Aquakomplexe

Metallionen mit definierter Anzahl von Wasser From Wikipedia, the free encyclopedia

Aquakomplexe (ältere Bezeichnung: Aquokomplexe) sind hydratisierte Metallionen mit einer festgelegten Anzahl von Wassermolekülen als Liganden[1] und der allgemeinen Formel [M(H2O)n]z+. Zwischen den Kationen und den Wassermolekülen tritt daher eine koordinative Bindung auf. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass durch das Auftreten der Aquakomplexe die Ligandenfeldstabilisierungsenergie die Hydrationsenergie beeinflusst, was dazu führt, dass anstelle des erwarteten linearen Anstiegs der Hydratationsenthalpie mit der Kernladungszahl ein komplizierteres Muster zu beobachten ist.

Aufbau und räumliche Gestalt

Struktur eines oktaedrischen Hexaaquakomplex-Ions.

Viele Metall-Ionen der Übergangselemente bilden Aquakomplexe mit unterschiedlichen Koordinationszahlen. Die meisten Aquakomplexe besitzen die Koordinationszahl 6 mit der allgemeinen Formel [M(H2O)6]z+. Die Wassermoleküle ordnen sich bei dieser Koordinationszahl oktaedrisch um das Zentralion an.[2] Typische Hexaaquakomplex-Ionen sind in folgender Tabelle[3][4] zu finden:

Weitere Informationen Komplex-Ion, Formel ...
Komplex-Ion Formel Farbe Elektronenanordnung
Hexaaquaaluminium(III)-Ion [Al(H2O)6]3+
Hexaaquacalcium(II)-Ion [Ca(H2O)6]2+[5]
Hexaaquachrom(II)-Ion [Cr(H2O)6]2+ himmelblau high-spin-Komplex
Hexaaquachrom(III)-Ion [Cr(H2O)6]3+ violett
Hexaaquacobalt(II)-Ion [Co(H2O)6]2+ rot high-spin-Komplex
Hexaaquaeisen(II)-Ion [Fe(H2O)6]2+ blassgrün high-spin-Komplex
Hexaaquaeisen(III)-Ion [Fe(H2O)6]3+ farblos high-spin-Komplex
Hexaaquairidium(III)-Ion [Ir(H2O)6]3+
Hexaaquakalium(I)-Ion [K(H2O)6]+[5]
Hexaaquakupfer(II)-Ion [Cu(H2O)6]2+ blassblau
Hexaaquamangan(II)-Ion [Mn(H2O)6]2+ rosa
Hexaaquamangan(III)-Ion [Mn(H2O)]3+ granatrot high-spin-Komplex
Hexanatrium(I)-Ion [Na(H2O)]3+[5]
Hexaaquanickel(II)-Ion [Ni(H2O)]2+ grün
Hexaaquarhodium(III)-Ion [Rh(H2O)]3+ gelb
Hexaaquatitan(III)-Ion [Ti(H2O)]3+ blassviolett
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Neben den Hexaaquakomplex-Ionen gibt es auch einige Aquakomplexe mit der Koordinationszahl 4. Die Liganden sind quadratisch-planar oder tetraedrisch angeordnet.[3]

Weitere Informationen Komplex-Ion, Formel ...
Komplex-Ion Formel Farbe
Tetraaquaberyllium(II)-Ion [Be(H2O)4]2+
Tetraaquacalcium(II)-Ion [Ca(H2O)4]2+[5]
Tetracobalt(II)-Ion [Co(H2O)4]2+ blau
Tetrakupfer(II)-Ion [Cu(H2O)4]2+ hellblau
Tetraaqualithium(I)-Ion [Li(H2O)4]+[5]
Tetranatrium(I)-Ion [Na(H2O)4]+[5]
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In Kristallstrukturen können Metall-Ionen auch weitere Aquakomplex-Ionen mit unterschiedlichen Koordinationszahlen ausbilden.[5]

Weitere Informationen 1. Gruppe, 2. Gruppe ...
1. Gruppe 2. Gruppe
Ion Koordinationszahlen Ion Koordinationszahl
Lithium-Ion 4, 6 Beryllium-Ion 4
Natrium-Ion 2, 4, 5, 6, 8 Magnesium-Ion 6
Kalium-Ion 6, 7, 8 Calcium-Ion 4, 6, 7, 8
Rubidium-Ion 9
Caesium-Ion 10
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Die Aquakomplex-Ionen der Übergangsmetalle können ebenfalls eine Vielzahl von Koordinationszahlen aufweisen.[5]

Metall-Ionen der 13. Gruppe sind oktaedrisch koordiniert, mit der Koordinationszahl n = 6 und der allgemeinen Formel [M(H2O)6]3+.[5]

Auch Elemente der Lanthanoiden-Gruppe können Aquakomplexe bilden. Hier treten verschiedene Koordinationszahlen bis 8 auf. Die allgemeine Formel lautet [Ln(H2O)n]2+.[3]

Eigenschaften

Alle Aquakomplexe mit dreiwertigen kleinen Kationen (z. B. Cr3+, Ru3+, Rh3+, Al3+) sind in der Lage als Brønsted-Säure zu reagieren. Beispielsweise fungiert der Aqua-Ligand des Hexaaquaeisen(III)-Ions als Protonendonator. Aus einem Aqua-Ligand wird durch die Reaktion ein Hydroxido-Ligand. Das Hexaaquaeisen(III)-Ion hat einen pKS-Wert von 2,46.[4]

Commons: Aquakomplexe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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