Artemis 2
erste bemannte Mission des Artemis-Programms
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Artemis 2 (offiziell Artemis II,[3] zuvor Exploration Mission 2, kurz EM-2) ist ein geplanter bemannter Mondflug der NASA in Zusammenarbeit mit der europäischen und der kanadischen Weltraumagentur (ESA und CSA). Auf diesem Flug sollen vier Astronauten in einem Orion-Raumschiff den Mond umrunden, um die Systeme und Arbeitsabläufe an Bord zu erproben, bevor mit einer späteren Mission Menschen auf dem Mond landen. Die Flüge sind Teil des Artemis-Mondflugprogramms. Artemis 2 soll frühestens am 1. April 2026 starten und neun Tage dauern. Es wäre der erste bemannte Mondflug seit Apollo 17 im Jahr 1972.

| Missionsemblem | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Missionsdaten (geplant) | |||||||
| Mission | Artemis 2 | ||||||
| Trägerrakete | SLS Block 1 | ||||||
| Besatzung | 4 | ||||||
| Start | frühestens 1. April 2026, 22:24 UTC[1] | ||||||
| Startplatz | Kennedy Space Center, LC-39B | ||||||
| Hinflug in | 4 Tagen | ||||||
| Rückflug in | 4 Tagen | ||||||
| Landung | |||||||
| Landeplatz | Pazifik | ||||||
| Flugdauer | 9 Tage[2] | ||||||
| Mannschaftsfoto | |||||||
Christina Koch, Reid Wiseman (vorn), Victor Glover und Jeremy Hansen | |||||||
| ◄ Vorher / nachher ► | |||||||
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Besatzung
Hauptbesatzung
Das Orion-Raumschiff bietet Platz für bis zu vier Personen. Die geplante Besatzung von Artemis 2 wurde im April 2023 bekanntgegeben. Sie setzt sich wie folgt zusammen:[4]
- Reid Wiseman, Kommandant (2. Raumflug; USA/NASA)
- Victor Glover, Pilot (2. Raumflug; USA/NASA)
- Christina Koch, Missionsspezialistin (2. Raumflug; USA/NASA)
- Jeremy Hansen, Missionsspezialist (1. Raumflug; Kanada/CSA)
Ersatzmannschaft
- Jennifer Sidey-Gibbons, Missionsspezialistin (1. Raumflug; Kanada/CSA) für Hansen[5]
- Andre Douglas (1. Raumflug; USA/NASA)[6]
Startplanung und -vorbereitung
Der Flug sollte ursprünglich als Exploration Mission 2 im Jahr 2021 starten.[7] Nach mehreren Verschiebungen wurde ein Startzeitraum von Februar bis April 2026 gewählt.[8][9][10]
Am 3. Februar 2026 fand ein erstes wet dress rehearsal (WDR) statt, eine Generalprobe der Startvorbereitungen mit Betankungstest und Überprüfung aller Systeme. Dabei leckte mehr flüssiger Wasserstoff aus der Betankungsanlage des Startplatzes als zulässig, weshalb der Countdown bei etwa T-5 Minuten abgebrochen wurde.[11]
Beim zweiten WDR am 19./20. Februar war der Betankungstest erfolgreich.[12] Die Rakete verblieb danach vollgetankt auf der Startrampe. In der Nacht auf den 21. Februar stoppte allerdings die Versorgung der oberen Raketenstufe mit flüssigem Helium, weshalb die NASA die Startvorbereitungen abbrach und die Rakete zur Reparatur zurück in das Vehicle Assembly Building fuhr. Ursache des Problems war eine Dichtung, die sich gelöst und den Heliumzufluss verstopft hatte.[13][14]
Die Rakete soll im März zurück zum Startplatz gefahren werden,[1] um einen Start im April zu ermöglichen.[10]
Missionsverlauf

Der Start ist von der Rampe 39B des Kennedy Space Center am Cape Canaveral geplant. Als Trägerrakete soll ein SLS in der Version Block 1 eingesetzt werden.[15]
Zuerst soll in einer niedrigen Erdumlaufbahn die Funktion der Orion-Lebenserhaltungssysteme geprüft werden.[16] Nach zwei Erdumrundungen soll die zweite Stufe des SLS das Apogäum der Umlaufbahn auf etwa 71.655 Kilometer anheben. In dieser hochelliptischen Bahn soll sich Orion von der Raketenstufe trennen, woraufhin die Besatzung manuelle Manövriermanöver mit dem Raumschiff erprobt. Etwa 25 Stunden nach dem Start soll es mit eigenem Antrieb eine Translunar Injection durchführen, also in eine Bahn beschleunigen, die nahe am Mond vorbei und um diesen herum führt. Die Reisedauer zum Mond ist mit vier Tagen angesetzt, weitere vier Tage sind für den Rückflug geplant.[17][2]
Schließlich soll sich die Orion-Kapsel von ihrem Servicemodul – der von Airbus Defence and Space in Bremen gebauten Antriebs- und Versorgungseinheit – trennen und im Pazifik wassern, wo sie und die Raumfahrer mit Unterstützung der U.S. Navy geborgen werden.[17]
Sekundäre Nutzlasten
Das SLS kann neben dem Orion-Raumschiff auch Kleinsatelliten im Cubesat-Format 6U oder 12U transportieren. Diese befinden sich beim Start im Nutzlastadapter der Rakete und werden nach dem Abtrennen des Raumschiffs ausgesetzt.[18][19]
Die Mission Artemis 1 führte zehn Cubesats mit, die in Fluchtbahnen ausgesetzt wurden. Für Artemis 2 ist hingegen ein Start in eine hohe suborbitale Bahn geplant. Die Nutzlasten dieses Flugs müssen daher innerhalb von acht Stunden mit eigenem Antrieb das Perigäum ihrer Bahn anheben, um nicht wieder zurück auf die Erde zu stürzen. Ob diese Mitfluggelegenheit bei Artemis 2 genutzt wird, war zunächst unklar.[19] Schließlich entschied sich die NASA für die Mitnahme von vier Cubesats:[20]
- Tacheles, ein Experiment eines Berliner Start-Up-Unternehmens, mit dem elektronische Bauteile für mögliche zukünftige Mondrover getestet werden sollen.[21][22]
- K-Rad Cube, ein südkoreanischer Satellit, der die Auswirkungen der Strahlung in den Van-Allen-Gürteln auf simuliertes menschliches Gewebe messen soll.[23]
- Ein saudi-arabischer Satellit, der das Weltraumwetter beobachten soll.[24]
- Atenea, ein argentinischer Satellit, der unter anderem verschiedene Strahlungsabschirmungen testen und das Strahlungsspektrum in der Umgebung der Erde messen soll.[20]
Weblinks
- Artemis II auf der NASA-Website (englisch)
- Detaillierter Zeitplan des Missionsablaufs (PDF, englisch)
- Forward to the Moon: NASA’s Strategic Plan for Lunar Exploration. Mai 2019 (PDF, englisch)
