Arena Milano

Mehrzweckhalle in Mailand, Italien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Arena Milano (auch PalaItalia oder PalaItalia Santa Giulia genannt) ist eine Mehrzweckhalle in der italienischen Metropole Mailand. Sie steht im von Foster + Partners 2006 als Masterplan neugestalteten Stadtteil Santa Giulia, Municipio 4, im Südosten der Stadt. Hier finden die Eishockey-Turniere der Olympischen Winterspiele 2026 sowie die Para-Eishockey-Spiele der Winter-Paralympics 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt.

Schnelle Fakten Frühere Namen, Daten ...
Arena Milano
Außenansicht der Arena Milano am 11. Januar 2026
Außenansicht der Arena Milano am 11. Januar 2026
Frühere Namen

MSG Arena
PalaItalia (bis 2025)

Daten
Ort ItalienItalien Mailand, Italien
Koordinaten 45° 26′ 29,7″ N,  15′ 19,5″ O
Eigentümer Projektgesellschaft Milano Santa Giulia S.p.A.
Betreiber Projektgesellschaft Milano Santa Giulia S.p.A.
Baubeginn Juni 2023
Eröffnung 9.–11. Januar 2026 (Testlauf)
6. Mai 2026 (geplant, offiziell)
Erstes Spiel 9. Januar 2026
SV KalternHCMV Varese 8:3
Oberfläche Beton
Eisfläche
Parkett
Kosten 250 Mio. Euro (geplant)
Architekt David Chipperfield Architects Berlin
Arup
Kapazität 16.000 Plätze
20.000 Plätze (maximal)
Veranstaltungen
Lage
Arena Milano (Lombardei)
Arena Milano (Lombardei)
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Geschichte

Der Stadt fehlte eine große Veranstaltungshalle, nachdem die 1976 eröffnete Palasport di San Siro, mit bis zu 18.000 Plätzen direkt neben dem Giuseppe-Meazza-Stadion, abgerissen werden musste. Große Schneemassen beschädigten am 17. Januar 1985 das, wie ein Reitsattel geformte Dach (Hyperbolische Paraboloidschale), und brachten es teilweise zum Einsturz.[1] Die Dachkonstruktion der Halle war Vorbild für z. B. den Olympic Saddledome in Calgary oder das Stadion des Friedens und der Freundschaft in Piräus. Im Palasport di San Siro fanden u. a. die Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften 1978 und 1982 oder die Heimspiele des Basketballclubs Olimpia Milano statt. Große Veranstaltungen im Raum Mailand werden gegenwärtig im rund 12 km entfernten Forum di Milano (12.700 Plätze) in der Gemeinde Assago, Metropolitanstadt Mailand, ausgetragen.

Der deutsche Veranstaltungsdienstleister CTS Eventim ist der Investor, der zunächst auch MSG Arena (Milano Santa Giulia Arena) genannten Veranstaltungshalle. CTS Eventim stellt dem International Olympic Committee (IOC) die PalaItalia für die Zeit der Olympischen Winterspiele zur Verfügung, anschließend übernimmt die zu Eventim-Gruppe gehörende Projektgesellschaft Milano Santa Giulia S.p.A. die PalaItalia für den weiteren Betrieb. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 3. August 2021 zwischen der CTS Eventim AG & Co. KGaA und der Projektgesellschaft unterzeichnet. Die Investitionssumme beträgt rund 180 Millionen Euro. Die Projektgesellschaft mit Sitz in Mailand wird davon ein Grundstück mit 50.000 m² in Santa Giulia, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, erwerben, die neue Arena einschließlich der Außenanlagen sowie zwei Parkhäuser für 2750 Fahrzeuge planen, errichten und betreiben. Als Bauzeitraum wurde von Herbst 2022 bis Herbst 2025 ausgegangen.[2]

Am 10. März 2022 wurde der Entwurf von David Chipperfield Architects Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Arup, der Öffentlichkeit vorgestellt. Der elliptische Bau wird auf einem Podest errichtet, den man über Treppen und Rampen erreichen kann, und die Tribünen im Inneren sind wie ein klassisches Amphitheater gestaltet. Der PalaItalia wird von drei Ringen, mit LEDs bestückte Medienfassaden, umschlossen.[3][4] In der Nachnutzung wird es Schauplatz für Konzerte, Sportereignisse, Shows und weiteren Veranstaltungen. Sie ist auf maximal 16.000 Plätze (12.000 Sitz- und 4000 Stehplätze) ausgelegt. Vor der Halle ist eine großzügige Piazza von über 10.000 m² geplant, die auch als Austragungsort für Freiluftveranstaltungen genutzt werden kann.[5]

Im Oktober 2022 wurden die vorbereitenden Arbeiten auf dem Bauland abgeschlossen. Nach Erteilung der Baugenehmigungen können die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.[6] Anfang Februar 2023 wurde bekannt, dass sich die Baukosten um bis zu 35 % gesteigert haben sollen. Dies wären zusätzliche 63 Mio. Euro und würde eine Summe von 243 Mio. Euro bedeuten. Der Hauptgrund sind die gestiegenen Preise für Baustoffe.[7]

