Augustenstraße
Innerortsstraße in München
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Die Augustenstraße ist eine gut 1,3 km lange Straße im Münchner Stadtteil Maxvorstadt. Sie führt von der Dachauer Straße zum Josephsplatz und ist nach Auguste Amalia Ludovika von Bayern benannt.[2]
| Augustenstraße | ||
|---|---|---|
| Augustenstraße 37 | ||
| Basisdaten | ||
| Landeshauptstadt | München | |
| Stadtbezirk | Maxvorstadt | |
| Name erhalten | 1812[1] | |
| Anschlussstraßen | Dachauer Straße, Josephsplatz | |
| Querstraßen | Karlstraße, Brienner Straße, Rottmannstraße, Gabelsbergerstraße, Steinheilstraße, Theresienstraße, Heßstraße, Schellingstraße, Zieblandstraße, Görresstraße, Josephstraße | |
| Plätze | Josephsplatz | |
| Nummernsystem | Orientierungsnummerierung | |
| U-Bahnhof | U-Bahnhof Theresienstraße, U-Bahnhof Josephsplatz | |
| Nutzung | ||
| Nutzergruppen | Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr, ÖPNV | |
| Technische Daten | ||
| Straßenlänge | 1,329 km | |
Beschreibung
An der Gabelung zur Dachauer Straße steht der Delphinbrunnen. An der Augustenstraße liegen neun Baudenkmäler mit den Hausnummern 16, 20–22, 37, 39, 45, 52, 53, 54 und 107, siehe auch: Liste der Baudenkmäler in der Maxvorstadt
- Nr. 16
- Nr. 20–22
- Nr. 39
- Nr. 45
- Nr. 52
- Nr. 53
- Nr. 54
- Delphinbrunnen
An der Augustenstraße liegen zwei Haltestellen der Linie U2/U8, der U-Bahnhof Theresienstraße und der U-Bahnhof Josephsplatz. Im Haus Augustenstraße 92 befindet sich eine Filiale der Münchner Stadtbibliothek.
Ursprung und Name
Die Straße wurde am 1. Dezember 1812 offiziell benannt. Namenspatronin war Prinzessin Auguste von Bayern (1788–1851), die älteste Tochter von König Maximilian I. Joseph. Sie war die Ehefrau von Eugène de Beauharnais, dem Stiefsohn Napoleons. Die Straße war Teil der ersten planmäßigen Stadterweiterung Münchens (der Maxvorstadt), die durch ein strenges, rechtwinkliges Raster geprägt ist.
Weitere historische Hausnummern
In der Augustenstraße 21 wurde der Dichter Eugen Roth geboren.[3]
Die Augustenstraße 89 besitzt kulturgeschichtliche Bedeutung als erste feste Spielstätte der Münchner Kammerspiele. In den Jahren 1911 bis 1926 befand sich hier ein Theaterbetrieb, der eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Theatermoderne in München spielte.[4]
Das Gebäude wurde ursprünglich als großbürgerliches Wohnhaus errichtet und um 1905/1906 für eine Theaternutzung umgebaut. Ab 1906 wurde es zunächst als Varietétheater Universum, später als Münchner Lustspielhaus betrieben; dieser Spielbetrieb endete 1910.[5]
Am 1. Januar 1911 eröffnete der Theaterleiter Eugen Robert an dieser Adresse ein privates Schauspielhaus. Zum Beginn der Spielzeit 1912/1913 wurde das Theater offiziell unter dem Namen Münchner Kammerspiele geführt.[6] Die Augustenstraße 89 gilt damit als erste feste Adresse des Theaters.
Unter der Leitung von Otto Falckenberg entwickelte sich die Spielstätte zu einem wichtigen Aufführungsort zeitgenössischer Dramatik. Hier fand 1922 die Uraufführung des Dramas Trommeln in der Nacht von Bertolt Brecht statt, die von Lion Feuchtwanger unterstützt wurde.[7]
1926 verlegten die Münchner Kammerspiele ihren Spielbetrieb in das Schauspielhaus in der Maximilianstraße. Im selben Jahr wurde das Anwesen Augustenstraße 89 verkauft, unter anderem an die Filmgesellschaft Emelka (Bavaria Film) der Theaterbetrieb an dieser Adresse endete damit.[8]
Das historische Theatergebäude wurde später abgebrochen. Die Adresse Augustenstraße 89 beziehungsweise 89/91 ist heute mit einem Neubau bebaut; Hinweise auf die frühere Nutzung als Theater sind im Straßenbild nicht mehr vorhanden.[9]
Das Gebäude Augustenstraße 105 war ein architektonisch ungewöhnliches Bauwerk, das überregional als das „steilste Haus Münchens“ bekannt war. Es handelte sich um ein schmales, einstöckiges Objekt, das in der Nachkriegszeit als Behelfsbau in einer Baulücke entstand. Markant war das extrem steile, dunkel geschindelte Satteldach, das im Kontrast zur umgebenden Blockrandbebauung eine keilförmige Silhouette bildete.
Das Gebäude wurde über Jahrzehnte gewerblich genutzt, unter anderem als Schreibwarengeschäft und Gaststätte. Es galt als eines der letzten sichtbaren Zeugnisse der improvisierten Wiederaufbauphase in der Maxvorstadt. Im Zuge der baulichen Umgestaltung des Areals wurde das Gebäude abgerissen. Trotz seiner lokalen Bekanntheit als kurioses Zeitzeugnis besaß der Behelfsbau keinen Denkmalschutzstatus.[10][11]

