Audrix

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Audrix (Aussprache [oˈdʁiks], okzitanisch Audrics) ist ein Ort und südwestfranzösische Gemeinde mit 287 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de la Vallée de l’Homme. Die Einwohner werden Audrixois und Audrixoises genannt.

Schnelle Fakten Audrics ...
Audrix
Audrics
Audrix (Frankreich)
Audrix (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée Dordogne
Gemeindeverband Vallée de l’Homme
Koordinaten 44° 53′ N,  57′ O
Höhe 60–242 m
Fläche 6,22 km²
Einwohner 287 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 46 Einw./km²
Postleitzahl 24260
INSEE-Code
Website www.commune-audrix.fr

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Audrix liegt etwa 38 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 56 Kilometer südwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 21 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne, liegt oberhalb des linken Ufers der Vézère, besitzt aber kein ständiges Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Audrix liegt in der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1]

Die Gemeinde liegt auf einer hügeligen, bewaldeten Hochebene, die durch das Tal der Vézère von Nordwesten bis Norden begrenzt wird. Das Gelände steigt von Nord nach Süd nach und nach bis zu Erhebungen von 242 m Höhe an. Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 60 m im Norden an einer Stelle, die der Vézère am nächsten kommt. Der Ortskern befindet sich auf etwa 227 m Meereshöhe.

Etwa 57 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 42 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland genutzt, etwa 1 % entfällt auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Audrix wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Le Bugue Campagne
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Saint-Chamassy Coux et Bigaroque-Mouzens
Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Audrix

Naturrisiken

Naturrisiken manifestieren sich in Audrix als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Beim nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte zur Vorbeugung von Waldbränden.[3] Wie die Risikokarte zeigt, ist Audrix im südlichen Teil seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis stark von der Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Audrix besaß einst einen Adelssitz eines Lehens in der Kastellanei Limeuil. Das Gebiet war seit der gallorömischen Zeit besiedelt. Das Toponym erschien in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts in der Form Audris nach der Errichtung der befestigten Kirche. Er taucht auch in einer latinisierten Schreibweise im 14. Jahrhundert, Audricum (1382), auf. Der Name der Gemeinde hat seinen Ursprung im Namen Audricus, einer Person aus germanischer Herkunft.[5]

Audrix war eines der sieben Erzpriestertümer des Bistums Sarlat, die 1318 von Raymond de Roquecorn, dem ersten Bischof dieser Stadt, gegründet wurden. Dieses Erzpriestertum umfasste acht Pfarreien. Audrix wurde im Verlauf des Hundertjährigen Krieges abwechselnd von den Franzosen und den Engländern besetzt.

Bevölkerungsentwicklung

Audrix: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
321
1800
 
292
1806
 
262
1821
 
411
1831
 
424
1836
 
412
1841
 
410
1846
 
451
1851
 
502
1856
 
325
1861
 
429
1866
 
366
1872
 
296
1876
 
289
1881
 
319
1886
 
242
1891
 
233
1896
 
187
1901
 
203
1906
 
210
1911
 
197
1921
 
130
1926
 
142
1931
 
142
1936
 
145
1946
 
140
1954
 
134
1962
 
122
1968
 
116
1975
 
120
1982
 
130
1990
 
180
1999
 
238
2006
 
280
2013
 
288
2020
 
263
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7][8][9]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist zwischen 250 und 500 Einwohner. Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft haben seitdem zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang geführt, der sich jedoch wegen des zunehmenden Tourismus in der Region seit den 1960er Jahren wieder in ein deutliches Wachstum verkehrt hat.[10]

