Aurora-Inseln
Gruppe von Phantominseln im Atlantik
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Die Aurora-Inseln bilden eine Gruppe von, je nach Quelle, zwei bis sechs Phantominseln, die in zahlreichen kartographischen Darstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts erscheinen. Sie sollen sich im Südpolarmeer zwischen den Falklandinseln und Südgeorgien befinden, doch wird ihre Existenz als fraglich angesehen. Niemand hat die Inseln je betreten. Möglicherweise wurden sie mit den Shag Rocks verwechselt.

Entdeckung
Das erste Schiff, das die mutmaßlichen Aurora-Inseln passierte, war die spanische Fregatte Aurora. 1762 sichtete die Mannschaft auf der Rückreise von Lima nach Spanien eine Gruppe von zwei kleinen Inseln 35 Leguas (≈ 146 km) östlich des Falkland-Archipels. Sie erstreckten sich von Nordost nach Südwest und waren 2 ½ bis 3 Leguas (≈ 10 bis 12 km) voneinander entfernt. Der nordöstlichen Insel, der kleineren von beiden, war ein Riff vorgelagert, das jedoch eine Durchfahrt freiließ, die dem Schiff die Passage erlaubte. Die südwestliche Insel lag 5,46 (alte spanische) Meilen[Anm. 1] (≈ 39 km) in Nord-Süd-Richtung. An ihren unzugänglichen Ufern war kein Strand zu erkennen, der eine Bootslandung zuließ. Eine Meile (≈ 7 km) nördlich fand eine Lotung bis in 120 Faden (220 m) Tiefe keinen Grund mehr. Durch eine Standortmessung am selben Tag wurde die Position der Insel mit 53° 15' südlicher Breite und 325° 22' südlicher Länge des „Meridians von Teneriffa“ (= Ferro-Meridian; entspricht 53° 15' S und 18° W nach dem Nullmeridian) ermittelt.[1.1]
Im Jahr 1769, das genaue Datum ist nicht bekannt, befand sich die spanische Fregatte San Miguel auf 52° 37' südlicher Breite und 47° 49' westlicher Länge.[2][3.1] Die Mannschaft entdeckte dort sechs Inseln unterschiedlicher Größe, die man für die Aurora-Inseln hielt.[1.1]
In der geografischen Breite stimmen die Positionsbestimmungen der Aurora und der San Miguel ungefähr überein, die geografischen Längen weichen jedoch erheblich voneinander ab. Die auf der Aurora ermittelte Länge liegt rund 1200 km östlich von Südgeorgien. Dort gibt es keine Insel, wie Satellitenaufnahmen und moderne Karten beweisen. Die auf der San Miguel ermittelte liegt 29 Längengrade (≈ 1900 km) weiter westlich, etwa auf halber Strecke zwischen Falkland und Südgeorgien. Auch dort gibt es keine Insel. Solche Positionsangaben sind aus heutiger Sicht problematisch. Sie lassen einen Vergleich kaum zu, denn bei der Festlegung der geographischen Länge ist zu bedenken, dass deren Bestimmung durch die Addition der Etmale wenig zuverlässig war, da präzise Schiffsuhren noch nicht verbreitet waren (siehe → Längenproblem).