In einem Schreiben der Sportstätten-Kommission des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) vom März 2023 teilte die Kommission mit, dass das Hallenprojekt nach eingehender Prüfung nur bedingt für Sportveranstaltungen geeignet sei.[8] Die Anlage entspreche laut CONI nicht den Bestimmungen, nach der für jeden Zuschauer stets die Sicht auf die Spielfläche gewährleistet sei. Dies gelte insbesondere für Eishockeyspiele, weshalb für die Nutzung als Eishockeyhalle eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung erforderlich sei.[9] Nach den Olympischen Winterspielen und den Winter-Paralympics soll die Halle nicht weiter als Eishockeyhalle genutzt werden.[10] Für den Basketball-Betrieb wurde die Zuschauerkapazität auf 3499 Besucher beschränkt.[11]

Anfang Juni 2023 wurde vom Bürgermeister Beppe Sala und der CEO von CTS Eventim, Klaus Peter Schulemberg, in einer Pressekonferenz bekanntgeben, dass der Bau der Halle, nachdem die Baugenehmigung am 12. Mai erteilt wurde, begonnen hat. Die ursprünglich geplanten Baukosten sind um 40 % auf 250 Mio. Euro gestiegen. Nach Fertigstellung werden jährlich 1,5 Mio. Besucher erwartet.[12]

Testlauf am 11. Januar 2026 mit dem Final-Four-Turnier der Coppa Italia

Mitte September 2023 hat CTS Eventim das Eteria-Konsortium zum Generalunternehmer für die zweite Bauphase ausgewählt. Zum Konsortium gehören die Itinera S.p.A. (ASTM Group) und die Vianini Lavori S.p.A. (Caltagirone Group). Der zweite Abschnitt werde sofort beginnen. Die erste Phase mit der Errichtung der Fundamente wurde nach drei Monaten abgeschlossen.[13][14] Anfang Juli 2025 wurde der erste der drei LED-Medienringe am weit fortgeschrittenen Bau, in Anwesenheit von Bürgermeister Giuseppe Sala und 250 Gäste, beleuchtet. Es wird mit 7257 m² die größte Medienfassade Europas. Es wurden 144 km DMX-Signalkabel und 2.401.998 LEDs verbaut. Der Bauträger kündigte an die Halle bis zum 15. Dezember 2025, rechtzeitig für die Tests des IOC und die Olympischen Winterspiele im Februar 2026, fertigzustellen.[15]

In einem Interview gab Luca Martinazzoli, CEO der Halle, Anfang Dezember 2025 bekannt, dass für den 9. bis 11. Januar 2026 die ersten öffentlichen Testläufe für die Eisfläche angesetzt wurden. Es wurden das Final Four der IHL Serie A und die Coppa Italia der Saison 2025/26 ausgetragen.[16] Beim ersten Testspiel, dem Halbfinale der Coppa Italia, am 9. Januar 2026 glich die Halle noch einer Baustelle. Auf den Tribünen wurden Kabel verlegt und die Umkleidekabinen waren noch nicht fertiggestellt. Nach wenigen Spielminuten bildete sich zudem ein Loch in der Eisfläche, so dass die Partie mehrere Minuten unterbrochen werden musste.[17]

Im Februar und März wird die Arena für die Olympischen Winterspiele und die Winter-Paralympics genutzt. Ab April des Jahres steht die Arena der Stadt zur Verfügung. Die offizielle Eröffnung der Veranstaltungshalle ist für den 6. Mai 2026 mit einem Konzert des Rockmusiker Ligabue terminiert. In den kommenden Wochen wollen die Betreiber ein weiteres großes Sportereignis bekanntgeben. In der Vergangenheit kursierten mehrere Namen für die Halle (wie Milano Santagiulia Ice Hockey Arena, PalaItalia, PalaItalia Santa Giulia oder CTS Eventim Arena). Derzeit trägt die Mehrzweckhalle den Namen Arena Milano. Nach Olympia und Paralympics soll ein Namenssponsor gefunden werden.[18] Im September 2026 findet die Volleyball-Europameisterschaft der Männer statt. In insgesamt sieben Städten in Bulgarien, Finnland, Rumänien und Italien wird das Turnier ausgetragen. In der neuen Halle in Mailand sind die beiden Halbfinalspiele, das Spiel um Platz 3 sowie das Endspiel vorgesehen. Es wird das erste Turnier oder Meisterschaft nach den Olympischen Winterspielen bzw. den Winter-Paralympics 2026.[19]

Die Arena am 10. Februar beim Frauen-Eishockeyspiel Kanada gegen die USA (0:5) bei den Olympischen Winterspielen 2026

