Astrid Stedje

schwedische Germanistin, Sprachwissenschaftlerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Astrid Stedje (* 1. Juli 1934 in Stockholm; † 4. Dezember 2023) war eine schwedische Germanistin, Sprachwissenschaftlerin und Hochschullehrerin.[1]

Leben und Wirken

Astrid Stedje, eine Tochter deutscher Einwanderer, legte 1952 ihre Reifeprüfung in Stockholm ab. Anschließend studierte sie an der Universität Stockholm Germanistik, Nordistik und Literaturwissenschaft. Nach ihrer Magisterprüfung 1958 war sie bis 1970 als Gymnasiallehrerin in der Region Stockholm tätig. 1967 folgte ihre Lizenziatsprüfung für deutsche Sprache, 1970 erwarb sie den Doktorgrad an der Universität Stockholm bei Gustav Korlén. Bis 1988 war sie dann als wissenschaftliche Assistentin bzw. Dozentin für Germanistik tätig, im Jahre 1988 übernahm sie eine Professur für Germanistik an der Universität Umeå. In ihren Veröffentlichungen beschäftigte sie sich vor allem mit historischer Linguistik der deutschen Sprache. Ihre Einführung "Deutsche Sprache gestern und heute" erschien insgesamt in sechs Auflagen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Nürnberger Historienbibel. Textkritische Studien zur handschriftlichen Überlieferung. Mit einer Ausgabe des Weidener Fragments (= Abhandlungen und Vorträge, Bd. 3). Wittig, Hamburg 1968 (= Teil der Dissertation an der Universität Stockholm).
  • Sprechabsicht und Lückenindikatoren. Zur Problematik der Kommunikationsstrategien. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik, Bd. 10 (1982), H. 2, S. 156–172.
  • (Hrsg.): Die Brüder Grimm. Erbe und Rezeption (= Stockholmer germanistische Forschungen, Bd. 32). Almqvist & Wiksell Internat., Stockholm 1985, ISBN 91-22-00789-X.
  • Warum nur im Germanischen? Altes und Neues zum Ablaut der starken Verben. In: Stockholm studies in modern philology, Bd. 8 (1987), S. 96–113.
  • Aspekte einer ethnolinguistischen Phraseologieforschung. In: Astrid Stedje (Hrsg.): Germanistische Tischgespräche. Birgit Stolt zum 60. Geburtstag (= Schriften des Deutschen Instituts der Universität Stockholm, Bd. 18). Stockholm 1987, S. 150–167.
  • (Mitarb.): Monika Asztalos u. a. (Hrsg.): Die Seligenstädter Lateinpädagogik. Eine illustrierte Lateingrammatik aus dem deutschen Frühhumanismus. Die Handschrift C 678 der Universitätsbibliothek zu Uppsala. Zwei Bände. Almqvist & Wiksell, Stockholm 1989
  • Durch die Blume gesagt. Zu Rosen, Lilien und Veilchen in deutscher Phraseologie. In: Bengt Odenstedt (Hrsg.): Instead of Flowers. Papers in honour of Mats Rydén on the occasion of his 60. birthday, august 27, 1989 (= Umeå studies in the humanities, Bd. 90). Umeå 1989, S. 245–258, ISBN 91-7174-416-9.
  • Deutsche Sprache gestern und heute. Einführung in Sprachgeschichte und Sprachkunde (= UTB, Bd. 1499). Fink, München 1989 (6. neubearb. Aufl. 2007, mit Heinz-Peter Prell, ISBN 978-3-8252-1499-9).
  • Sprachliche Handlungsmuster und interkulturelle Kommunikation. In: Bernd Spillner (Hrsg.): Interkulturelle Kommunikation (= Forum angewandte Linguistik, Bd. 21). Lang, Frankfurt/M. 1990, S. 29–40, ISBN 3-631-42888-X.
  • In search of content words. On decision points in strategies. In: Baiba Metuzāle-Kangere/Helge D. Rinholm (Hrsg.): Symposium Balticum. A festschrift to honour professor Velta Rūķe-Draviņa. Buske, Hamburg 1990, S. 461–480, ISBN 3-87118-940-5.
  • Vergessenes Wissen. Bemerkungen zur Seligenstädter Lateinpädagogik. In: John Ole Askeda (Hrsg.): Akten des III. Nordischen Germanistentreffens (= Osloer Beiträge zur Germanistik, Bd. 16). Germanistisches Inst. der Univ. Oslo 1994, S. 110–125, ISBN 82-90389-14-0.
  • Das Projekt "Ethnische Konzepte und mentale Kulturen". In: Mareike Jendi (Hrsg.): Norden und Süden. Festschrift für Kjell-Åke Forsgren zum 65. Geburtstag. Umeå Univ. 2004, S. 226–248, ISBN 91-7305-607-3.

Festschrift

  • Martin Todtenhaupt/Ingela Valfridsson (Hrsg.): Sprache als lebendiger Kulturspiegel. Festschrift für Astrid Stedje (= Umeå studies in the humanities, Bd. 119). Almquist och Wiksell Internat., Stockholm 1994, ISBN 91-7174-915-2.

Einzelnachweise

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