Apollo News
Online-Magazin aus Deutschland
From Wikipedia, the free encyclopedia
Apollo News ist ein rechtslibertäres Online-Magazin.[1][2] Es wurde 2018 von Max Mannhart in Berlin-Treptow gegründet. Neben dem Online-Magazin verbreitet Apollo News seine Inhalte auch über soziale Medien.[1][3][4]
| Apollo News | |
| „Das Magazin für die Freiheit.“ | |
| Medienportal | |
| Sprachen | Deutsch |
|---|---|
| Sitz | Berlin |
| Gründer | Max Mannhart |
| Betreiber | Apollo Medien GmbH |
| Registrierung | optional |
| Online | seit 2018 |
| (aktualisiert 9. Mai 2025) | |
| https://apollo-news.net/ | |
Entstehung und Geschichte
2018 wurde Apollo News, damals noch als Schülerblog, unter anderem von Max Mannhart gegründet. Mannhart schrieb zudem für den Blog „Achse des Guten“. Ab 2020 arbeitete Mannhart als Redakteur für Tichys Einblick, 20 weitere Mitglieder des „Apollo“-Teams trafen 2021 als Jugendredaktion von Tichys Einblick dazu.[2]
2022 wechselte das „Apollo“-Team zur Redaktion von Julian Reichelt und trug zum Aufbau des rechtspopulistischen Online-Portals Nius bei.[2][5] Mannhart fungierte dabei als Leiter des Nius-Vorgängers pleiteticker.de. Laut einem Bericht des Medium Magazins kam es zu Konflikten mit anderen Kollegen, die die Qualität der journalistischen Arbeit der späteren Apollo-Autoren sowie deren Themenauswahl kritisierten. Reichelt dagegen lobte die Arbeit von Apollo News als „mutig und beeindruckend“.[2] 2023 verließ das „Apollo News“-Team Reichelt und machte sich selbstständig, nach Aussage von Mannhart wegen eines Richtungsstreites über Celebrity-News und „dem Boulevardesken“ bei Nius.[6]
Laut Mannhart hatte im März 2025 keiner der damals 15 festangestellten Redakteure eine formale journalistische Ausbildung.[2] Im Juli 2025 stieß der frühere Cicero-Ressortleiter Daniel Gräber als Mitglied der Chefredaktion zu Apollo News.[7] Die Verantwortlichen verstehen den Blog als „Jugendjournalismus“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Nachwuchsjournalisten jenseits des „links-grünen Mainstreams“ auszubilden. Dabei kooperieren sie laut Belltower News mit Tichys Einblick und dem Blog pleiteticker.de.[8] Anfang 2025 verzeichnete die Website durchschnittlich etwa sieben Millionen Aufrufe pro Monat.[3] Finanziert wird Apollo News laut Mannhart hauptsächlich durch Spenden und Werbeeinnahmen,[2] der Finanzinvestor Thorsten Kraemer hält 15 Prozent am Unternehmen. Inzwischen verfügt das Portal über 22 feste Mitarbeiter (Stand: Februar 2026).[6]
Politische Ausrichtung
Laut dem MDR zeigen viele Autoren des Magazins eine „stark libertäre und teils rechtspopulistische Ausrichtung“.[1] Der Spiegel ordnete Apollo News in eine Reihe von Plattformen ein, die Desinformationen und extrem rechte Narrative verbreiten würden, wobei die Grenzen zwischen seriösem Journalismus und manipulativen Inhalten für ungeübte Leser verschwimmen würden. Apollo News gehe in seiner Unterstützung der AfD subtiler vor als andere vergleichbare Medien.[9] Stefan Niggemeier bezeichnete Apollo News auf Übermedien als „rechtes Alternativmedium“.[10] Die Zeit schrieb, der Ton sei „bürgerlich, ruhig“ und es werde „nicht gehetzt“, die Auswahl der Themen sei jedoch begrenzt. Es gehe um Donald Trump, die Grünen und die Fehler des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Vor allem werde viel über das berichtet, worüber auch die Alternative für Deutschland gerne rede. Die Autoren seien nicht nur jung, sondern auch gebildet.[3]
Laut dem Thinktank CeMAS vertritt Apollo News rechtslibertäre Positionen „für einen Minimalstaat und gegen den Sozialismus als eine Art Hauptfeind“. Zusammen mit der Ablehnung von Migration und anderen konservativen bis reaktionären Gesellschaftsvorstellungen trage dies zur wachsenden Popularität des Magazins bei. In deutschsprachigen verschwörungsideologischen oder rechtsextremen Telegram-Chats seien Links zu Apollo-Inhalten mittlerweile bedeutend verbreiteter als Links zu Junge Freiheit, Nius oder Tichys Einblick.[2]
Die Journalistik-Professorin Gabriele Hooffacker zählt Apollo News neben Nius und Tichys Einblick zu „rechten Boulevardmedien“, die mit „Trigger-Themen“ wie „Gendersternchen, Regenbogenflaggen, über Migration bis hin zum Schwangerschaftsabbruch“ arbeiteten, um bestimmte Gesellschaftsgruppen zu aktivieren. Selbsternannte „Alternativmedien“ wie Apollo News gäben Positionen verzerrt und emotional aufgeladen wieder, stellten sich als Opfer dar und forderten Meinungsfreiheit für ihre eigenen Positionen, aber nicht für Positionen Anderer.[11] Der Tenor des Magazin richte sich gegen politische Institutionen. Hooffacker ordnet Apollo News ebenfalls als rechtslibertär ein.[2]