Die Aurora-Inseln wurden im Jahr 1774 von der Fregatte Aurora auf der Position 53° 38' südlicher Breite und 326° 10' geografischer Länge nach dem Ferro-Meridian (entspricht 53° 18‘ S und 17° W nach dem Nullmeridian) erneut gesichtet, das liegt rund 120 km südwestlich der zwölf Jahre zuvor ermittelten Position. Die Beschreibung lässt erkennen, dass zunächst eine größere Insel ins Blickfeld kam, mit vielen kleinen Hügeln, die man irrtümlich für Schneeverwehungen hielt. Bei der Annäherung bestätigte sich, dass es sich um eine Insel von etwa drei Leguas (ca. 12 km) Länge handelte, die sich von Nord nach Südost erstreckte. Ostsüdöstlich davon, 3 bis 4 Leguas (≈ 12 bis 17 km) entfernt, lag eine weitere, kleinere Insel, die „viel Rauch ausstieß“ („Al E. S. E. de esta isla á 3 ó 4 leguas vió otra pequeña que despedia mucha reventazon“).[1.1]
Drei weitere spanische Schiffe, die Perla im Jahr 1779, die Dolores im Jahr 1790[1.1], und die Fregatte Princesa der Königlich-Philippinischen Gesellschaft (Real Companía de Filipinas) im selben Jahr sahen die Aurora-Inseln auf ihrer Rückreise von Lima nach Spanien ebenfalls, doch stellten sie weder die genaue Position fest, noch hinterließen sie eine Beschreibung. Lediglich der Kapitän der Princesa, Martín de Oyarvide, meldete, dass sich 11 Meilen (≈ 78 km) in Ost-Südost der südlichen der beiden Inseln eine Untiefe befand.[1.2]
1789 entsandte die spanische Regierung die Korvetten Descubierta und Atrevida von Cádiz auf eine fünf Jahre dauernde politisch-wissenschaftliche Weltreise, mit dem Ziel, genaues Kartenmaterial der überseeischen Kolonien und noch unbekannter Inseln zu erstellen und sie ggf. für Spanien in Besitz zu nehmen. Kommandant der Descubierta und Leiter der Expedition war Alejandro Malaspina, Kapitän der Atrevida war José de Bustamante.
In Concepción trennten sich die Schiffe und die Atrevidea erhielt den Auftrag zur Erkundung der Diego-Ramírez-Inseln südlich von Kap Hoorn, zum Besuch der Falklandinseln und der spanischen Siedlung Soledad (Puerto de Nuestra Señora de la Soledad) auf Ostfalkland sowie der genauen Bestimmung der Position der angeblich östlich davon gelegenen Aurora-Inseln.[4.1]
Nach der Abfahrt von Ostfalkland am 11. Januar 1794 ging die Atrevida auf östlichen Kurs entlang des 53. und 54. Breitengrades. Die Suche hatte Erfolg, denn am 20. Januar 1794 wurde eine Insel gesichtet, deren Oberfläche in weiten Bereichen von einer dicken Schneeschicht bedeckt war, während an anderen Stellen, insbesondere am Südufer, freiliegendes, dunkles oder schwarzes Gestein zutage trat. Nordwestlich dieser Insel schwamm eine Eisfläche, die sich vermutlich von der Insel gelöst hatte. Die am Mittag ermittelte Position war 53° 40' südlicher Breite und 42° 24' westlicher Länge.[4.2] Am 22. Januar 1794 kam eine weitere, schneebedeckte Insel in Sicht. Sie war mit sechs Meilen (≈ 43 km) Nord-Süd-Ausdehnung größer als die erste und flacher, aber im Nordwesten erhob sich ein höherer Gipfel. Am 26. Januar 1794 meldete der Ausguck eine dritte, ebenfalls schneebedeckte Insel, die höher und größer war als die zuvor gesichteten, von steilen, unzugänglichen Klippen gesäumt. Nach Südosten erstreckte sich ein zwei Meilen (≈ 15 km) langes Riff, das von einer heftigen Brandung teilweise überspült war.[4.3]
In Malaspinas Expeditionsbericht umfasst der Abschnitt über die Aurora-Inseln vier Seiten, das zeigt die Bedeutung, die die Spanier der Entdeckung beimaßen. Die von Bustamante ermittelte Position der Gruppe liegt rund 1000 km südöstlich der Falklandinseln und 300 km nordwestlich Südgeorgiens. Welche Inseln er tatsächlich gesehen hat, ist unklar. Die Shag Rocks liegen ungefähr 180 km südlich davon, sodass eine Verwechslung durchaus möglich ist, obwohl die Beschreibung deutlich davon abweicht.
