Apollo 7
Erster bemannter Flug im Apollo-Programm der NASA
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Apollo 7 war der erste bemannte Raumflug im Rahmen des Apollo-Programms.
| Missionsemblem | |||||||
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| Missionsdaten | |||||||
| Mission | Apollo 7 | ||||||
| NSSDCA ID | 1968-089A | ||||||
| Kommandomodul | CSM-101 | ||||||
| Trägerrakete | Saturn-1B, Seriennummer SA-205 | ||||||
| Besatzung | 3 | ||||||
| Start | 11. Oktober 1968, 15:02:45 UTC JD 2440141.1269097 | ||||||
| Startplatz | Cape Canaveral AFS, LC-34 | ||||||
| Landung | 22. Oktober 1968, 11:11:48 UTC JD 2440151.9665278 | ||||||
| Landeplatz | Karibik 27° 38′ N, 64° 9′ W | ||||||
| Flugdauer | 10 d 20 h 9 min 3 s | ||||||
| Erdumkreisungen | 163 | ||||||
| Bergungsschiff | Essex | ||||||
| Apogäum | 301 km | ||||||
| Perigäum | 227 km | ||||||
| Mannschaftsfoto | |||||||
Apollo 7 – v. l. n. r. Donn Eisele, Walter Schirra, Walter Cunningham | |||||||
| ◄ Vorher / nachher ► | |||||||
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Flugverlauf




Apollo 7 startete am 11. Oktober 1968 um 15:02 Uhr UTC vom LC-34 auf Cape Canaveral und ist die einzige jemals von diesem Startplatz gestartete bemannte Mission. Bei relativ starkem Wind arbeitete die Saturn-1B-Rakete planmäßig. Nach etwa zehn Minuten erreichte das Raumschiff die Erdumlaufbahn mit 227 km Perigäum und 285 km Apogäum.
Einige Stunden später entkoppelte sich das Raumschiff von der zweiten Stufe (S-IVB) der Rakete, wendete und führte ein Rendezvous durch, um zu simulieren, wie zukünftige Apollo-Schiffe die Mondlandefähre aus der dritten Stufe einer Saturn V ziehen würden.
Das Raumschiff entfernte sich von der zweiten Stufe und führte am nächsten Tag wiederum ein Rendezvous durch, in dem andere Manöver vollzogen wurden, die ein Rendezvous zwischen Mondfähre und Apollo-Kommandokapsel in der Mondumlaufbahn simulierten. Teilweise wurde mit Radar navigiert, teilweise auch mit einem Sextanten. Eine Bahnverfolgung mit dem Sextanten war bis zu einer Entfernung von ca. 600 km möglich. Sichtbar war die S-IVB sogar bis fast 1800 km.
Erstmals war eine Fernsehkamera an Bord eines amerikanischen Raumschiffes. Zwar war das schon bei früheren Flügen erwogen worden, wurde aber immer wieder aufgrund von Gewichtsproblemen gestrichen. Sowjetische Raumschiffe hatten schon mehrmals Kameras an Bord gehabt, bei Apollo 7 gab es dagegen die erste Live-Übertragung aus dem Weltall.
Im Laufe der Mission wurde das Triebwerk des Raumschiffs achtmal gezündet, wobei es zwischen einer halben Sekunde und zwölf Minuten lief. Die Flugbahn wurde bis zu einer Höhe von 452 km erhöht. Alle Bahnänderungen verliefen erfolgreich.
Schon am ersten Tag bekam Schirra Schnupfen, und bald hatte er Cunningham und Eisele angesteckt. Da trotzdem ein relativ umfangreiches Testprogramm durchgeführt werden musste – es handelte sich schließlich um den Erstflug eines neuen Raumschifftyps – kam es zu Differenzen zwischen der Mannschaft und der Flugleitung. Weil Nasensekret in der Schwerelosigkeit nicht von selbst nach unten abläuft, mussten sich die Astronauten ständig schnäuzen. Schon mehrere Tage vor der Landung bestanden sie darauf, den Wiedereintritt ohne Helme und Handschuhe durchzuführen, weil sie fürchteten, dass der Druckaufbau sonst ihre Trommelfelle zum Platzen bringen könnte. Hier galt es, die Risiken abzuwägen. Die Diskussionen hielten mehrere Tage an; schließlich gab die Flugleitung nach, da die Entscheidung letztlich beim Kommandanten des Raumschiffs lag.[1]
Dass die Gefahr eines Druckabfalls beim Wiedereintritt tatsächlich bestand, zeigte der Unfall von Sojus 11 vier Jahre später. Ein Ventil öffnete vorzeitig, und die drei sowjetischen Kosmonauten erstickten, weil das Sojus-Raumschiff nicht für das Tragen von Raumanzügen konzipiert war.
