Arij Kop

niederländischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Arij Kop, auch Ary (* 28. Februar 1901 in Vlaardingen; † 13. März 1941 in der Waalsdorpervlakte, heute das Ehrenfeld von Waalsdorp, zugehörig zu Wassenaar in der Nähe von Scheveningen, Stadtbezirk von Den Haag), war ein niederländischer Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzungsmacht. Er wohnte in Vlaardingen.

Arij Kop vor 1941

Familie und Beruf

Er war der Sohn von Arij Kop und Catharina Cornelia Jacoba van der Gijn.[1] Im Abschiedsbrief an seine Ehefrau Margaretha bij de Leij (Gretha), mit der er zwölf Jahre verheiratet war und die zum Zeitpunkt seiner Verhaftung mit der dritten Tochter im fünften Monat schwanger war[2], zählt er seine Familienangehörigen auf: Vater, Mutter, Kinder (drei Töchter), Brüder (Pieter, Gerardus Reinier), Schwestern, Schwäger, Schwägerinnen, Neffen und Nichten.[3]

Vor seiner Heirat (1929) war er Steuermann auf einem Schiff, danach arbeitete er als Kassierer, Versicherungsvertreter und Zeitschriftenlieferant.

Widerstand

Nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande am 10. Mai 1940 kapitulierte das Land am 14. Mai vor der erdrückenden Übermacht. Schon am selben Tag wurde im Haus von Kop unter der Führung von Bernardus IJzerdraat die erste niederländische Widerstandsgruppe gegründet, die Geuzen-Gruppe. Die Geuzen verfassten und verteilten Flugblätter, spionierten deutsche Einrichtungen aus, gaben Informationen an die Briten weiter. Kop führte zahlreiche Sabotageakte aus.[3]

Verhaftung, Prozess und Hinrichtung

Infolge Verrats wurden bei der Durchsuchung seines Hauses (21. November 1940) Sprengstoff, Waffen und illegale Flugschriften gefunden. Zugleich wurde er verhaftet, war einen Tag im Gefängnis von Rotterdam und danach (ab 22. November 1940) bis zu seinem Tod im Gefängnis von Scheveningen, dem Oranjehotel, wo er verhört und gefoltert wurde.[2]

Der Prozess gegen ihn und weitere Angeklagte der Gruppe wurde vor dem deutschen Feldkriegsgericht im Gebäude des obersten Gerichtshof, des Hohen Rats, in Den Haag durchgeführt (24. Februar – 4. März 1941). Das Gericht verurteilte ihn wegen Zugehörigkeit zur Widerstandsgruppe und Waffenbesitz zum Tode, er wurde zusammen mit 17 weiteren Männern in den Dünen von Waalsdorp erschossen und vergraben (13. März 1941). Er gehörte damit zu den ersten Opfern der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in den Niederlanden.

Gedenken

Emaus-Friedhof 2023
  • Ehrengrab mit Grabstein. Nach dem Krieg wurde er exhumiert und fand auf dem städtischen Emaus-Friedhof Vlaardingen seine letzte Ruhe, siehe Bild.
  • Straße in Vlaardingen, Arij Koplaan, Arij-Kop-Allee.
  • Sraße in Schiedam, Ary Koplaan, Arij-Kop-Allee.
  • Abschiedsbrief vom Tag der Hinrichtung an seine Familie: „Heute mittag um 12 Uhr wurde das Urteil verkündet – wir sind zum Tode verurteilt worden. Um halb fünf werden wir aus unseren Zellen geholt; wir sind unser fünfzehn ... Ich habe versucht, die Kinder noch einmal zu sehen, aber es wurde mir abgeschlagen ... Aber wir alle, ohne Ausnahme, können es nicht fassen, dass wir in wenigen Stunden tot sein werden. Wir sitzen beieinander und rauchen, sie geben uns alles, was wir noch haben wollen, gewiss, um uns den Abschied noch schwerer zu machen.“[3]

Literatur

  • Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 416–418: Ary Kop, Seite 413–416: Überblick über den niederländischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Einzelnachweise

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