Assata Shakur

US-amerikanische Politaktivistin, Mitglied der Black Panther Party und der Black Liberation Army, wegen Mordes verurteilt (1947–2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Assata Olugbala Shakur (* 16. Juli 1947 in New York City als Joanne Deborah Byron, verheiratet Chesimard; † 25. September 2025 in Havanna) war eine US-amerikanische militante Politaktivistin, die in den 1970er Jahren wegen Mordes verurteilt wurde und nach Kuba floh. In den USA stand sie bis zuletzt auf der FBI-Liste der meistgesuchten Terroristen.

Assata Shakur (1981)

Leben

Ende der 1960er-Jahre kam die Studentin Assata Shakur in Kontakt mit der aufkommenden Bürgerrechtsbewegung in den USA. Sie tauschte ihren „Sklavennamen“ Joanne Deborah Byron gegen den selbstgewählten afrikanischen. Shakur politisierte sich und stieß zu der Black Panther Party, für die sie unter anderem an Universitäten aktiv war, und arbeitete mit Kindern aus schwarzen Communitys. Später schloss sie sich dem militanten Arm der Bewegung an und wurde Mitglied der schwarz-nationalistisch-marxistischen Untergrundorganisation Black Liberation Army.[1]

Am 2. Mai 1973 wurde ihr Auto wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit angehalten, während sie wegen mehrerer Straftaten gesucht wurde. Bei der folgenden Schießerei wurde ein Polizist getötet und ein weiterer lebensgefährlich verletzt. Shakur wurde angeschossen und kurz darauf mit einem Begleiter festgenommen, der andere wurde bei dem Schusswechsel getötet. In einem Strafverfahren wurde sie unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, ihr Begleiter erhielt ebenfalls eine lebenslange Freiheitsstrafe. Shakur bestand darauf, nicht selbst geschossen zu haben.[2]

Am 2. November 1979 wurde sie von einem bewaffneten Kommando der Black Liberation Army aus dem Gefängnis Clinton Correctional Facility for Women befreit. Seither führte sie das FBI auf einer Fahndungsliste. Bis 1984 lebte sie im Untergrund, zunächst in Pittsburgh und auf den Bahamas, dann erhielt sie in Kuba politisches Asyl. Dort arbeitete sie für den Rundfunk, ihre Tochter kam nach Kuba und 1987 erschien ihre Autobiografie. Gloria Rolando drehte in den späten 1990er Jahren einen Dokumentarfilm über sie.[3]

Am 2. Mai 2013 hatte das FBI ein Kopfgeld in Höhe von bis zu einer Million US-Dollar auf ihre Ergreifung ausgesetzt.[4] Eine weitere Million kam vom Bundesstaat New Jersey. Da sie als Inlandsterroristin (domestic terrorist) eingestuft wurde, war sie damit die erste Frau, die das FBI auf der Liste der meistgesuchten Terroristen führte.[5][6] Bis zu diesem Zeitpunkt lebte Shakur offen auf Kuba, danach wurde sie von kubanischen Behörden aus der Öffentlichkeit geholt.[3]

Im Zuge des im Dezember 2014 eingeleiteten Verhandlungsprozesses zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten rückte auch Assata Shakurs Situation wieder in den Fokus medialer Berichterstattung. Eine von US-amerikanischer Seite thematisierte Auslieferung schloss die kubanische Regierung jedoch mit dem Hinweis aus, dass sie an ihrem Recht festhalte, Menschen nach eigenem Ermessen politisches Asyl zu gewähren.[7]

Assata Shakur war Patin des 1996 gewaltsam ums Leben gekommenen Rappers Tupac Shakur und war in der Rap-Szene mehrfach in Musikstücken ehrend erwähnt worden. Unter anderem widmeten ihr Chuck D von der Band Public Enemy, Paris, David Rovics und Common Lieder,[8] wobei vor allem Commons Aufführung von A Song for Assata bei einer Veranstaltung im Weißen Haus im Mai 2011 für eine Kontroverse sorgte.[9]

Shakur war Mitglied der New Communist Movement. Sie starb am 25. September 2025 in Kuba im Alter von 78 Jahren.[10]

Literatur

  • Assata Shakur: Assata. Eine Autobiographie aus dem schwarzen Widerstand in den USA (Bremen 1990/91: Agipa-Press) ISBN 3-926529-02-4; (Neuauflage: Bremen 2003: Atlantik-Verlag) ISBN 3-926529-44-X
  • Assata Shakur: Ein Interview in Havanna / Cuba (Bremen, Agipa-Press, Juni 1992, Heft mit 15 S. und Abbildungen) ISBN 3-926529-07-5.

Einzelnachweise

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