Nach zehn Tagen zündeten die Astronauten zwölf Sekunden lang die Bremsraketen. Vier Minuten danach wurde das Servicemodul vom Kommandomodul getrennt. Beim Wiedereintritt hatten die Astronauten Beschleunigungen bis zu 3,3g zu ertragen. In den letzten sechs Minuten wurde der Fall plangemäß durch die Fallschirme gebremst. Vom Zünden der Bremsraketen bis zur Wasserung in der Karibik verging eine halbe Stunde. Die Apollo-Landekapsel lag zunächst mit der Spitze nach unten im Wasser, konnte aber durch Aufblasen von dafür vorgesehenen Luftsäcken aufgerichtet werden. Die Astronauten wurden mit einem Hubschrauber an Bord der Essex gebracht.
Verbleib des Raumfahrzeugs
Im Januar 1969 wurde die Kommandokapsel anlässlich der Parade zur Amtseinführung von Präsident Richard M. Nixon auf einem Wagen der NASA präsentiert. Für die folgenden dreißig Jahre war es zusammen mit Schirras Raumanzug an das National Museum of Science and Technology in Ottawa, Ontario ausgeliehen. Im November 2003 verlangte die Smithsonian Institution in Washington, D.C. die Rückgabe, um die Kapsel in ihrer neuen Außenstelle, dem Steven F. Udvar-Hazy Center, auszustellen. Momentan befindet sie sich als Leihgabe im Frontiers of Flight Museum nahe Love Field in Dallas, Texas.
Bedeutung für das Apollo-Programm
Der Flug von Apollo 7 stellte nicht nur die Flugtauglichkeit des Raumschiffs unter Beweis, sondern auch die Funktionsfähigkeit aller anderen Einrichtungen und Prozeduren wie Raketenmontage, Startvorbereitung, Flugleitung und Bergung. Damit war nach mehr als anderthalb Jahren ohne bemannten Raumflug ein wichtiger Schritt zur Mondlandung hin getan. Bis zum Ende des Jahrzehnts blieben jetzt nur noch wenig mehr als zwei Jahre, um das am 25. Mai 1961 von Kennedy gesteckte Ziel einer bemannten Mondlandung zu erreichen.
Gemäß der ursprünglichen Missionsplanung sollte nun in der Erdumlaufbahn der Test der Mondlandefähre (die Mission D) mit Apollo 8 unter James McDivitt folgen. Es hatte sich jedoch seit Monaten abgezeichnet, dass die Landefähre nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen würde.
Intern hatte die NASA allerdings eine attraktive Alternative in der Planung. Die Mannschaft von Frank Borman, die im Frühjahr 1969 mit Apollo 9 eine Tiefraummission der Kombination aus Apollo-Raumschiff, Servicemodul und Mondlandefähre fliegen sollte, war in ihrem Training weit vorangekommen. Wenn man diesen Flug ohne Landefähre vorzog, war noch im laufenden Jahr der erste bemannte Flug unter Nutzung der bereitstehenden Saturn V zum Mond möglich. Auch dabei konnte man essentielle Teile für eine spätere Mondlandung während der Transferflüge von und zum Mond sowie im Mondorbit erproben. Daneben befürchtete die NASA, durch das mit den Missionen Zond 5 und Zond 6 zwischen September und November 1968 Fahrt aufnehmende Programm der Sowjetunion zu einer bemannten Mondumrundung nochmals übertrumpft zu werden.
Drei Wochen nach der Landung von Apollo 7 entschied die NASA endgültig, die ursprüngliche Missionsplanung zu ändern, die Mission E als Mission C vorzuziehen und unter der Bezeichnung Apollo 8 zu Weihnachten 1968 zum Mond zu schicken.
Die Spannungen zwischen den Astronauten und der Flugleitung in Houston[2] führten zu einer Änderung der Abläufe am Boden, insbesondere zu einer stärkeren Einbindung der Astronauten in die Missionsplanung. Für die drei Astronauten bedeutete es jedoch das Ende ihrer Karrieren als Raumfahrer, keiner von ihnen absolvierte einen weiteren Flug. Zwar behielt Eisele seine bereits vorher erfolgte Zuteilung als Ersatzmann von John Young in der Funktion des Piloten des Kommandomoduls für den wenige Monate später stattfindenden Flug von Apollo 10, nach Angaben des dafür Verantwortlichen Deke Slayton jedoch nur, weil in der kurzen Zeit bis zu diesem Flug kein weiterer ausgebildeter Pilot mehr vorbereitet werden konnte, ohne bereits eingespielte Crews der jetzt in rascher Folge stattfindenden Flüge zu trennen bzw. deren aufeinander abgestimmte Trainingsabläufe zu stark zu stören.
Siehe auch
Weblinks
- NASA: Missionsübersicht (englisch)
- NASA: Ausführlichere Beschreibung (englisch)
- NASA: Apollo 7 Presseinformationen (englisch; 103 Seiten; PDF; 3,8 MB)
- NASA: Apollo 7 Mission Report (englisch; 403 Seiten; PDF; 13,5 MB)
- NASA: Appollo 7 Command and Control Module im NSSDCA Master Catalog (englisch).
