Arvigo

Ort in der Gemeinde Calanca im Kanton Graubünden, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Arvigo ist ein Dorf in der Gemeinde Calanca im italienischsprachigen Teil des Schweizer Kantons Graubünden. Bis zum 31. Dezember 2014 bildete Arvigo eine eigenständige Gemeinde, bevor sie mit drei weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Calanca fusionierte.

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Arvigo
Wappen von Arvigo
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Moesa
Politische Gemeinde: Calancai2
Postleitzahl: 6543
frühere BFS-Nr.: 3801
Koordinaten: 728921 / 128995
Höhe: 876 m ü. M.
Fläche: 17,01 km²
Einwohner: 72 (31. Dezember 2014)
Einwohnerdichte: 4 Einw. pro km²
Website: www.comunedicalanca.ch
Arvigo
Arvigo
Karte
Arvigo (Schweiz)
Arvigo (Schweiz)
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Geographie

Freundschaftsbrücke

Arvigo liegt im unteren Teil des Calancatals auf einem Schuttkegel, den der Bach Rià di Arvigo aufgeschüttet hat. Vom gesamten Gemeindegebiet von 1701 ha sind 909 ha von Wald und Gehölz bedeckt, 563 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge), 203 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (fast 90 % davon Alpsässen) und nur 26 ha Siedlungsareal.

Arvigo grenzt im Westen an den Kanton Tessin.

Geschichte

Kirche San Lorenzo, erwähnt 1453
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2015
Kreisgericht des Kreises Calanca

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1453 unter dem damaligen Namen Arvicho. Seit dem 12. Jahrhundert stand das Dorf unter der Herrschaft der Freiherren von Sax. Diese verkauften ihre Rechte 1480 an Gian Giacomo Trivulzio von Mailand. Als dieser in Streit geriet mit dem Herzog Ludovico Sforza von Mailand, trat Arvigo 1496 in den Grauen Bund als achtes Hochgericht bei. Das Calancatal wurde zu einer der vier Squadre und Arvigo erhielt den Status einer halben Degagna.

Die 1590 errichtete Kaplanei wurde 1611 zur Pfarrei erhoben. Im 17. und 19. Jahrhundert wurde die 1453 erwähnte Pfarrkirche S. Lorenzo umgebaut. Weitere Sakralbauten in Arvigo sind die Kapellen Madonna Addolorata aus dem 17. Jahrhundert und S. Giovanni Nepomuceno (um 1710).[1]

Die Bevölkerung von Arvigo lebte hauptsächlich von Weide- und Viehwirtschaft. In den vergangenen Jahrhunderten wanderten viele Bewohner als Glaser und Harzer nach Bayern und Österreich aus. 1920 begann der Abbau des grünen Schiefers (Paragneis). 2001 beschäftigten zwei Granit-Firmen ca. 60 Personen.[1]

Bis am 31. Dezember 2014 war Arvigo eine eigene politische Gemeinde. Am 1. Januar 2015 fusionierte sie mit den Gemeinden Braggio, Cauco und Selma zur neuen Gemeinde Calanca. 1980 war ihr die bis anhin selbständige Gemeinde Landarenca angegliedert worden.

Wappen

Wappen von Arvigo
Wappen von Arvigo
Blasonierung: «In Gold (Gelb) ein roter Laurentiusrost, überhöht von zwei sechsstrahligen roten Sternen»

Sankt Laurentius ist der Patron der Pfarrkirche von Arvigo, die Sterne dienen der Differenzierung von anderen Wappen mit dem Heiligensymbol.

Bevölkerung

Weitere Informationen Bevölkerungsentwicklung ...
Bevölkerungsentwicklung
Jahr16911733185019001902[2]19502000[1]20102014
Einwohner400352110226118152929772
Bemerkungmit Landarenca
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Von den 97 Bewohnern Ende 2010 waren 63 Schweizer Staatsangehörige und 34 Zuwanderer. Die Minderung ist mitunter auf die Abwanderung junger Bürger zurückzuführen, die ihre berufliche Zukunft in einer anderen Region sehen.

Wirtschaft

Il ponte dell’amicizia (11. Jh.) mit Dorfteil De la del Pont und Granit-Steinbruch

Neben dem Tourismus wird diese durch den Abbau und die Verarbeitung von Naturstein, dem sog. Calancagneis, bestimmt. Dieser wird unterhalb der ehemaligen Gemeinde in einem grossen Steinbruch gewonnen.

Politik

Arvigo ist als Hauptort des Calancatals zugleich Sitz des Kreisgerichts. Gemeindepräsident war bis 2014 Rodolfo Keller.

Sehenswürdigkeiten in Arvigo und Landarenca

Beinhaus
  • Die katholische Pfarrkirche San Lorenzo in Arvigo[3][4]
  • das Beinhaus (17. Jahrhundert)[3]
  • Freundschaftsbrücke in Arvigo
  • die Pfarrkirche Santi Bernardo e Nicola erbaut 1626 in der Ortschaft Landarenca[3][5]

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Arvigo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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