Audrey Tang
taiwanische Freie-Software-Programmiererin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Audrey Tang (chinesisch 唐鳳 / 唐凤, Pinyin Táng Fèng; * 18. April 1981 in Taipeh;[1] früher bekannt als Autrijus Tang, Alias ehemals autrijus, jetzt audreyt)[2] ist eine ehemalige Digitalministerin Taiwans[3] und eine Programmiererin freier Software. Sie gilt als Vordenkerin für eine gemeinwohlorientierte KI-Nutzung.[4]

Im August 2016 wurde Tang als Ministerin in Taiwans Exekutiv-Yuan berufen, womit Audrey Tang die erste Transgender-Person und die erste Beamtin mit nicht-binärem Geschlecht im obersten Exekutivkabinett war.[5][6][7] Tang hat sich als „post-gender“ identifiziert und akzeptiert „jedes Pronomen, mit dem mich die Leute online beschreiben wollen“.[8]
Werdegang
Audrey Tang ist vor allem innerhalb der Perl-Gemeinschaft als Erfinderin und Hauptentwicklerin des PAR-Werkzeuges und Initiatorin und Führerin des Pugs-Projektes bekannt. Tang war insgesamt an über 100 Perl-Projekten beteiligt, wie dem neuen CPANPLUS-Modul. Tang führte smoke tests und digitale Signaturen im CPAN ein. Tang ist auch Übersetzerin von zahlreichen freien Computerprogrammen und mehrerer Bücher der Open-Source-Bewegung ins traditionelle Chinesisch. Als Schulabbrecherin ist sie[Anmerkung 1] eine Befürworterin der Autodidaktik und des Individual-Anarchismus, was einige Aufmerksamkeit der chinesischsprachigen Presse einbrachte.
Im Alter von acht Jahren lernte Audrey, zu programmieren.[1]
Ende 2005 änderte sie offiziell ihr Geschlecht und daraufhin sowohl ihren chinesischen als auch ihren gewählten englischen Namen.[2]
Im Jahre 2012 gehörte Tang zu den Gründern der freien Bürgerbeteiligungsplattform g0v.tw.[9] Im Oktober 2016 wurde Tang Taiwans Digitalministerin, den Posten bekleidete sie bis zum Regierungswechsel 2024.[10][11][12]
Durch den Einzug ins Parlament lernte Audrey Tang Freddy Lim, Bandleader der taiwanesischen Heavy-Metal-Band Chthonic, kennen. Es kam zu einer Kooperation zwischen Tang und der Band, indem Tang beim Megaport-Festival 2021 für einen Auftritt der Band mehrere Videoprojektionen beisteuerte, in denen sie auch selbst auftrat und auch Worte an das Publikum richtete.[13]
Im Oktober 2025 wurde Audrey Tang der Right Livelihood Award zugesprochen.[14]
Film
- Taiwan – Demokratielabor im Schatten Chinas, Frankreich, 2020
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Glen E. Weyl, Audrey Tang & Community: Plurality. The Future of Collaborative Technology and Democracy. RadicalxChange, 2024, ISBN 979-8-8693-2711-6
Weblinks
- Audreys Pugs-Journal und persönliches Blog
- Liste ihrer Arbeiten im CPAN bis Ende 2005 und heute
- Interviews
- perlcast.com: Interview with Audrey Tang, 29. März 2006
- Sven Hansen: „Ich erteile keine Befehle“. In: Die Tageszeitung. 1. November 2019 (Audrey Tang im Interview).
- Jan Vollmer: „Von der Hackerin zur Digitalministerin: So löst Audrey Tang Systemfehler der Politik“. In: t3n. 16. März 2020 (Audrey Tang im Interview).
Anmerkungen
- Tang benutzt beliebige Pronomen, dieser Artikel verwendet daher der Konsistenz halber „Sie/Ihr“