Die Entdeckung der Inseln im Südpolarmeer und der antarktischen Halbinsel im frühen 19. Jahrhundert hatten das Interesse der Walfänger und Robbenjäger für die weit im südlichen Pazifischen und Atlantischen Ozean gelegenen Regionen geweckt. Die Aktivitäten britischer Walfänger und die russische Expedition von Fabian Gottlieb von Bellingshausen ließen auch in Nantucket und Stonington, den Zentren des Walfangs und der Robbenjagd in den Vereinigten Staaten, das öffentliche und wirtschaftliche Interesse an der Antarktis wachsen. Britische Walfänger und Robbenjäger hatten über riesige Robbenkolonien auf den Südlichen Shetlandinseln berichtet. Dies gab den Anlass für eine von Geschäftsleuten in Stonington und Nantucket organisierte Fangexpedition mit fünf Schiffen in das Südpolarmeer, darunter die Brigg Hersilia unter dem Kommando von Kapitän James P. Sheffield, die im Juli 1819 von Stonington in See stach.[5] Die Hersilia sollte zunächst die Falklandinseln anlaufen, Frischwasser aufnehmen und dann weiter zu den Aurora-Inseln segeln, um dort auf Robbenjagd zu gehen.
Nach der Abfahrt von den Falklands sichtete die Besatzung eine Gruppe aus drei Inseln und einem südwestlich gelegenen Riff, von der Kapitän Sheffield annahm, es seien die Aurora-Inseln. Die steil aus dem Meer ragenden Inseln hatten die „Form eines Zuckerhuts“ („in form of a sugar-loaf“) und boten keinerlei Möglichkeit zur Landung, sodass die Brigg sie nur umrundete und passierte. Die einzigen Lebewesen, die man entdecken konnte, waren Vögel. Die mittlere der Inseln verortete Kapitän Sheffield auf 52° 58′ südlicher Breite und 47° 51′ westlicher Länge.[6]
In den Jahren 1819/1820 ging der britische Kapitän James Weddell mit der Brigg Jane im Südpolarmeer auf Robbenjagd. Weddell suchte gezielt nach den Aurora-Inseln, denn der Bericht Malaspinas war ihm bekannt und er vermutete dort reiche Robbenbestände. Die mehrtägige Suche vom 1. bis 4. Februar 1820 unter den von Malaspina genannten Positionen blieb erfolglos.[7.1]
Der beträchtliche Gewinn aus dieser (ersten) Reise in das Südpolarmeer veranlasste die Eigner, die Jane mit einem Begleitschiff, dem Kutter Beoufoy, zu einer weiteren Expedition zu den Südorkneyinseln, Südshetland und Südgeorgien zu entsenden, bei der Weddell erneut versuchen wollte, die Aurora-Inseln zu finden. Am 17. April 1883 passierten die Schiffe die Position der Shag Rocks, konnten sie jedoch wegen schlechten Wetters nicht sehen. Weddell segelte nun verschiedene Kurse zwischen den Breitengraden 53° 15′ und 52° 37′ um die Aurora-Inseln aufzufinden, doch die mehrtägige Suche war vergeblich. Als die Schiffe am 3. Mai 1883 in einen Sturm gerieten, brach Weddell seine Nachforschungen endgültig ab.[7.2]
Der US-amerikanische Forscher, Kapitän und Handelsreisende Benjamin Morrell unternahm eine zweijährige Forschungsexpedition in das damals in weiten Teilen noch unbekannte Südpolarmeer. Am 30. Juni 1822 brach er mit dem Schoner Wasp bei „günstigem Wind und angenehmem Wetter“ von New York City auf. Ein zentrales Ziel dieser Reise war die Suche nach den Aurora-Inseln.[8.1] Am 6. November 1822 passierte die Wasp die Stelle, an der die Inseln vermutet wurden, jedoch ohne sie zu entdecken. Morrell segelte nun mit Tag und Nacht besetztem Ausguck den 52. und 53. Breitengrad ab, ohne auf Land zu stoßen.[8.2] Am 18. November 1822 brach er die Suche ergebnislos ab:[8.3]
„We therefore reluctantly made up our mind that no such land existed in the location assigned to it.
