Asahi Linux
Linux-Distribution für die Apple Silicon-Computer
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Asahi Linux ist ein Linux-Entwicklungsprojekt für die ARM-basierten Macs von Apple („Apple Silicon“). Ziel des Projekts ist die Entwicklung von freier Software zur Unterstützung dieser proprietären Hardware unter Linux und anderen freien Betriebssystemen wie OpenBSD.[2] Asahi Linux ist keine Distribution, dient aber als Grundlage der offiziellen Fedora-Variante Fedora Asahi Remix.[3] Weitere Distributionen, die mittels Asahi Linux Apple Silicon unterstützen, sind Arch Linux ARM und Gentoo[4].
| Asahi Linux | |
|---|---|
| Entwickler | Asahi Linux Project: Alyssa Rosenzweig, Asahi Lina, Dougall Johnson, Eileen Yoon, James Calligeros, Janne Grunau, Mark Kettenis, Sven Peter[1] |
| Lizenz(en) | GPL, MIT und weitere |
| Erstveröff. | 2021 |
| Akt. Version | Rolling Release |
| Basissystem | verschiedene, unter anderem Fedora und Arch Linux |
| Kernel | Linux |
| Abstammung | GNU/Linux ↳ Asahi Linux |
| Architektur(en) | ARM |
| Sprache(n) | mehrsprachig |
| https://asahilinux.org/ | |
Die erste Alpha-Version wurde Anfang 2022 veröffentlicht.[2] Eine erste stabile Version erschien im Januar 2024.[5]
Geschichte
Das Asahi-Linux-Projekt wurde 2021 von Hector Martin gestartet. Nach der Veröffentlichung der ersten Arm-Macs 2020 hatte Linus Torvalds bedauert, sich zwar einen Arm-Laptop für die Linux-Entwicklung zu wünschen, dass die von Apple produzierten Macs mit „Apple Silicon“ jedoch nicht dafür geeignet seien, solange Apple geschlossene proprietäre Hardware verwende.[6] Das kleine Projekt-Team arbeitet per Reverse Engineering an der Unterstützung für Apples Hardware.[7]
Als Basisdistribution für die Entwicklung wurde zunächst Arch Linux ARM verwendet. Seit 2023 besteht eine Zusammenarbeit mit Fedora, sodass Fedora Asahi Remix die für Endanwender geeignete Flaggschiffdistribution wurde.[8]
Am 13. Februar 2025 trat Hector Martin aus dem Asahi-Linux-Projekt zurück, nachdem es zuvor zu Unstimmigkeiten mit anderen Linux-Kernel-Maintainern gekommen war.[9] Seither wird Asahi Linux von einem Projektvorstand aus (Stand April 2026) sieben Personen geleitet.[10] Im Rahmen der Übergabe der Leitungsfunktionen kündigte das Projekt außerdem einen verstärkten Fokus auf Linux-Kernel-Upstreaming an, damit die Unterstützung für Apple Silicon möglichst vollständig im Kernel-Hauptzweig vorliegt.[11]
Seit dem Rücktritt von Martin sind Spenden an das Projekt über Open Collective und GitHub Sponsors erwünscht,[12] mit diesen werden beispielsweise Hardwareanschaffungen für Reverse Engineering[13] sowie die Arbeit einiger leitender Entwickler[14] bezahlt.
2024 wurde mit der Entwicklung von standardsgemäßer Vulkan- und OpenGL-Unterstützung begonnen.[15] Seit Fedora 41 (Ende 2024) ist diese Unterstützung zusammen mit x86-64-Kompatibilität für Endanwender nutzbar.[16] Damit stellt Asahi Linux die einzige konforme Implementierung von OpenGL 4.6, OpenGL ES 3.2, OpenCL 3.0 und Vulkan 1.4 für Apple Silicon dar; dieselben Standards werden von macOS nur unzureichend (OpenGL) bzw. gar nicht (Vulkan) implementiert.
Unterstützte Hardware
Auf Geräten der M1- und M2-Prozessor-Generationen ist die Unterstützung weit fortgeschritten und für den Alltagsgebrauch geeignet.[17] Wesentliches Manko ist die fehlende Unterstützung für externe Bildschirme mit USB-C oder DisplayPort, sowie Thunderbolt und TouchID.[18] Die Unterstützung für die Generationen M3 und M4 ist Stand 2026 noch in Arbeit und kann noch nicht von Endanwendern genutzt werden.
Fedora Asahi Remix hat folgende Voraussetzungen:[18]
- Arm-Prozessor von Apple der Generation M1 oder M2 (einschließlich M1 Pro, M2 Ultra usw.)
- MacBook Air, MacBook Pro, Mac mini, iMac oder Mac Studio
- macOS neuer als Monterey (Version 12.3)
- mindestens 53 GB freien Festplattenspeicherplatz
- Internetverbindung
Weblinks
- Asahi Linux Projekt-Seite auf GitHub (englisch)