Autoimmunthyreopathie
Autoimmunerkrankung des endokrinen Systems, die mit einer Entzündung der Schilddrüse einhergeht, verursacht durch eine Reaktion des Immunsystems gegen das eigene Gewebe
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Autoimmunthyreopathien (englisch autoimmune thyroiditis) sind chronisch entzündliche Schilddrüsenerkrankungen, die durch eine Fehlregulation der spezifischen Immunabwehr (B-Zellen und T-Zellen) verursacht sind. Meist treten Autoimmunthyreopathien nach Virusinfekten auf, gelegentlich auch nach einer subakuten Thyreoiditis. Genetische Faktoren spielen für ihre Entwicklung eine Rolle.[1]
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| E06.3 | Autoimmunthyreopathie |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| 5A03.2 | Autoimmunthyreoiditis |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Einteilung
Folgende Einteilung wurde vorgeschlagen:[2]
- Typ 1: euthyreote Stoffwechsellage
- 1A: mit Struma (Hashimoto-Thyreoiditis)
- 1B: ohne Struma (Ord-Thyreoiditis)
- Typ 2: Hypothyreose
- 2A: mit Struma (Hashimoto-Thyreoiditis)
- 2B: ohne Struma (Ord-Thyreoiditis)
- Typ 3: Morbus Basedow
- 3A: mit Hyperthyreose
- 3B: mit euthyreoter Stoffwechsellage
- 3C: mit Hypothyreose
Psychische Begleitsymptome
Antikörper gegen Schilddrüsengewebe lassen sich vermehrt in Patienten mit Depression nachweisen.[3] Eine Autoimmun-Thyreoiditis tritt häufig gepaart mit einer bipolaren Störung auf. Kausalitäten mit der oft angewandten Lithiumtherapie der Patienten konnte dabei ausgeschlossen werden.[4][5] Eine Autoimmun-Thyreoiditis ist ein Teil der genetischen Anfälligkeit und ein möglicher Endophänotyp für eine bipolare Störung.[6]