Asyrmatos
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Asyrmatos (griechisch Ασύρματος) ist ein Stadtteil der griechischen Hauptstadt Athen.
Lage
Asyrmatos befindet sich im Zentrum Athens an der westlichen Flanke des Philopapposhügels. Zu den angrenzenden Stadtbezirken gehören unter anderem Petralona, Thisio und Philopappou.
Geschichte und Stadtbild
Das Gebiet, auf dem die Siedlung errichtet wurde, war ursprünglich ein ehemaliger Steinbruch in der Nähe der Kriegsschule der Griechischen Marine. Es wurde zunächst von kleinasiatischen Flüchtlingen besiedelt, die sich nach der Kleinasiatischen Katastrophe von 1922 in Athen niederließen. Die meisten der etwa 800 Familien, die sich dort ansiedelten, stammten aus Attaleia, weshalb das Viertel auch unter dem Namen Attaliotika bekannt wurde.
In der Nähe befand sich zudem eine Funkstation (Asýrmatos) der Marineschule, von der das Viertel seinen heute gebräuchlichsten Namen erhielt. Während der sogenannten Dekemvriana im Jahr 1944 wurden die Kriegsschule sowie die zugehörige Funkstation vollständig zerstört. In der Folge ergriff die Regierung die Initiative, an ihrer Stelle Steinhäuser sowie einen Wohnblock mit Mehrfamilienhäusern zu errichten, um einen Teil der Flüchtlinge umzusiedeln, die bis dahin unter äußerst prekären Bedingungen gelebt hatten.[1]
Das Gebiet blieb noch viele Jahre eines der sozial am stärksten benachteiligten Viertel Athens, was auch im neorealistischen Film Synoikía to óneiro von 1961 zum Ausdruck kommt. Der Film, der größtenteils im Asýrmatos gedreht wurde, wurde von der Übergangsregierung unter Konstantinos Dovas zensiert. In jener Zeit versuchte die Regierung Karamanlis, sowohl die Existenz des Viertels als auch die dort herrschenden Lebensbedingungen – ebenso wie in anderen benachteiligten Gegenden Athens und des Piräus – aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verdrängen.[2] Die Erschließung der Ringstraße um den Philopapposhügel sowie die Aufnahme des Nymphenhügels in die Liste der „historischen Stätten und Landschaften von besonderer natürlicher Schönheit“ trugen in den folgenden Jahren wesentlich zur allgemeinen Aufwertung des Viertels und der umliegenden Gegend bei.
Im Viertel befinden sich unter anderem die historischen Wohnhäuser, die als Ta Pétina („die Steinhäuser“) bekannt sind. Für ihren Bau wurden Steine aus der abgerissenen Kriegsschule der Marine verwendet. Insgesamt wurden 170 solcher Häuser errichtet; sie reichten jedoch nicht aus, um alle Flüchtlinge unterzubringen, weshalb zusätzlich ein großer Wohnblock gegenüber dem Hügel gebaut wurde.