Attendorfberg

Ortschaft und Streusiedlung in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung, Steiermark From Wikipedia, the free encyclopedia

Attendorfberg ist eine Ortschaft und gleichnamige Streusiedlung in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark. Die Ortschaft hat 309 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2025).[1]

Schnelle Fakten Attendorfberg (Streusiedlung) Ortschaft ...
Attendorfberg (Streusiedlung)
Ortschaft
Attendorfberg (Österreich)
Attendorfberg (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Graz-Umgebung (GU), Steiermark
Gerichtsbezirk Graz-Ost
Pol. Gemeinde Hitzendorf  (KG Attendorf)
Koordinaten 47° 0′ 53″ N, 15° 20′ 8″ O
Höhe 422 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 309 (1. Jän. 2025)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 14885
Zählsprengel/ -bezirk Attendorf (60665 )
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
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Lage und Geographie

Attendorfberg liegt im südöstlichen Teil der Marktgemeinde Hitzendorf, südöstlich des Marktortes, zentral in der Katastralgemeinde Attendorf auf einem von Norden nach Süden streichenden Hügelrücken des Weststeirischen Riedellandes. Dieser Hügelrücken trennt das im Westen gelegene Liebochtal mit dem Marktort Hitzendorf und dem Dorf Attendorf von dem im Osten gelegenen Tal des Lonkesbachs.

Im Norden verläuft die Dobleggerstraße (L383), die Mayersdorf mit der nach Graz führenden Hitzendorferstraße (L301) verbindet, und im Westen die Liebochtalstraße (L336), die Mayersdorf mit Attendorf verbindet. Beiden Straßen verlaufen an Attendorfberg vorbei.

Geschichte

Eine Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Ortes lässt sich durch den Fund eines provinzialrömischen Gräberfeldes bis auf die Römerzeit zurückverfolgen. Erstmals urkundlich erwähnt ist der Ort 1454 als am Attendarferperge. Weitere Erwähnungen datieren 1621 als Attendorfferperg sowie schließlich 1819 als Attendorfberg. Der Ortsname verbindet den Namen Attendorf mit dem Zusatz -berg, um auf einen Weinberg oder eine Weinbaugegend hinzuweisen.[2] Dafür spricht, dass sich ab 1546 Weingartenbesitz der Judenburger Klarissen urkundlich nachweisen lässt, dessen Ursprünge aber wahrscheinlich weiter zurückreichen.[3]

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Attendorfbergs zu verschiedenen Herrschaften. So hatten die Herrschaften Altenberg, Gjaidhof, Ligist, Plankenwarth und Schütting Untertanen im Ort. Mehrere Zinsgüter in Attendorfberg zahlten ihre Gült nach Doblegg, die ursprünglich ein Eigentum des Judenburger Paradeisklosters war und von der Herrschaft Hornegg verwaltet worden war.[4] Es kamen auch Abgaben an die Landschaft, also an die Landstände. Für die Zeit zwischen 1682 und 1735 gab es das Bergamt Attendorfberg der Lambergischen Gülten bei Radkersburg, die 1740 Teil der Herrschaft Altenberg wurden.[2]

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde Attendorfberg Teil der freien Ortsgemeinde Attendorf. Der Grundbesitzer Franz Sekanek betrieb ab 1906 ein vegetarisches Erholungsheim „Sonnland“ in Attendorfberg. Nachdem Sekanek 1929 insolvent geworden war, musste er das Heim verkaufen, sodass 1933 die Samariterschwestern des in Volkertshausen von dem Priester Otto Kaiser (1885–1971) gegründeten klösterlich organisierten (aber kirchenrechtlich nicht anerkannten) Vereins der Samariter-Schwesterngemeinschaft das Gebäude kauften. Diese Gemeinschaft war einem vegetarischen Lebensstil verpflichtet und richtete in Attendorfberg mit dem dortigen Samariterhaus und Erholungsheim ihre einzige Niederlassung in Österreich ein. Am 1. Jänner 1940 wurde das Haus mitsamt dem Inventar und dem Kassenstand von der Gestapo beschlagnahmt. Die sechs dort wohnhaften Samariterschwestern verließen das Heim. Im Herbst 1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, kehrten vier Schwestern zurück nach Attendorfberg und betrieben wieder ein vegetarisches Erholungsheim mit eigenem Garten- und Feldbau. Am 4. November 1944 warf ein Bomber auf dem Rückflug nach einem Angriff auf Linz im Notwurf sieben Bomben über Attendorfberg ab. Durch die Bomben wurden ein Wohn- sowie ein Wirtschaftsgebäude beschädigt.[5]

Im Zuge der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde Attendorfberg 2015 Teil der Marktgemeinde Hitzendorf.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort Attendorfberg ist landwirtschaftlich geprägt. Der ab 1546 nachweisbare Weinbau spielte eine größere wirtschaftliche Rolle. Der Weinbau wurde aber nach dem Ersten Weltkrieg eingestellt. Der Ort war vor allem für den Anbau der Blauen Wildbachertraube bekannt, aus dem der Attendorfer Schilcher hergestellt wurde. Zumindest bis 1942 spielte auch der Anbau von Weber-Karde eine gewisse wirtschaftliche Rolle.[3]

Der Ort ist nach Hitzendorf eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in Hitzendorf.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Hallerschloss in Attendorfberg

In Attendorfberg gibt es einige Bauwerke von regionalgeschichtlicher Bedeutung. Zu ihnen zählt neben einigen Kapellen das Hallerschloss. Beim ehemaligen Erholungsheim der Samariterschwestern in Attendorfberg, der heutigen Landvilla Pia, steht die Messkapelle zum hl. Geist, die von den Schwestern genutzt wurde. Von weiterer regionalgeschichtlicher Bedeutung ist die Monsberger oder Mannsberger Kapelle, eine Marienkapelle, die 1878 ein Bauer errichtete. Zudem gibt es mit der Kapelle zur hl. Maria Zell eine weitere Messkapelle in der näheren Umgebung. Diese wurde in ein Weingartenhaus einbezogen und erstmals 1868 genannt. In einem Waldgebiet liegt die Grabhügelgruppe Hartwald.[3]

Commons: Attendorfberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

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