Athos 2643
Roman von Nils Westerboer
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Athos 2643 ist ein deutschsprachiger Science-Fiction-Roman von Nils Westerboer, der 2022 im Klett‑Cotta Verlag veröffentlicht wurde.[1] Der Roman kombiniert Elemente von Krimi und Thriller mit klassischer Science-Fiction und reflektiert das Geschehen auch auf einer philosophischen Ebene.[2]
Inhaltsangabe
Die Handlung spielt im Jahr 2643 auf dem fiktiven Neptunmond Athos, der von einer Gruppe von Mönchen bewohnt wird. Es kommt zu einem mysteriösen Todesfall, den die lebenserhaltende künstliche Intelligenz MARFA, welche die Klosteranlage und die lebensfeindliche Umwelt des Mondes überwacht, nicht verhindern konnte. Die MARFA gerät deswegen unter den Verdacht einer Fehlfunktion.
Die Obhut entsendet den auf künstliche Intelligenz spezialisierten Inquisitor Rüd Kartheiser nach Athos, der von seiner eigenen künstlichen Intelligenz in Form der holografischen Assistentin Zack begleitet, unterstützt und beschützt wird. Im Verlauf seiner Ermittlung spitzen sich die Ereignisse zu, als ein weiterer Todesfall eintritt. Der Inquisitor steht vor der schwierigen Entscheidung, ob er gegen die Regeln der Obhut verstoßen soll, um weitere mögliche Gefahren für die Bewohner des Mondes abwenden zu können. Hierzu müsste er seiner Assistentin Zack erheblich weitergehende Kompetenzen erteilen, die jedoch aus Sicherheitsgründen bislang blockiert sind.
Stil und Themen
Die in der fernen Zukunft spielende Handlung wird aus der Perspektive der künstlichen Assistentin Zack geschildert.[3] Im Rahmen einer essayistischen Auseinandersetzung beschäftigt sich der Roman mit ethischen und moralischen Fragen in Bezug auf die Verwendung und die Kontrolle von Systemen künstlicher Intelligenz. Hierbei geht es auch um die Aspekte der Verantwortung und der Schuld für Entscheidungen und Handlungen von technischen Systemen.[2]
Auszeichnungen
Der Roman erhielt im Jahr 2023 in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ den Deutschen Science‑Fiction‑Preis.[4] Ferner wurde er im gleichen Jahr für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert.[5]
Rezeption
Die kritische Aufnahme des Romans war überwiegend positiv. Lob gab es für die gelungene Verknüpfung von Spannung und philosophischer Tiefe sowie für die dichte Atmosphäre und eigenständige Erzählweise.[6]
Kritisiert wurde, dass in dem Roman keine einzige reale Frau vorkommt, sondern lediglich die virtuelle Assistentin Zack, die als Sehnsuchtsobjekt von Männern fungiert.[7]
Adaption
Die Verfilmung erfolgt durch den Drehbuchautor und Regisseur David Wnendt. Die Produktion hat die Berliner Produktionsfirma Seven Elephants übernommen, und der Filmverleih erfolgt durch das Münchner Filmunternehmen Constantin Film.[8][9] Der Filmstart ist für Ende Februar 2027 geplant.[10]
Sonstiges
Von dem am 19. Februar 2022 erschienenen Roman gibt es ein von Laura Maire gelesenes Hörbuch.[11]
Weblinks
- Titel: Athos 2643 : Roman / Nils Westerboer, Katalog der Deutschen Nationalbibliothek