Aschau im Chiemgau

Gemeinde im Landkreis Rosenheim in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Aschau im Chiemgau (amtlich: Aschau i.Chiemgau) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim mit den beiden Hauptortsteilen Aschau und Sachrang. Überragt wird der Fremdenverkehrsort von der 1669 Meter hohen Kampenwand (Chiemgauer Alpen) und dem mitten im Priental thronenden Schloss Hohenaschau aus dem 12. Jahrhundert.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Aschau im Chiemgau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aschau i.Chiemgau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 46′ N, 12° 19′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 615 m ü. NHN
Fläche: 79,59 km²
Einwohner: 5471 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83229
Vorwahlen: 08052, 08057Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 114
Gemeindegliederung: 44 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kampenwandstraße 36
83229 Aschau i.Chiemgau
Website: www.gemeinde-aschau.de
Erster Bürgermeister: Frank Simon (Zukunft für Aschau)
Lage der Gemeinde Aschau i.Chiemgau im Landkreis Rosenheim
Karte
Karte
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Aschau und OT Hohenaschau im Tal der Prien mit der Kampenwand

Geografie

Lage

Die Gemeinde liegt rund 23 km südöstlich von Rosenheim, zwölf Kilometer südlich von Prien am Chiemsee, 32 km südwestlich von Traunstein und 28 km nördlich von Kufstein, wobei die Grenze zu Österreich (Tirol) lediglich 13 Kilometer von der Ortsmitte entfernt ist. Aschau ist Endpunkt der Chiemgaubahn von Prien am Chiemsee, überdies befindet sich im Ortsteil Hohenaschau die Talstation der Kampenwandbahn.

Nachbargemeinden

Frasdorf Bernau am Chiemsee
Samerberg Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Grassau
Schleching
(Lkr. Traunstein)
Erl
(Tirol)
Niederndorferberg, Rettenschöss
(Tirol)
Walchsee
(Tirol)

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus 44 Gemeindeteilen:[2]

  • Aschach
  • Aschau im Chiemgau
  • Attich
  • Aufham
  • Außerkoy
  • Außerwald
  • Bach
  • Berg
  • Brückl
  • Bucha
  • Einfang
  • Engerndorf
  • Fellerer
  • Göttersberg
  • Grattenbach
  • Grenzhub
  • Grünwald
  • Hainbach
  • Haindorf
  • Hammerbach
  • Hintergschwendt
  • Hohenaschau im Chiemgau
  • Höhenberg
  • Hub
  • Huben
  • Innerkoy
  • Innerwald
  • Kohlstatt
  • Mitterleiten
  • Pölching
  • Reichenau
  • Sachrang
  • Schlechtenberg
  • Schoßrinn
  • Schwarzenstein
  • Schweibern
  • Seehaus
  • Spöck
  • Staffelstein
  • Stein
  • Vordergschwendt
  • Wald
  • Wasserthal
  • Weiher

Natur

Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet:

Des Weiteren gibt es im Gemeindegebiet 25 Geotope.

Bärnsee

Von der Ortsmitte etwa vier Kilometer entfernt, erstreckt sich im Nordosten das Landschaftsschutzgebiet Bärnsee. Dieser See ist umgeben von einer wilden Hochmoorlandschaft (Aschauer Fuizn) und steht aufgrund seiner artenreichen Flora und Fauna unter Landschaftsschutz. Neuerdings ist hier auch der Biber beheimatet.[3] Durch das Moor führt ein Wanderweg.[4] Ebenfalls am Bärnsee gibt es das FFH-Gebiet Bärnseemoor.

Geschichte

Schloss Hohenaschau

Bis zur Gemeindefusion

Das Schloss Hohenaschau wurde im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts im Oberen Priental erbaut durch Konrad und Arnold von Hirnsberg. Bedeutsame Adelsgeschlechter erweiterten den Besitz und bauten das Schloss zum Mittelpunkt des Verwaltungssitzes ihrer Herrschaft aus. Die Herrschaft Hohenaschau war zwar kein Fürstentum im eigentlichen Sinn, hatte aber dennoch eine ganze Reihe von Hoheitsrechten wie das Recht der Hoch- und Blutgerichtsbarkeit.

