordwesten auf 250 m im Südosten ab. Im Norden wird die Aoukar durch den Steilabfall des Tagant-Plateaus begrenzt. Im Süden reichen die letzten Ausläufer ihrer Dünen teilweise über das nördliche Drittel von El Hodh hinaus und sind mit der mauretanischen Sahelzone verzahnt. Während die Dünenkämme eher wüstenhaften Charakter tragen, bildet sich in den grundwassernäheren Senken dazwischen eine Vegetation aus, die zur menschlichen Nutzung geeignet ist, je weiter nach Süden, desto besser.

Der Nordrand der Aoukar weist eine Besonderheit auf. Regelmäßige Fallwinde aus Nordosten, die über die Abbruchkante des Tagant-Plateaus wehen, verhindern offenbar eine Versandung des Fußes und türmen Sanddünen erst einige Kilometer von der Plateaukante entfernt auf, sodass den Nordrand der Aoukar, mehrfach unterbrochen, eine Reihe von abflusslosen länglichen Senken wechselnder Tiefe begleiten; für eine von ihnen, die westlichste, wird die Höhenlinie von 130 m unterschritten, während die Barriere der südlich angrenzenden Aoukar-Sanddünen in den Dünentälern bei etwa 250 m liegt.

Geschichte

In der Zeit vom Jahre 1.700 vor Christus bis ungefähr 400 vor Christus waren die Senken der Aoukar von einem abflusslosen endorheischen See bedeckt. An seinem Ufer siedelten Menschen, die jedoch mit der Austrocknung des Sees ihre Lebensgrundlagen verloren. Von ihren verlassenen Siedlungen sind bis heute etwa vierhundert gefunden worden.

Tierwelt

Die Aoukar-Wüste ist eines der wenigen natürlichen Rückzugsgebiete der Mendesantilope (Addax). Die Art ist in ihrem Fortbestand in den Wüstengebieten Afrikas und Asiens ernsthaft bedroht.

Einzelnachweise

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