Atlantic City Line
Eisenbahnverbindung im Personenverkehr zwischen Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania und Atlantic City an der Atlantikküste New Jerseys
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Die Atlantic City Line ist eine Eisenbahnverbindung im Personenverkehr zwischen Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania und Atlantic City an der Atlantikküste New Jerseys. Sie wird von der New Jersey Transit (NJ Transit) betrieben und existiert in der heutigen Form seit 1989.
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Route
Die Züge verkehren in Philadelphia ab der 30th Street Station zunächst über den Nord-Ost-Korridor nach Norden. An der Frankford Junction im Norden der Stadt biegen sie Richtung Osten ab, überqueren auf der Delair Bridge den Delaware und erreichen damit New Jersey. Dort geht es mit einem Zwischenhalten in Pennsauken und Cherry Hill in einigem Abstand nördlich um Camden herum. Kurz vor Haddonfield werden die Gleise der PATCO Speedline erreicht. An dieser Trasse geht es zunächst ohne Halt entlang bis zu deren Endbahnhof Lindenwold, wo eine Umsteigemöglichkeit besteht. Von dort aus fahren die Züge weiter Richtung Südosten und erreichen nach Zwischenhalten in Atco, Hammonton, Egg Harbor City und Absecon schließlich Atlantic City.[1]
In Atlantic City wird ein als AC Jitney bezeichneter kostenlos nutzbarer Zubringerdienst mit Kleinbussen zwischen dem Bahnhof und den Spielbanken angeboten.[2]
Die befahrenen Streckenabschnitte sind jenseits des Nord-Ost-Korridors nicht elektrifiziert und überwiegend eingleisig.
Angebot
Auf der Atlantic City Line wurden im Winterhalbjahr 2007/2008 im Personenverkehr 14 Zugpaare täglich angeboten; im Winterhalbjahr 2022/2023 und 2025/2026 je zwölf Fahrtenpaare.[1][3][4] Die Reisezeit von der 30th Street Station bis nach Atlantic City beträgt ungefähr eineinhalb Stunden.[1]
Die Züge bestehen aus Comet-IV-Wagen und werden von EMD GP40-2-Dieselloks gezogen. Seit dem Jahr 2000 wird die Reinigung, Versorgung und leichte Wartung der Züge im Gegensatz zu den NJ-Transit-Verbindungen im Norden des Bundesstaats nicht durch NJ Transit selbst, sondern durch Herzog Transit Services durchgeführt.[5]
Geschichte
Die Entwicklung der 1854 gegründeten Stadt Atlantic City im Südosten des Bundesstaats New Jersey zum Erholungs- und Vergnügungsort hing direkt von den zur selben Zeit eröffneten Bahnverbindungen aus dem Raum Philadelphia ab. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Großen Depression konkurrierten auf dieser Route mit der Camden and Atlantic Railroad, der Atlantic City Railroad und der West Jersey and Seashore Railroad drei Bahngesellschaften um Fahrgäste. Nachdem diese in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten, wurden sie 1933 auf Bestreben der Aufsichtsbehörde New Jersey Board of Public Utilities zur Pennsylvania-Reading Seashore Lines (PRSL) zusammengeschlossen.[6]


Die bereits seit den 1920er-Jahren rückläufigen Fahrgastzahlen sanken jedoch auch unter PRSL-Regie. Durch den wachsenden motorisierten Individualverkehr, Busse und die zugunsten anderer Urlaubs- und Ausflugsziele deutlich abnehmende Popularität von Atlantic City entfiel vor allem der Ausflugsverkehr. Nach der Eröffnung der Schnellstraße Atlantic City Expressway 1964 und der PATCO-Speedline-Bahnverbindung im Februar 1969 verblieb ab Oktober 1969 nur noch ein auf Pendler ausgerichtetes Angebot zwischen der PATCO-Speedline-Endstation Lindenwold und Atlantic City. Die PRSL betrieb dieses im Auftrag des New Jersey Department of Transportation (NJDOT), das 1966 begonnen hatte, den Schienenpersonenverkehr nach Atlantic City zu subventionieren. 1976 wurde die PRSL durch Conrail übernommen, die 1978 einen signifikanten Teil der Infrastruktur an das NJDOT verkaufte. 1982 waren insgesamt 46 der etwa 109 Streckenkilometer allerdings in einem derart schlechten Zustand, dass dort eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 24 km/h eingerichtet werden musste. Mit den letzten Fahrten am 30. Juni 1982 wurde der Personenverkehr schließlich eingestellt.[7][8]
Als Reaktion auf den drastischen Bedeutungsverlust des Tourismus in Atlantic City als Ausflugsort wurde dort 1976 das Glücksspiel legalisiert. Der dadurch steigende Verkehr führte bereits in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre zu Forderungen und Planungen, die Bahnverbindung nach Atlantic City auszubauen. Allerdings wurde erst Ende der 1980er-Jahre, und somit einige Jahre nach Einstellung des Personenverkehrs, entschieden, die Infrastruktur mit Bundesmitteln instand zu setzen. Im Mai 1989 nahm der staatliche Fernverkehrsbetreiber Amtrak daraufhin den Schienenpersonenverkehr zwischen Philadelphia und Atlantic City wieder auf. New Jersey Transit (NJ Transit) begann im September 1989, wieder ein Nahverkehrsangebot zwischen Lindenwold und Atlantic City anzubieten.[8][9]
Je eines der anfangs sechs pro Tag angebotenen Amtrak-Zugpaare fuhr durchgehend von Springfield und New York City sowie Richmond und Washington, D.C., nach Atlantic City, ein weiteres von und nach Washington, D.C.; die übrigen pendelten zwischen Philadelphia und Atlantic City. Die Fahrgastzahlen in den Fernzügen blieben jedoch unter den Erwartungen von 3500 Nutzern pro Tag. Nach etwa 1500 Fahrgästen pro Tag im Jahr 1991 sanken sie auf durchschnittlich 586 pro Tag im Jahr 1994. Das Ende 1994 beschlossene massive Sparprogramm von Amtrak sah daher die Einstellung des Fernverkehrs nach Atlantic City vor, die mit der letzten Fahrt am 1. April 1995 vollzogen wurde.[10][11][12][13]
Der Bundesstaat New Jersey stellte NJ Transit jedoch zusätzliche Finanzmittel bereit, um ab April 1995 die meisten der bislang in Lindenwold wendenden Regionalzüge bis nach Philadelphia zu führen. Nachdem NJ Transit den Zugverkehr zunächst nur befristet fortführte, wurde er 1998 zu einem dauerhaften Angebot erklärt.[13]
Die 2004 eröffnete River Line von NJ Transit kreuzt die Atlantic City Line südlich des Delaware River in Pennsauken Township. Im Oktober 2013 wurde dort die Station Pennsauken Transit Center eröffnet, die Umstiege zwischen den beiden Linien ermöglicht.[14]
Von Februar 2009 bis September 2011 wurden unter der Bezeichnung Atlantic City Express Service (ACES) an Wochenenden wieder Direktverbindungen zwischen New York City und Atlantic City angeboten. Die durch NJ Transit betriebenen Züge wurden durch die Casinos Caesar’s, Harrah’s und Borgata aus Atlantic City subventioniert.[15]