Artur Zahn
deutscher Künstler
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Leben
Artur Zahn wurde am 31. Mai 1886 im preußischen Magdeburg geboren. Zwischen 1904 und 1909 studierte er Kunsterziehung, Kunstgeschichte, darstellende Geometrie und Methodik an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin. Hier lernte er unter anderem beim Porzellanmaler August Achtenhagen und dem Landschaftsmaler Viktor Paul Mohn. Sein Examen legte er beim Maler Max Liebermann ab. Anschließend wirkte er einige Jahre als Zeichenlehrer in Brandenburg. Im Jahr 1912 zog Artur Zahn nach Duisburg, wo er den Rest seines Lebens verbringen sollte.[1]
Zahn nahm in der Stadt eine Stelle als Zeichenlehrer an der Städtischen Mädchen-Mittelschule an. Parallel war er als Lehrer am Kindergärtnerinnen-Seminar tätig. Er betreute in Duisburg Referendare und leitete Fortbildungen für Lehrer. Im Jahr 1919 wechselte Zahn ins Städtische Realgymnasium, das heutige Steinbart-Gymnasium. 1922 erhielt er hier seine Beförderung vom Zeichenlehrer zum Oberzeichenlehrer. Die Stelle am Realgymnasium hatte Zahn bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1951 inne.
Bereits 1914 trat Zahn auch als Künstler in Duisburg in Erscheinung. So beteiligte er sich an Ausstellungen in Köln und Leipzig. Ab 1920 waren Arbeiten des Künstlers regelmäßig in Ausstellungen des Duisburger Museumsvereins zu sehen. Zahn gilt als Initiator zur Gründung des Duisburger Künstlerbundes, der 1923 ins Leben gerufen wird. Zahn agierte in den Anfangsjahren auch als Sprecher und Vorsitzender und nahm junge Talente wie Werner Kreuzhage, Volkram Anton Scharf und Julius Schmitz-Bous in die Vereinigung mit auf. In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur trat Zahn in mehrere NS-Organisationen ein. Mehrere Arbeiten wurden von den Machthabern als „entartet“ aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Artur Zahn starb im Jahr 1970 in Duisburg.[2]
Werke (Auswahl)
Artur Zahn war als Maler und Grafiker tätig, scheint aber auch andere Techniken wie Holzstiche beherrscht zu haben. Daneben war er als Restaurator tätig und arbeitete mit Bildern Alter Meister und Skulpturen der Frühgotik. Im Zentrum seiner Arbeiten stand die Auseinandersetzung mit den Landschaften des Ruhrgebiets und des Niederrheins. Dabei zog er in seine Landschaftsdarstellungen immer auch die Industrie mit ein. „Zahn bietet keine anheimelnde Industriekulisse, vielmehr dokumentiert er die Umweltbelastung durch die Industrie, als solche Probleme kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen waren.“[3]
Insbesondere die frühen Arbeiten sind noch eng mit dem Impressionismus verbunden. Auch die späteren Arbeiten suchen vor allem das Atmosphärische ins Zentrum zu rücken.[4] Arbeiten von Zahn wurden bereits in den 1950er Jahren als Werkschau im Niederrheinischen Museum, dem heutigen Kultur- und Stadthistorischen Museum gezeigt. 2024 präsentierte die DU-Art-Galerie von Gerhard Losemann rund 50 Werke des Künstlers.
Literatur
- Christoph Brockhaus (Hg.): Seit Lehmbruck. Duisburger Künstlerportraits (= Duisburger Forschungen 54. Bd.). Mercator-Verlag, Duisburg 2008, ISBN 978-3-87463-407-6.