Arthur Goldstein
kommunistischer Journalist und Politiker
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Arthur Goldstein (* 18. März 1887 in Lipine, Deutsches Reich; † 25. Juni 1943 in Auschwitz) war Journalist und kommunistischer Parteifunktionär. Er wurde im KZ Auschwitz ermordet.
Leben
Goldstein war promovierter Jurist, arbeitete jedoch als Wirtschaftsjournalist. Er trat 1914 der SPD bei; dort als Spartakist auf dem linken Flügel stehend, schloss er sich im April 1917 der USPD an und zählte später zu den Gründungsmitgliedern der KPD. Als Angehöriger des linksradikalen Flügels vertrat er antiparlamentarische Positionen und wurde nach dem im Oktober 1919 abgehaltenen Heidelberger Parteitag ausgeschlossen. Goldstein gehörte in der Folge neben Karl Schröder, Alexander Schwab und Bernhard Reichenbach zu den führenden Köpfen der Linken Opposition, so der Historiker Philippe Bourrinet.[1]
1920 Mitbegründer der KAPD, vertrat er diese eine kurze Zeit beim Exekutivkomitee der Komintern in Moskau. Auch zeichnete er zusammen mit Karl Schröder und Adolf Dethmann für das Parteiorgan Kommunistische Arbeiter-Zeitung verantwortlich. Unter dem Pseudonym „Stahl“ war er einer der Unterzeichner des Programmentwurfes der KAPD, der von Herman Gorter verfasst worden war. Das erste Exekutivkomitee der KAPD bestand aus Emil Sachs („Erdmann“), Friedrich Wendel („Friedrich“) und Arthur Goldstein („Stahl“). Goldstein war zusammen mit Schröder und Dethmann energischer Gegner der Hamburger Richtung und ihren Vertretern innerhalb der KAPD, Heinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim, die einen nationalen Kommunismus vertraten. Auf dem zweiten Parteitag der KAPD vom 1.–4. August 1920 in Berlin-Weißensee setzte Goldstein die Trennung von der Hamburger Richtung durch. Der 2. Weltkongreß der KI nahm die KAPD auf, diese trat schon im September 1921 wieder aus.
Goldstein wurde 1922 gemeinsam mit Karl Schröder als führendes Mitglied der Essener Richtung aus der KAPD ausgeschlossen. Er nahm Kontakt zu Paul Levi auf, arbeitete an dessen Zeitschrift Unser Weg mit und trat 1923 wieder in die SPD ein.
In Berlin formte er ab 1928 gemeinsam mit Schröder die von Levi 1924 gegründete Sozialwissenschaftliche Vereinigung zu einer rätekommunistischen Kaderorganisation um, welche den Kern der 1931/32 gegründeten Roten Kämpfer darstellte, wo Goldstein als Fachmann für ökonomische Fragen fungierte. Gleichzeitig publizierte er in sozialdemokratischen Zeitungen wie dem Vorwärts und unterhielt Kontakte zu anderen linken Organisationen, so zur trotzkistischen Linken Opposition.
1933, nach der Machtergreifung der NSDAP, floh Goldstein nach Paris; nach dem erfolglosen Versuch eine Auslandsleitung der Widerstandsbewegung Rote Kämpfer aufzubauen, schloss er sich der trotzkistischen IKD an, in deren Exilleitung er zeitweise Mitglied war.
Nach den in Auschwitz vorliegenden Unterlagen wurde Arthur Goldstein am 23. Juni 1943 in einem Massentransport von 1018 Juden von dem Sammellager Drancy (Frankreich) nach Auschwitz deportiert. Dort wurde er sofort nach der Ankunft am 25. Juni 1943 mit weiteren 517 Juden selektiert und in der Gaskammer von der SS ermordet.
Schriften
- Nation und Internationale. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Hamburger Kommunismus. Kommunistische Arbeiterpartei, Berlin 1920 (Digitalisat).
- (Hrsg.): Das lustige Buch des Bücherkreises. Eine Sammlung von Humoresken und Grotesken. Der Bücherkreis, Berlin 1929 (2. Aufl. 1931).
- Kann der Trotzkismus wirklich siegen? Grundlinien einer Trotzki-Kritik. Hrsg.: Gruppe Roter Kämpfer. K. Cierpka, Berlin 1932 (Digitalisat [PDF; 333 kB]).
Literatur
- Olaf Ihlau: Die Roten Kämpfer. Ein Beitrag zur Geschichte der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“. Hain, Meisenheim am Glan 1969, S. 170 f.
- Goldstein, Arthur. In: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, öffentliches Leben. Saur, München 1980, ISBN 0-89664-101-5, S. 235.
- Goldstein, Arthur. In: Hermann Weber, Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Karl Dietz, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6.