Wir kamen daher widerwillig zu dem Schluss, dass an der angegebenen Stelle kein solches Land existierte.“
Die Tula, eine Brig von 148 Tonnen unter dem Kommando von Kapitän John Biscoe, verließ den Hafen von London am 14. Juli 1830 in Begleitung des Kutters Lively zur Robbenjagd auf den Inseln am südlichen Polarkreis. Eigner der Tula war Charles Enderby (1797–1876), Inhaber von Samuel Enderby & Sons, einem bedeutenden Walfangunternehmen, und Gründungsmitglied in der Royal Geographical Society. Die Firma verband traditionell ihre kommerziellen Interessen mit geografischer Forschung. Neben der Robbenjagd wurde Kapitän Biscoe daher mit der Aufgabe betraut, bislang unerforschte Regionen zu kartieren und die Aurora-Inseln zu lokalisieren. Am 10. November 1830 nahmen die Schiffe auf den Falklandinseln Frischwasser und Proviant auf. Am 27. November verließen sie Port Louis, um auf den von den Spaniern genannten Positionen gezielt nach den Aurora-Inseln zu suchen. Kapitän Biscoe fand trotz mehrtägiger Suche keine Insel. Am 10. Dezember passierte das Schiff auf der geografischen Länge von 29° 14′ West eine Vielzahl von Eisbergen, die mutmaßlich im Bereich zwischen den Südsandwichinseln und den Südlichen Shetlandinseln drifteten.[9] Diese Eisberge könnten eine Erklärung für die verschiedenen Sichtungen der Aurora-Inseln darstellen.
Nach weiteren, vergeblichen Versuchen, die Aurora-Inseln zu entdecken, verschwanden sie zum Ende des 19. Jahrhunderts allmählich aus den Seekarten und Atlanten. In Alexander Findlay´s Navigationshandbuch des Jahres 1883 werden sie zwar noch erwähnt, ihre Existenz aber bezweifelt:
„The description was very circumstantial, and there seemed to be no reason for doubting their existence, however questionable the position might have been. The islands have been sought for by Capt Weddell, Capt Briscoe, Capt. Johnson, and others, but without success; and of their non-existence there seems no longer to be any doubt.
Die Beschreibung war sehr vage, und es schien keinen Grund zu geben, an ihrer Existenz zu zweifeln, so fragwürdig die Positionsbestimmung auch gewesen sein mag. Die Inseln wurden von Kapitän Weddell, Kapitän Briscoe, Kapitän Johnson und anderen gesucht, jedoch ohne Erfolg. An ihrer Nichtexistenz scheint nun kein Zweifel mehr zu bestehen.“
Kartendarstellung
Die Aurora-Inseln sind in zahlreichen Karten und Navigationshandbüchern des 18. und 19. Jahrhunderts verzeichnet.
- Die Weltkarte der Verleger James Whittle und Robert Laurie aus London, mit den Reiserouten von James Cook, zeigt vier Aurora-Inseln etwa auf halber Strecke zwischen den Falklands und Südgeorgien (I. St. Pedro or Georgia).[10]
- Wedells Karte seiner Reiseroute, die seinem 1825 herausgegebenen Bericht beigefügt ist, verzeichnet sechs Aurora-Inseln, drei größere und drei kleinere, allerdings mit dem Zusatz: „Auroras nicht existierend wie festgelegt“ („Aurora’s as laid down not in Existence“).[7.3]
- Die Südpolarkarte des britischen Entdeckers James Clark Ross, zeigt den Kurs der beiden Schiffe Erebus und Terror im Verlauf seiner Expedition in die Antarktis in den Jahren 1839 bis 1843. Zwischen Falkland und Südgeorgien sind die Aurorainseln eingetragen. Die Route seiner beiden Schiffe lag jedoch weitab der beiden Inseln, sodass er selbst sie nicht gesehen hat.[11]
- Die Weltkarte von Francisco de Lersundi: Carta Esférica del Globo Terraqueo [. . . ]. Dirección de Hidrografía, Madrid 1857, zeigt den Kurs der Atrevida, die Aurora-Inseln sowie die Shag Rocks (Islotes Cormoranes). Die Shag Rocks werden mit deutlich zu weit östlicher Position dargestellt.
- Auf der Weltkarte des US-amerikanischen Verlegers George F. Cram aus dem Jahr 1892 ist der Aurora-Archipel mit drei Inseln zwischen den Falklandinseln und Südgeorgien dargestellt. Auf einer fünf Jahre später erschienenen Weltkarte desselben Herausgebers fehlt diese Inselgruppe jedoch.