Imre Grimm zählt Apollo News zusammen mit Nius und Tichys Einblick zu „parajournalistische[n] Portale[n]“, die mit „sicherem Blick für Empörungspotenziale [...] Versatzstücke“ skandalisierten, „Themen durch bewusstes Verkürzen und Weglassen“ framten und „sich dabei als die wahren Hüter der Pressefreiheit“ darstellten.[12]
Kontroversen
Laut Correctiv behauptete ein Beitrag von Apollo News auf Telegram, dass die von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration geförderte Informationsseite „Handbook Germany“ der Neuen deutschen Medienmacher*innen Eltern raten würde, „doch einfach eines ihrer Kinder verschwinden [zu lassen]“, um ihre Abschiebung zu verhindern. Ein derartiger Tipp findet sich laut Correctiv nicht auf der Seite, laut der Betreiberin der Seite auch in der Vergangenheit nicht.[13] Nach der Amokfahrt in Mannheim 2025 verbreitete Apollo News einen gefälschten Polizeibericht, laut dem der Täter einen „dunklen Hauttyp“ habe. Boris Rosenkranz kritisierte dies auf Übermedien als Beispiel für vorschnelle Verurteilungen von Ausländern nach Attentaten.[14]
Das Medium Magazin kritisierte handwerkliche Fehler bei Apollo News. So sei ein Zitat des Kanzleramtschefs Wolfgang Schmidt verfälscht wiedergegeben und die mutmaßlichen Rechtsterroristen der Gruppe Sächsische Separatisten durch Auslassen ihrer Pläne für ethnische Säuberungen als „ungefährlichere Prepper“ dargestellt worden. Auch sei US-Präsident Joe Biden unterstellt worden, den Ostersonntag 2021 zum Transgender Day of Visibility erklärt zu haben. Dieser Tag findet jedoch seit 2009 jährlich am gleichen Datum statt und fiel 2024 rein zufällig auf den Ostersonntag.[15][16] Laut dem MDR wurde in einem TikTok-Video von Apollo News Aussagen der Grünenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt „bis ins Unkenntliche verzerrt“. Das Video wurde mehrere hunderttausend Male aufgerufen.[1]
Eine Social-Media-Analyse des Thinktanks Polisphere sah in einem Beitrag von Apollo News den Anfang einer Kampagne gegen die Bundesverfassungsgerichtskandidatin Frauke Brosius-Gersdorf.[17][18] Das NDR-Medienmagazin Zapp stufte den Artikeltext als „relativ sachlich“ ein, fand es aber erwartbar, dass etwa Nius-Chef Reichelt auf „Reizthemen für Rechtspopulisten“ ansprang.[19] Das ZDF behauptete in seiner heute-journal-Sendung fälschlicherweise, Apollo News habe in zwei Artikeln zur Brosius-Gersdorf-Affäre Falschmeldungen verbreitet. Das ZDF korrigierte den Beitrag nachträglich und gab gegenüber Apollo News eine Unterlassungserklärung ab.[20]
Veranstaltung der Linkspartei in Treptow
Im Oktober 2025 wurde im Stadtteil Berlin-Treptow ein Flyer des Bezirksverbandes Treptow-Köpenick der Linkspartei verteilt, der unter anderem dazu aufrief, „rechten Medien auf die Tasten [zu] treten“ und „rechte Hetze aus den Köpfen [zu] treiben“.[21][22] An einer Veranstaltung des Bezirksverbandes gemeinsam mit einer Journalistin von belltower.news zum Thema „Apollo News: Die rechte Redaktion in unserem Kiez“ nahmen etwa 70 Menschen teil.[23]
Apollo News selbst gibt an, dass es bei der Veranstaltung darum gegangen sei, „gemeinsam zu überlegen“, wie man der Pressearbeit des Mediums „einen Riegel vorschieben“ könne. Mannhart bezeichnete die Aktion als „Angriff auf die Pressefreiheit“. Zudem unterstellte Apollo News der Amadeu Antonio Stiftung wie auch der teilnehmenden Mitarbeiterin Aufrufe zur Gewalt und forderte einen Stopp der Fördergelder für die Stiftung. Auch mehrere Politiker aus AfD und FDP sowie Journalisten verurteilten die Aktion scharf.[24][25][26] Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union äußerte, Kritik an journalistischen Inhalten sei legitim, organisierte Kampagnen, die auf Einschüchterung oder Behinderung zielten, jedoch nicht.[27]
Die Amadeu Antonio Stiftung, welche belltower.news betreibt, sowie der Bezirksvorsitzende der Linken in Treptow-Köpenick, Moritz Warnke, distanzierten sich auf Anfrage von Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung. Die Veranstaltung habe das Ziel gehabt, über Strategien „rechts-alternativer“ Medien aufzuklären, Gewaltaufrufe habe es dabei nicht gegeben. Die Amadeu Antonio Stiftung betonte, dass der Schutz der Pressefreiheit für die Stiftung ein „unverhandelbares Grundrecht“ sei.[21][28][29]
