Arheisch
Flüsse, ohne Oberflächenabfluss
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Als arheisch (altgriechisch ἀ- a- „un-, nicht“; ῥεῖν rhein „fließen“) bezeichnet man in den Geowissenschaften Trockengebiete oder darin befindliche Mulden (Hohlformen), die nahezu ohne Oberflächenabfluss sind,[1][2][3] oder nur extrem seltene, episodische Abflussereignisse zeigen.[4] Als Grenzwert wird oft ein durchschnittlicher Abfluss von weniger als 3 Millimeter pro Jahr herangezogen.[5] In arheischen Gebieten kommt es in Geländemulden nicht einmal alle 10 Jahre zu einem Abflussereignis. Damit kann sich in den Mulden kein Fließgewässer mehr ausbilden, nicht einmal ein temporäres.
Arheische Gebiete sind also extrem niederschlagsarme, hoch aride Trockenwüsten. Oft sind sie Bestandteil endorheischer Beckenlandschaften. Ihre Gesamtfläche wird auf 50,2 Millionen Quadratkilometer abgeschätzt.[6]
Verwendung in der Limnologie
Eine inhaltlich abweichende Definition von arheisch wurde von Francesc Gallart und Kollegen 2012 vorgeschlagen. Darin geht es um Phasen der Wasserführung in temporären Fließgewässern. Sie unterscheiden darin hyperrheische, eurheische, oligorheische, arheische, hyporheische und edaphische Phasen. Der arheische Zustand ist dadurch charakterisiert, dass kein Abfluss mehr stattfindet, aber in Vertiefungen noch Resttümpel und Pfützen stehengeblieben sind. Diese können teilweise noch durch unterirdischen Abfluss verbunden sein und der Gewässerfauna als Refugien dienen.[7]