Bei den Um- und Erweiterungsbauten des Schlosses im Stil der Renaissance (1540–1560) und des Hochbarock (1672–1686) wurden die barocke Schlosskapelle und das ehemalige Benefiziatenhaus (dort befindet sich heute das Prientalmuseum), errichtet. Nach weiteren Veränderungen, vor allem von 1905 bis 1908 durch Theodor von Cramer-Klett, ging der Besitz an die Bundesrepublik Deutschland über und wird heute als Ferienwohnheim der Bundesfinanzverwaltung genutzt.

Hohen- und Niederaschau wurden im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 selbständige politische Gemeinden. Am 1. Januar 1966 wurden Hohen- und Niederaschau zur Gemeinde Aschau im Chiemgau zusammengelegt.[5]

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1978 erfolgte im Zuge der Gemeindegebietsreform die Eingliederung der früheren Gemeinde Sachrang sowie des südlichen Teils der früheren Gemeinde Umrathshausen in die Gemeinde Aschau im Chiemgau.[6] Hierdurch wurde sie zur flächenmäßig größten Gemeinde im Landkreis Rosenheim.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3907 auf 5731 um 1824 Einwohner bzw. um 46,7 %.

Politik

Gemeinderat

2020[7]20142008[8]2002[9]
Sitze insgesamt 20202020
Freie Wahlgemeinschaft Aschau 5889
CSU 3776
SPD ---3
Aschauer Bürgerliste 133-
Priental-Liste -222
Zukunft für Aschau 7 - - -
Bürgerbewerbung Aschau 2 - - -
Bündnis 90/Die Grünen 2 - - -

Bürgermeister

1. Bürgermeister:Simon Frank (Zukunft für Aschau)[7]
2. Bürgermeister:Michael Andrelang (CSU)[7]
3. Bürgermeisterin:Monika Schmid (FWG)[7]

Wappen

Blasonierung: „In Silber auf der mittleren Kuppe eines dreiteiligen blauen Felsenberges eine grüne Esche.“[10]
Wappenbegründung: Die Esche ist redend für den Ortsnamen Aschau, der mit dem Bestimmungswort „Esche“ (althochdeutsch „asc“) und dem Grundwort Aue („Land am Wasser“) gebildet ist.[11]

Das Wappen wird seit 1967 geführt.

Verkehr

Es bestehen die Busverbindungen Rosenheim-Aschau (Buslinie 9496)[12] und Wildbich-Aschau-Felden (Buslinie 9502) im Sommer bis nach Oberaudorf[13] sowie eine Bahnverbindung nach Prien über die Chiemgaubahn. Der Ort verfügt über einen Bahnhof, dieser wird auch von der Deutschen Bahn AG genutzt.

Aschau liegt am Bodensee-Königssee-Radweg, welcher in Lindau beginnt und zum Königssee bei Berchtesgaden führt.

Der nächste Flughafen ist ca. 60 Kilometer entfernt in Salzburg.[14]

Bildungseinrichtungen

Preysing-Grundschule Aschau im Chiemgau[15]

Privates Förderzentrum (Kinderklinik)[16]

Baudenkmäler

Im Gemeindegebiet bestehen 133 Baudenkmäler, davon 5 denkmalgeschützte Ensembles.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Mariä Lichtmeß

Persönlichkeiten

Literatur

  • Stefan Breit: Die Herrschaft Hohenaschau. In: Wolfgang Jahn, Margot Hamm, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): Adel in Bayern, Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2008. Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 2008, ISBN 978-3-937974-19-4, S. 284–292.
  • Hohenaschau, Landkreis Rosenheim, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer alten Landkarte der Umgebung von Hohenaschau und einem neuzeitlichen Orientierungsplan von Aschau mit Angabe der wichtigsten Gebäude (durch Bildvergrößerung abrufbar)).

Einzelnachweise

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