Am Wochenende des 9. bis 11. Januar 2026 wurde die noch nicht vollständig fertiggestellte Arena einem dreitägigen Testlauf mit Spielen der IHL Serie A und der Coppa Italia unterzogen. Rund 2500 Fans waren am Freitag anwesend. Die meisten Sitzplätze sind bereits vorhanden, jedoch stehen außerhalb der Arena derzeit keine Parkplätze zur Verfügung. Eine Delegation der NHL war zum Test angereist. Die IHL Serie A wird voraussichtlich noch in dieser Woche, drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele, eine Stellungnahme abgeben. Trotz Bedenken hinsichtlich der Einsatzbereitschaft der Arena für die Spiele zeigte sich das IOC beeindruckt von den erzielten Fortschritten. Luc Tardif, Präsident des IIHF, zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass die NHL ihre Spieler zu den Spielen entsenden wird.[20] Die NHL zeigte sich zuversichtlich, dass die bestehenden Probleme in der neuen Arena behoben sein werden. Beim Testlauf traten u. a. Löcher in der Eisfläche auf und die Fassade muss repariert werden.[21] Die NHL wie auch die Spielergewerkschaft NHLPA zeigten sich zufrieden mit dem Testlauf.[22]

Im Januar 2026 einigte sich Investor CTS Eventim mit dem italienischen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen Unipol auf einen Sponsoringvertrag über zehn Jahre. Die Halle wird im Frühjahr, nach den Olympischen Spielen bzw. der Winter-Paralympics 2026, den Namen Unipol Dome erhalten. Die Vereinbarung läuft bis Dezember 2035, im Rahmen einer langfristigen strategischen Partnerschaft.[23][24]

Testlauf

Um die Einsatzfähigkeit der Arena Milano zu testen, wurden vom 9. bis 11. Januar 2026 die Endturniere (Final Four) des italienischen Eishockeypokals (Coppa Italia) und der Meisterschaft (Serie A) der Saison 2025/26 vor den Olympischen Winterspielen sowie den Winter-Paralympics durchgeführt.

Final Four der Coppa Italia 2025/26

Halbfinale

9. Januar 2026
20:00 Uhr
(Ortszeit)
ItalienItalien SV Kaltern
8:3
(1:1, 5:1, 2:1)
Spielbericht
ItalienItalien HCMV Varese
Arena Milano, Mailand
Zuschauer: 5000
10. Januar 2026
11:00 Uhr
(Ortszeit)
ItalienItalien Alleghe Hockey
4:3 n.P.
(0:0, 2:2, 1:1, 0:0, 1:0)
Spielbericht
ItalienItalien HC Eppan
Arena Milano, Mailand
Zuschauer: 0

Endspiel

11. Januar 2026
15:30 Uhr
(Ortszeit)
ItalienItalien SV Kaltern
5:0
(1:0, 1:0, 3:0)
Spielbericht
ItalienItalien Alleghe Hockey
Arena Milano, Mailand
Zuschauer: 4300

Final Four der IHL Serie A 2025/26

Halbfinale

10. Januar 2026
15:30 Uhr
(Ortszeit)
ItalienItalien HC Asiago
2:1
(0:0, 2:1, 0:0)
Spielbericht
ItalienItalien SG Cortina
Arena Milano, Mailand
Zuschauer: 3200
10. Januar 2026
20:00 Uhr
(Ortszeit)
ItalienItalien Ritten Sport
3:2
(0:0, 3:2, 0:0)
Spielbericht
ItalienItalien WSV Sterzing Broncos
Arena Milano, Mailand
Zuschauer: 4300

Spiel um Platz 3

11. Januar 2026
11:00 Uhr
(Ortszeit)
ItalienItalien WSV Sterzing Broncos
2:1 n.P.
(1:1, 0:0, 0:0, 0:0, 1:0)
Spielbericht
ItalienItalien SG Cortina
Arena Milano, Mailand
Zuschauer: 2800

Endspiel

11. Januar 2026
20:00 Uhr
(Ortszeit)
ItalienItalien HC Asiago
8:3
(4:1, 3:2, 1:0)
Spielbericht
ItalienItalien Ritten Sport
Arena Milano, Mailand
Zuschauer: 4300

Verkehrsanbindung

Mit der S-Bahn und der U-Bahn zum U-Bahnhof Rogoredo FS ist der Bahnhof Milano Rogoredo erreichbar. Von dort verkehren u. a. mehrmals täglich die Hochgeschwindigkeitszüge Frecciarossa (deutsch „Roter Pfeil“) z. B. mit Bahnhöfen in Turin (Bahnhof Torino Porta Nuova), Rom (Bahnhof Roma Termini) und Neapel (Bahnhof Napoli Centrale). Der Flughafen Mailand-Linate ist per Bus- und Bahnlinien (alle 30 Min.) erreichbar. Die Straßenbahnlinie 27 hält direkt vor der Arena. In den nächsten drei Jahren soll außerdem eine Straßenbahnlinie zwischen der Haltestelle Rogoredo und der Arena eingerichtet werden.

Commons: Arena Milano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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