August Steier

deutscher Naturwissenschaftshistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

August Steier (* 21. März 1877 in Passau; † 1936 in Traunstein)[1] war ein deutscher Gymnasiallehrer, Altphilologe und Wissenschaftshistoriker.

Leben

Steier wurde 1903 an der Universität München mit einer Dissertation über die Echtheit der Hymnen des Ambrosius von Mailand zum Dr. phil. promoviert. Zur Zeit der Promotion war er am Kgl. Progymnasium in Schäftlarn tätig.[2] 1905 wurde er Gymnasiallehrer am Gymnasium in Burghausen[3], wo er sich an archäologischen Ausgrabungen beteiligte.[4] 1908 wurde er Gymnasialprofessor am Alten Gymnasium in Würzburg[5], wo er am 8. Juni 1912 die erloschene Botanische Vereinigung neu belebte und bis zu seiner Versetzung nach Regensburg im Oktober 1915 leitete.[6] In Regensburg wurde er im Range eines Oberstudiendirektors Direktor des Alten Gymnasiums und war Mitglied der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft.[7] Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.661.178).[8][9]

Wirken

Seine Studien in den Zoologischen Annalen 1912/13 wurden 1913 als Monographie unter dem Titel Aristoteles und Plinius veröffentlicht, wo er systematisch die beiden antiken Autoren verglich. Steiers wissenschaftliches Hauptwerk bilden rund 100 Beiträge für Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, in denen er Pflanzen und Tiere der Antike behandelte. Daneben veröffentlichte er Arbeiten zur Pflanzenwelt Unterfrankens, ein populäres Pflanzenschutzbüchlein für die Region sowie eine Studie zur Flechtenflora der Rhönbasalte.

Schriften

  • Untersuchungen über die Echtheit der Hymnen des Ambrosius. In: Neue Jahrbücher für das klassische Altertum, Geschichte und deutsche Literatur und für Pädagogik. Supplement-Band 28 (1903), S. 549–662 (Digitalisat; auch separat Leipzig 1903).
  • Präparation zu Ciceros Reden für Ligarius und den König Deiotarus. Bamberg 1911.
  • Präparation zu Xenophons Hellenika. 1. und 2. Buch. Bamberg 1911.
  • Die Einteilung der Tiere in der Naturalis Historia des Plinius. In: Zoologische Annalen 4, 1912, S. 221–267 (Digitalisat).
  • Die Tierformen des Plinius. In: Zoologische Annalen 5, 1913, S. 1–66.
  • Zoologische Probleme bei Aristoteles und Plinius. In: Zoologische Annalen 5, 1913, S. 267–305.
  • Aristoteles und Plinius. Studien zur Geschichte der Zoologie. Kabitzsch, Würzburg 1913 (Nachdruck der drei vorigen Aufsätze).
  • Der Tierbestand in der Naturgeschichte des Plinius. Ein Beitrag zur Geschichte der Zoologie. Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des K. Alten Gymnasiums in Würzburg für das Studienjahr 1912/13. Würzburg 1913 (Digitalisat).
  • Pflanzenschutzbüchlein für Unterfranken. Esslingen 1919.
  • Zur Flechtenflora der Rhönbasalte. In: Kryptogamische Forschungen. Herausgegeben von der Kryptogamenkommission der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 4, 1919, S. 263–273.
  • Biologie im Altertum. Würzburg 1926.
  • Pflanzenschutzbüchlein für Franken. Esslingen 1928.
  • Brieftaubenpost im Altertum. In: Wiener Blätter für die Freunde der Antike 6, 1929, S. 61–63.
Wikisource: August Steier – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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