Sehenswürdigkeiten

  • Die Kirche Saint-Pierre-ès-Liens ist ein einschiffiger romanischer Bau des 12./13. Jahrhunderts mit einer halbrunden, aus Bruchsteinen errichteten Apsis, auf die im Verlauf des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) ein polygonal gebrochenes und auch zu Verteidigungszwecken genutztes Glockengeschoss aufgesetzt wurde. Die äußerst schmucklose Fassade wird von einem Rechteckgiebel überhöht; ein kleines Rundfenster belichtet das mit einer hölzernen Flachdecke bedeckte Kirchenschiff, welches sowohl einen Eingang im Westen als auch auf der Südseite hat. Im Inneren sind Spuren mittelalterlicher Fresken zu finden, die vom künstlerischen Reichtum dieser Zeit zeugen. Der Kirchenbau ist seit 1973 als Monument historique eingeschrieben.[10]
  • Eine kleine spätmittelalterliche Markthalle (halle) auf hölzernen Stützen befindet sich im Ortszentrum.
  • Die Tropfsteinhöhle Gouffre de Proumeyssac (44° 53′ 28″ N,  56′ 7″ O) ist eine seit dem 18. Jahrhundert bekannte natürliche Höhle und war umgeben von gruseligen Legenden. Es wurde auch „Teufelsloch“ genannt und war mit geheimnisvollen Flammen und dem Verschwinden von Reisenden, die Opfer von Banditen wurden, verbunden. Bei mehreren Gelegenheiten war die Öffnung verstopft, aber die Zeit hat es unweigerlich wieder geöffnet. Im Jahr 1907 wurde die Schlucht auf Wunsch des Besitzers Pierre Frances erstmals von Gabriel Galou erforscht. Er entdeckte einen spektakulären unterirdischen Raum und markierte damit den Beginn des unterirdischen Tourismus in Proumeyssac. Die ersten Touren wurden mit Gondeln durchgeführt, und schrittweise wurden Verbesserungen vorgenommen: Beleuchtung, Sicherheit und der Bau eines 112 Meter langen Tunnels für den Fußgängerzugang. Während der Arbeiten wurden menschliche und tierische Knochen sowie Bronzemünzen von König Franz I. ausgegraben, die heute im Höhlenmuseum ausgestellt sind. Wissenschaftler vermuten die Existenz eines noch größeren Hohlraums unter der Höhle, doch bisher konnte dieser durch keine Erkundung freigelegt werden. In der stark kalkhaltigen Atmosphäre der Höhle ist ein Gestell mit verschiedenen Tongefäßen zu sehen, welche binnen Jahresfrist eine petrifizierte Oberfläche erhalten und an Touristen verkauft werden.

Wirtschaft

Bis in die heutige Zeit spielt die Landwirtschaft die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde: Der ehemals auch hier betriebene Weinbau ist jedoch nach der Reblauskrise gänzlich aufgegeben worden; Tabak und Mais sind ebenfalls auf dem Rückzug – stattdessen dominieren Felder und Weiden, aber auch Walnuss-, Esskastanien- und Obstbäume die Region. Auch Trüffel und Gänseleberpastete zählen zu den regionalen Produkten. Einige leerstehende Häuser werden als Ferienwohnungen (gîtes) vermietet.

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 115 Personen in Audrix erwerbstätig, entsprechend 42,3 % der Gesamtbevölkerung der Gemeinde. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 11 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (16).[11]

Branchen und Betriebe

39 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Audrix wirtschaftlich aktiv:[11]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt39
Fertigung, Bergbau und andere Industrien512,8 %
Baugewerbe923,1 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie923,1 %
Information und Kommunikation25,1 %
Finanzen und Versicherungen12,6 %
Immobilien12,6 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten615,4 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln410,3 %
Andere Dienstleistungen25,1 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rinderzucht.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 12 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 11 im Jahr 2000, erhöhte sich auf 18 im Jahr 2010 und sank schließlich auf 2 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 83 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verminderte sich von 275 Hektar im Jahre 1988 auf 49 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 22,9 Hektar auf 24,4 Hektar.[13][14][15]

Verkehr

Audrix liegt fernab von größeren Verkehrsachsen und ist nur über eine nachgeordnete Departementsstraße und lokale Landstraßen erreichbar.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Audrix – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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