Fazit

Die Aurora-Inseln existieren nicht. Möglicherweise handelt es sich hierbei um eine Verwechslung mit den Shag Rocks. Die von den spanischen Schiffen San Miguel und Atrevida ermittelten Positionen der Auroras liegen 177 beziehungsweise 322 km Kilometer von den Shag Rocks entfernt. Angesichts der damals noch unzureichenden nautischen Navigationsmöglichkeiten erscheint diese Abweichung plausibel.
Eine weitere Erklärung bieten die in dieser Region häufig vorkommenden und oft sehr großen Eisberge, die bei ungünstigen Wetter- und Sichtverhältnissen leicht mit schneebedeckten Inseln verwechselt werden können, eine Deutung, die James Weddell bevorzugte:
„The difference of longitude between the Shag Rocks and the place assigned to the Auroras seems hardly to admit of my conjecture of their being the same; but it is well known, that the longitude of places, in many instances, has been egregiously misrepresented, from assuming different meridians, as also from typographical and various other mistakes resulting from ignorance. The only other way in which a reason can be advanced to account for the fallacy of this discovery is, that what they saw were all ice-islands, incorporated with earth, similar to the one which I have mentioned having seen far to the southward. Having thus brought to a conclusion, what I consider a subject of interest to hydrographical science, viz. the ascertaining the non-existence of these islands, I now return to our own position, when by reason of foggy weather we were unable to get sight of the Shag Rocks.
Der Längenunterschied zwischen den Shag Rocks und dem Ort, der den Auroras zugeordnet wurde, scheint meine Vermutung, dass es sich um denselben Ort handelt, kaum zu bestätigen. Es ist jedoch bekannt, dass die Längenangaben von Orten in vielen Fällen grob falsch dargestellt wurden, sei es durch die Annahme unterschiedlicher Meridiane oder durch typografische und andere Fehler, die auf Unkenntnis beruhen. Die einzige andere Erklärung für die Fehlinterpretation dieser Entdeckung ist, dass es sich bei den Beobachtungen um mit Erde bedeckte Eisinseln handelte, ähnlich derjenigen, die ich weit südlich gesehen habe. Nachdem ich nun ein Thema von Interesse für die Hydrographie – die Feststellung der Nichtexistenz dieser Inseln – abgeschlossen habe, kehre ich zu unserer Position zurück, als wir aufgrund von Nebel die Shag Rocks nicht sichten konnten.“
Sonstiges
Die Auroa-Inseln sollten nicht verwechselt werden mit der Aurora-Insel (englisch: Aurora Island), die James Cook bei seiner zweiten Pazifikreise am 18. Juli 1774 mit der Resolution passierte. Sie trägt heute den Namen Maéwo und gehört zu den Neuen Hebriden.[12] In der 1808 publizierten Karte von Laurie and Whittle[Anm. 2] ist die Fahrtroute der Resolution eingezeichnet. Demnach führte der von James Cook gewählte Kurs im Januar 1775 weit südlich der angenommenen Position der Aurora-Inseln vorbei.[13]
Die Aurora-Inseln werden in dem Roman The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket (deutscher Titel der Übersetzung von Gisela Etzel: Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym) von Edgar Allan Poe erwähnt. Der Protagonist reist mit dem Toppsegelschoner Jane Guy unter dem Kommando von Kapitän Guy in die Antarktis. Nach einem Aufenthalt auf Tristan da Cunha segelt das Schiff nach Südwesten, um die Aurora-Inseln zu suchen, „über deren Vorhandensein eine große Meinungsverschiedenheit geherrscht hatte“.[14.1] „Es war Kapitän Guys Absicht, keine Anstrengung, die in seiner Macht lag, zu scheuen, um die so seltsam umstrittene Frage aufzuhellen“.[14.2] Trotz dreiwöchiger Suche mit „Wetter von seltener Schönheit und Freundlichkeit“ und ständig besetztem Ausguck, kommt keine Insel in Sicht.
Literatur
- Raymond Ramsay: No Longer on the Map. Ballantine Books 1972, S. 78–80.
- Edward Brooke-Hitching: Atlas der erfundenen Orte. Aus dem Englischen von Lutz-W. Wolff. dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-28141-6, S. 30–33.