Azurblaurabe

Art der Gattung Blauraben (Cyanocorax) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Azurblaurabe (Cyanocorax caeruleus, Syn.: Cyanocorax coeruleus) ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Er bewohnt vor allem den Araukarienwald im Süden Brasiliens. Azurblauraben leben in Schwärmen und sind in Sippen untergliedert, welche bis zu zwei Generationen zusammenbleiben können. Während der Fortpflanzungszeit bauen diese zusammen die Nester und sorgen für die eigene Sicherheit. Die Tiere beherrschen ein großes Spektrum an Vogelrufen.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Azurblaurabe

Azurblaurabe Cyanocorax caeruleus

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Unterfamilie: Neuwelthäher (Cyanocoracinae)
Gattung: Blauraben (Cyanocorax)
Art: Azurblaurabe
Wissenschaftlicher Name
Cyanocorax caeruleus
(Vieillot, 1818)
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Lebensraum

Lebensraum des Azurblauraben im Süden Brasiliens

Der Azurblaurabe lebt im Atlantischen Regenwald im Süden Brasiliens (von São Paulo bis Rio Grande do Sul) und Nordosten Argentiniens (Misiones und Norden von Corrientes).[1] In größerer Anzahl sind diese Rabenvögel im Araukarienwald zu finden, wo sie die Brasilianische Araukarie (Araucaria angustifolia) für den Bau von Nestern bevorzugen und als Nahrungsquelle nutzen.

Merkmale

Der Azurblaurabe ist ca. 40 cm lang und hat einen kräftigen Schnabel. Die leuchtend blaue Gefiederfarbe des Körpers steht in deutlichem Kontrast zu den schwarzen Federn auf seinem Kopf, der Vorderseite des Halses und dem oberen Teil der Brust. Die Federn an der Stirn sind leicht gesträubt, die Augen und der Schnabel sind dunkel. Die Weibchen sind allerdings etwas kleiner, ansonsten ist kein Geschlechtsdimorphismus vorhanden.

Ernährung

Samen der Brasilianischen Araukarie (Araucaria angustifolia)

Der Azurblaurabe wurde von Bewohnern des Araukarienwaldgebietes beim Fressen der Samen der Brasilianischen Araukarie beobachtet und wird deshalb als Ausbreiter der Araukarienbäume betrachtet. Die Samen werden oft nicht sofort gefressen und keimen gelegentlich, wenn sie während des Transports verloren gehen oder bei der Lagerung in alten Baumstämmen oder in Büschen vergessen werden. Aber die Azurblauraben sind, wie andere Rabenvögel, Allesfresser, und da sie neben Kernen auch Gliederfüßer und Früchte[2] fressen, sind sie nicht derart akut vom Aussterben bedroht wie die Araukarienbäume.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit geht von Oktober bis März, in dieser Zeit baut der Azurblaurabe die Nester bevorzugt auf den Kronen der Brasilianischen Araukarien. Der Bau, die Reinigung und der Schutz des Nests und der Brut wird durch die ganze Sippe geleistet. Die Nester liegen in 10–20 m Höhe, haben einen Durchmesser von rund 40–50 cm und sind flach gebaut. Im Zentrum befindet sich eine Brutkammer mit 16–20 cm Durchmesser und 6–9 cm Tiefe, die gewöhnlich 3–5 Eier beherbergt. Die Eier sind grün-blau mit kleinen braunen oder grauen gleichmäßig auf der Oberfläche verteilten Flecken. Sie werden etwa 33 × 24 mm groß und 9 g schwer.[3]

Stimme

Einige in Gruppen lebende Tiere haben für die Kommunikation mit Artgenossen akustische Signale (Tiersprache) entwickelt. Die Azurblauraben sind lernfähige Vögel, die ein Repertoire von 14 Schreien[4] für verschiedene Zwecke besitzen. So gibt es beispielsweise eigene Schreie für das Ankündigen eines Fressfeindes, für die Ortsbestimmung während des Fluges, für die Kommunikation zwischen verschiedenen Schwärmen und zur Paarung. Die Schreie unterscheiden sich deutlich voneinander und können kombiniert werden.

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung des Azurblauraben erfolgte 1818 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Pica cœrulea. Die Beschreibung bezog er sich auf Urraca de la celeste[5] von Félix de Azara.[6] 1826 führte Friedrich Boie die neue Gattung Cyanocorax für den Kappenblaurabe (Cyanocorax chrysops) (Synonym Corvus pileatus Temminck, 1821)[7] ein.[8] Dieses Wort leitet sich altgriechisch κυανος cyanos, deutsch dunkel blau und altgriechisch κοραξ, κορακος corax, coracos, deutsch Rabe, Krähe ab.[9] Der Artname coeruleus hat seinen Ursprung in lateinisch caeruleus blau.[10] Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Bälg, gesammelt von Adolf Neunteufel (1909–1979) in Cambyretá im Departamento Itapúa, zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er in von Alfredo Borelli (1858–1943) gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenen Exemplaren aus San José de los Arroyos, Puerto Francia eine ehemalige Festung am Río Apa nahe San Lázaro[11] sowie im Distrikt Tebicuary[12], in Fortin Page am Río Pilcomayo[13] sowie in Waikthlatingmayalwa im Gran Chaco und in Concepción[14] durch John Graham Kerr, in Sapucai[15][16] durch Charles Chubb und Harry Church Oberholser und in Humaitá und Curum Chica[17] durch Claude Henry Baxter Grant. Der Name Cyanocorax heckelii Pelzeln, 1856[18] den Oberholser benutze, war für Laubmann ein Synonym für den Azurblauraben. Allerdings wird dieser Name heute er als Synonym zum Hyazinthblauraben (Cyanocorax violaceus Du Bus de Gisignies, 1847) betrachtet.[19] Heckelii ist Johann Jakob Heckel gewidmet.[18]

Bedrohung

Die IUCN listet diese Art als (=Near Threatened – potentiell gefährdet).[1]

Quellen

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