Azecho

Bischof von Worms From Wikipedia, the free encyclopedia

Azecho, manchmal auch Hazecho oder Hacego († 18. Januar 1044) war von 1025 bis 1044 Bischof von Worms.

Sarkophag von Bischof Azecho, Saliergruft des Wormser Domes.
Sarkophag (mittig), Saliergruft des Wormser Domes

Herkunft

Seine Herkunft aus dem Haus Nassau überliefert der Wormser Chronist Friedrich Zorn (1538–1610)[1] und eine weitere Quelle aufgrund der heute nicht mehr erhaltenen Grabinschrift. Da die spätere Familie der Grafen von Nassau sich selbst aber erst etwa 100 Jahre nach dem Tod des Bischofs so nannte, gilt diese Information als nicht verlässlich.[2] Ebenfalls bei Zorn heißt es, seine Wahl zum Wormser Oberhirten sei am 5. Dezember 1025 erfolgt.

Bischof

Azecho nahm 1027 an der Synode von Frankfurt teil. 1035 weihte er den rechten Altar in der Krypta des Klosters Limburg bei Bad Dürkheim, während die ebenfalls anwesenden Bischöfe Pilgrim von Köln und Reginbald von Speyer den mittleren bzw. den linken Altar konsekrierten.[3] Etwa zur gleichen Zeit stiftete Azecho die Kilianskapelle in Worms.[4]

1035 oder 1036 begleitete Azecho Kaiser Konrad II. auf einem seiner Wendenfeldzüge.[5] Er war auch freundschaftlich verbunden mit des Kaisers Schwiegertochter Gunhild. In einem Brief vom August 1036 berichtete der Hofkleriker Immo (später Bischof von Arezzo) seinem Oberhirten Azecho, dass Königin Gunhild seit dessen Abreise traurig seit, da sie nun niemand mehr mit Mandelkernen beschenke und mit väterlichen Worten tröste.[6]

Im Codex minor ecclesiae Spirensis, einem Kopialbuch des Bistums Speyer aus dem 13. Jahrhundert, hat sich die Notiz erhalten, am 3. Dezember 1038 sei in der vorgenannten Abtei Limburg, im Beisein des Kaisers Konrad II., seiner Gemahlin Gisela und der Bischöfe Azecho von Worms, Reginbald von Speyer, Heribert von Eichstätt, Thietmar von Hildesheim, sowie Walter von Verona im Kalenderstreit gegen Bischof Wilhelm von Straßburg entschieden worden, dass der erste Adventsonntag stets in der Zeit zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember begangen werden müsse.[7] Hintergrund der Angelegenheit war ein Besuch des Kaisers am 26. November des Jahres in Straßburg, wo er zu seinem Erstaunen festgestellt hatte, dass sein Onkel, Bischof Wilhelm, den 1. Adventsonntag dort schon eine Woche früher feierte, worin der Kaiser eine Abweichung von der kirchlichen Norm sah.[8][9]

Azecho wurde in Worms bestattet. Sein Sarkophag befindet sich in der Saliergruft des Wormser Domes.

Wissenswert

In der sogenannten Lorscher Briefsammlung (auch Wormser Briefsammlung) sind verschiedene Briefe des Bischofs an andere Kleriker im Originaltext überliefert.[10]

Literatur

Einzelnachweise

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