Ar Men
Leuchtturm in Frankreich
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Ar Men (bretonisch der Felsen) ist der Name eines zwischen 1867 und 1881 erbauten Leuchtturms im Atlantischen Ozean nahe der westlichen Küste der Bretagne, der den Eingang der Sein-Passage markiert.
| Ar Men | ||
|---|---|---|
| Ort: | ||
| Lage: | Finistère, Bretagne, Frankreich | |
| Geographische Lage: | 48° 3′ 1″ N, 4° 59′ 50″ W | |
| Höhe Turmbasis: | 3,5 m | |
| Feuerträgerhöhe: | 33,5 m | |
| Feuerhöhe: | 29 m | |
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| Kennung: | Fl(3)W.20s | |
| Nenntragweite weiß: | 23 sm (42,6 km) | |
| Betriebsart: | Halogen 250 W | |
| Funktion: | Seefeuer | |
| Bauzeit: | 1867–1881 | |
| Betriebszeit: | seit 1881 | |
Beschreibung
In der Nacht des 23. September 1859 sank vor der Île-de-Sein das Schiff Sané,[1] worauf die Behörden begannen, den Leuchtturm zu planen. Aufgrund seiner isolierten Lage weit im Atlantik und der schwierigen Arbeitsbedingungen, gepaart mit einer im Extremfall bis zu 100[1] Tage nicht möglichen Evakuierung der Turmbesatzung, wurde der Ar Men auch als „Hölle der Höllen“ bezeichnet.
Die Bauarbeiten auf dem etwa 100 m²[1] großen Felsgrund waren äußerst kompliziert, da das gerade Geschaffene oft nach kurzer Zeit vom starken Wellengang zerstört wurde. Sie dauerten deshalb mit 14 Jahren ungewöhnlich lange. Er ist einer der letzten Leuchttürme, die während des ersten französischen Seesignalisierungsplans nach den Plänen des Architekten Léonce Reynaud (1803–1880)[2] errichtet wurden. Ein Kabel zum Festland wurde gezogen,[1] da ein Anlanden mit Booten kaum möglich war.

Der Leuchtturm ist 33,5 m hoch, seine Feuerhöhe beträgt 29 m. Seit dem 10. April 1990 besteht sein Signal aus drei weißen Blitzen alle 20 Sekunden, begleitet von drei Tönen alle 60 Sekunden.
Von 1897 an wurde die Befeuerung mittels Öl durchgeführt und im selben Jahr Arbeiten für eine 50 cm dicke Verstärkungen der Außenhülle mit Zement begonnen,[1] die 1902 abgeschlossen wurden. 1903 erfolgte die Umstellung auf Öldampf und 1988 wurde auf elektrischen Strom umgerüstet. 1990 wurde der Turm automatisiert und ist seither nicht mehr bewohnt.
Der Leuchtturm ist wiederholt Gegenstand in der Literatur, so in dem 2010 auch auf Deutsch erschienenen Erfahrungsbericht des Bretonen Jean-Pierre Abraham, der zu Beginn der 1960er Jahre für drei Jahre hier lebte. 2018 erschien bei dem deutschen Comicbuchverlag Splitter ein gleichnamiger Graphic Novel aus der Feder des französischen Zeichners Emmanuel Lepage. Darin werden die Schwierigkeiten beim Bau des Ar Men beleuchtet sowie Sagen aus der bretonischen Mythologie erzählt.
Philatelie
- In philatelistischer Würdigung des Leuchtturms gab die französische Post mit Ausgabejahr 2007 eine Briefmarke im Wert von 0,54 Euro.[3] und 2019 im Wert von Lettre prioritaire[4] heraus.
Siehe auch
Literatur
- Jean-Pierre Abraham: Armen. Jung und Jung Verlag, Salzburg 2010, ISBN 978-3-902497-74-1.
- Emmanuel Lepage: Ar-Men. Die Hölle der Höllen. Splitter Verlag, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-96219-130-6.
Weblinks
- Michaela Schmitz: Weiter Blick ins tiefe Nichts. Deutschlandfunk, 10. Januar 2011, abgerufen am 12. Dezember 2017.
- Über den Phare Ar Men (französisch)
- Dokumentarfilm über den Phare Ar Men aus dem Jahr 1962 (französisch)
