Arthur Sorg

deutscher Arbeiter, Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Arthur Sorg (* 17. Januar 1901 in Moorrege; † 3. September 1937 im Straflager Aschendorfermoor) war ein deutscher Arbeiter, Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er wurde aufgrund seiner politischen Tätigkeit verfolgt, verurteilt und starb infolge der Haftbedingungen im Emslandlager Aschendorfermoor.[1]

Gedenkstein der Uetersener Widerstandskämpfer auf dem "Neuen Friedhof" in Uetersen
Stolperstein von Arthur Sorg

Leben

Herkunft und Familie

Arthur Sorg wurde als Sohn von Philipp und Bertha Sorg, geborene Röhlke, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete er zunächst in der Landwirtschaft und später als Arbeiter in einer Papierfabrik. 1921 heiratete er Marie Kristen; aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Die Familie lebte in Uetersen, unweit seiner Arbeitsstelle.[1]

Ein Bruder Arthur Sorgs wurde ebenfalls von den nationalsozialistischen Behörden verfolgt und inhaftiert.[1]

Politisches Engagement

Seit 1931 war Sorg Mitglied der KPD und übernahm innerhalb der Ortsgruppe organisatorische Aufgaben, unter anderem als Unterkassierer. Er beteiligte sich an illegalen politischen Aktivitäten, darunter die Sammlung von Beiträgen, die Verteilung parteinaher Zeitungen sowie die Teilnahme an konspirativen Treffen oppositioneller Gruppen.[1]

Verhaftung und Strafverfahren

Im Zuge der Verfolgung politischer Gegner wurde Arthur Sorg am 19. Dezember 1934 verhaftet. Er wurde zunächst in Elmshorn inhaftiert und anschließend in das Polizeigefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel (KoLaFu) überstellt.[1]

Am 3. Februar 1936 verurteilte ihn der 3. Strafsenat des Kammergerichts Berlin im sogenannten Offenborn-Prozess wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu drei Jahren Zuchthaus. Zusätzlich wurden der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte sowie Polizeiaufsicht angeordnet.[1][2]

Haft im Emsland

Arthur Sorg verbüßte seine Strafe unter anderem im Straflager Aschendorfermoor, einem der Emslandlager. Die Haftbedingungen waren durch schwere Zwangsarbeit im Moor, mangelhafte medizinische Versorgung und unzureichende Ernährung gekennzeichnet.[1][3]

Tod

Arthur Sorg starb am 3. September 1937 während der Haft im Straflager Aschendorfermoor. Als Todesursache gelten die Folgen der Haftbedingungen und unzureichende medizinische Versorgung. In der Traueranzeige der Familie wurde das Krankenhaus in Papenburg als Sterbeort angegeben.[1]

Erinnerung und Gedenken

Auf dem Neuen Friedhof in Uetersen befindet sich ein Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus, auf dem auch der Name Arthur Sorg verzeichnet ist. Der Gedenkstein erinnert an mehrere lokale Opfer politischer Verfolgung während der NS-Zeit.[4]

Literatur

  • Herbert Diercks: Die Freiheit lebt! Widerstand und Verfolgung im Kreis Pinneberg 1933–1945. Hamburg 1983.
  • Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS): Dokumentationen zum Widerstand im Kreis Pinneberg.

Einzelnachweise

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